TRUMPF stellt neue Stanzmaschine TruPunch 5000 vor

Mona HopfingerMona Hopfinger
Techniker bedient CNC-Stanzmaschine in einer Fabrikhalle in Österreich
© Foto: TRUMPF

Der Technologiekonzern TRUMPF präsentiert auf der EuroBLECH die Neuauflage seiner produktivsten Stanzmaschine. Die TruPunch 5000 wurde in puncto Zuverlässigkeit, Produktivität und Bedienbarkeit weiterentwickelt.

TRUMPF zeigt auf der Fachmesse EuroBLECH die neue Generation der TruPunch 5000. Die Weiterentwicklung der Maschine konzentriert sich auf verbesserte Zuverlässigkeit, gesteigerte Produktivität und vereinfachte Bedienung. Laut Michael Steimle, Produktmanager bei TRUMPF, reagiert das Unternehmen damit auf die wachsende Nachfrage nach gestanzten Blechteilen, insbesondere in der Energie- und Elektronikindustrie. Die neue Maschine soll Kunden dabei unterstützen, hohe Stückzahlen wirtschaftlich und automatisiert herzustellen.

Digitale Steuerung und Kamerasystem für mehr Transparenz

Die Neuentwicklung verfügt über eine neue Maschinensteuerung, das integrierte Kamerasystem „Vision Equipment Pro“ sowie einen zweiten Monitor. Die Steuerung übermittelt Prozess- und Zustandsdaten an den digitalen Service „Smart View“ von TRUMPF. Maschinenbediener können die Informationen standortunabhängig auf einem Dashboard einsehen und bei drohenden Stillständen frühzeitig reagieren.

Bis zu zehn integrierte Kameras erfassen den Arbeitsbereich der Maschine. Fertigungsmitarbeiter können die Aufnahmen jederzeit ortsunabhängig abrufen, etwa am Rüstplatz. Auf einem zweiten Bildschirm lassen sich Informationen zur Fertigung anzeigen, beispielsweise Kamerabilder oder Daten aus der TRUMPF-Software Oseon. Maschinenupdates können künftig ohne Servicetechniker vor Ort eingespielt werden. In der Zukunft plant TRUMPF, den Service „Remote Operation Support“ auch für die TruPunch 5000 anzubieten, bei dem die Maschine aus der Ferne entstört werden kann. Laut Steimle ermöglicht dies eine Fertigung über Nacht ohne anwesendes Personal.

KI-gestützte Automatisierung für Kleinteile

Die neue Maschinensteuerung bildet die Grundlage für hochflexible und zukunftsfähige Automatisierungen. Auf der EuroBLECH zeigt das Unternehmen erstmals eine KI-gestützte Lösung zur automatisierten Sortierung von Kleinteilen. Intelligente Kameras erkennen die Lage der Kleinteile, wodurch ein Roboter diese ohne Programmieraufwand aufnehmen und sortieren kann. Dies reduziert Nebenzeiten und steigert die Produktivität.

Die Bedienbarkeit wurde laut TRUMPF bedeutend vereinfacht. Ein verbessertes Sicherheitskonzept verkürzt die Laufwege des Bedieners und reduziert Nebenzeiten. Auch das Werkzeugrüsten wurde anwenderfreundlicher gestaltet. Der neue Werkzeugwechsler „ToolMaster Linear" bietet ein zusätzliches Display direkt am Rüstplatz, das Bedienern alle notwendigen Werkzeuginformationen anzeigt.

Technische Leistungsdaten bleiben unverändert

An den bewährten Leistungsdaten der Vorgängermaschine hält TRUMPF fest. Mit 22 Tonnen Stanzkraft verarbeitet die Maschine Bleche bis zu einer Dicke von acht Millimetern mit bis zu 1.600 Hüben pro Minute. Neben Stanzungen erzeugt sie auch anspruchsvolle Umformungen wie Prägungen oder Durchzüge.

Der offene Maschinenrahmen ermöglicht eine hohe Flexibilität bei unterschiedlichen Bauteilgrößen und sorgt für gute Zugänglichkeit – selbst bei hochautomatisierten Systemen. Die aktive Matrize der TruPunch 5000 ermöglicht hochwertige, kratzerarme Oberflächen, größere Umformhöhen und höhere Prozesssicherheit bei anspruchsvollen Stanz- und Umformanwendungen. Die Maschine eignet sich sowohl für Kleinserienfertiger als auch für Hersteller großer Stückzahlen. Typische Anwendungen reichen vom Schaltschrankbau über Komponenten für Rechenzentren bis hin zu filigranen Verkleidungs- und Funktionsteilen.

Direkt verkettetes Fertigungssystem mit flexiblem Materialfluss

Auf der EuroBLECH präsentiert TRUMPF die TruPunch 5000 als Teil eines direkt verketteten Fertigungssystems. Die Automatisierung „SheetMaster“ legt die gestanzten Teile auf ein Pufferförderband, das sie automatisch in die Biegezelle TruBend Center 7030 transportiert, wo ein Manipulator sie aufnimmt und biegt.

Anders als bei der klassischen Linienfertigung bleibt der Materialfluss bei der TRUMPF-Lösung flexibel. Anwender können die Bauteile zum Beispiel auch zurück ins Lager bringen oder an einen mobilen Roboter übergeben, der sie weitertransportiert. Dadurch passt das System für die Herstellung sehr unterschiedlicher Bauteile.

Weil der Materialfluss so flexibel ist, können die TruPunch 5000 und die TruBend Center 7030 auch bei unterschiedlichem Arbeitstempo jeweils voll produktiv arbeiten. Ist eine Maschine stärker ausgelastet als die andere, gleicht ein eingebautes Pufferlager den Materialfluss aus. Gleichzeitig können Restbleche für weitere Prozesse genutzt werden. Produktmanager Sebastian Götz erklärt, dass Anwender den optimalen Materialfluss für jedes Teil selbst festlegen und so die Produktivität der Maschinen voll nutzen können. Diese Flexibilität gebe es am Blechfertigungsmarkt bisher in dieser Form nicht.

Quelle: https://www.trumpf.com/de_AT/newsroom/pressemitteilungen-global/pressemitteilung-detailseite-global/release/euroblech-2026-trumpf-setzt-neue-massstaebe-in-der-stanzbearbeitung-10333

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