TU Wien: Forschung für Sicherheit und Verteidigung

An der Technischen Universität Wien fand am 5. Oktober der Security and Defence Research Day statt. Rektor Jens Schneider betonte die Bedeutung von Technologie und Universitäten für die Verteidigungsfähigkeit freier Gesellschaften.
Die TU Wien veranstaltete am 5. Oktober zum zweiten Mal den Security and Defence Research Day. In seiner Eröffnungsrede erklärte Rektor Jens Schneider, dass das Thema Sicherheit lange unterschätzt worden sei. Freie Gesellschaften müssten in der Lage sein, sich zu verteidigen, wobei Technologie und Universitäten eine wichtige Rolle spielten.
Die Resilienz der Gesellschaft werde von Menschen abhängen, die Technologie und die damit verbundene Verantwortung verstünden, so Schneider. Die Forschung werde dringend gebraucht, die Aufgabe der Universität bestehe darin, die Voraussetzungen für gute Forschungsarbeit zu schaffen. Mit den neuen Knowledge Spheres bündelt die TU Wien ihre Stärken über Fakultätsgrenzen hinweg. Eine davon widmet sich explizit dem Thema „Safety and Security for Resilient Societies“ als klares Bekenntnis zur Sicherheits- und Verteidigungsforschung.
Keynotes: Souveränität durch eigene Lösungen
Rudolf Zauner, General vom österreichischen Bundesheer, und Andreas Schlegel, Stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater des österreichischen Bundeskanzleramts, unterstrichen in ihren Keynotes ebenfalls die wichtige Rolle der Forschung. Beide verwiesen auf die verschärfte globale Lage und darauf, dass Europa eigene Lösungen erfinden und entwickeln müsse, um die Souveränität gewährleisten zu können.
Forschung müsse nah an und mit Bedarfsträgern und Endnutzern passieren. Beide waren sich einig, dass Kooperation, Innovation und Souveränität wichtige Stichwörter beim Wechsel von Krisenmanagement hin zu existenzieller Verteidigung sind.
Panel-Diskussionen: Netzwerke und Praxisbezug
Das Disaster Competence Network Austria (DCNA) fokussierte in einer Panel-Diskussion darauf, wie wertvoll Netzwerke sind, um den Forschungshorizont zu erweitern. Besonders junge Forschende, die oft auf ein einziges Thema konzentriert seien, profitierten davon. Erst der Austausch mit anderen Fachbereichen und Bedarfsträgern ermögliche interdisziplinäre Projekte und Zugang zu neuen Projektpartnern. Viele spannende Forschungsfragen entstünden erst im Austausch mit anderen.
In der Panel-Diskussion „Connecting research with operational needs“ wurden Forschungsprojekte aus Sicht der Bedarfsträger diskutiert. Es ging darum, dass es für die Umsetzung die Unterstützung von Industriepartnern brauche, die eine Forschungsidee aus einem Projekt wirklich bis auf den Markt bringen.
Ein wichtiger Aspekt für die TU Wien: Oft brauche es nicht nur technische Lösungen, sondern die Expertise von Sozial- und Geisteswissenschaften, um dafür zu sorgen, dass diese Lösungen auch bei den Nutzern ankommen und am Ende wirklich nützen. Eine positive Erkenntnis war, dass der Gap zwischen Forschung und Bedarfsträgern gar nicht mehr so groß ist. Formate wie der Security and Defence Research Day seien wertvoll für diesen Austausch.
Projektpräsentationen und neues Kurzprogramm
Die Projektpräsentationen gaben knappe Einblicke in laufende Forschungsarbeiten. Das DCNA stellte vor Ort sein Mobile Lab und Roboter vor, die FFG informierte über unterschiedliche Förderangebote. Die Pausen nutzten die Teilnehmer für rege Gespräche und zum Netzwerken.
Bei der Veranstaltung präsentierte die TU Wien Academy ihr neues Kurzprogramm „Defense Market Readiness". Es soll bestehenden Unternehmen und jungen Start-ups helfen, ihre Technologien erfolgreich im Bereich Security und Defence zu platzieren. Das Programm beginnt zum ersten Mal am 14. Oktober.
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