TU Wien: Forscher diskutierten Japan-Kooperationen

An der TU Wien trafen sich mehr als 100 Wissenschafter und Hochschulvertreter, um die Forschungszusammenarbeit zwischen Österreich und Japan zu vertiefen. Der dritte Japan Science Day am 20. Oktober widmete sich vor allem den neuen Möglichkeiten durch Japans Teilnahme an Horizon Europe.
Wie lassen sich internationale Forschungspartnerschaften ausbauen? Welche Förderungen gibt es für gemeinsame Vorhaben? Und welchen Nutzen bringen langjährige Kooperationen zwischen österreichischen und japanischen Einrichtungen? Mit diesen Themen befasste sich der dritte Japan Science Day im Kuppelsaal der TU Wien. Das Japan Austria Science Exchange Center (JASEC) hatte zu der Veranstaltung geladen, die über 100 Teilnehmer aus Wissenschaft, Forschungsförderung und Hochschulen anzog.
Peter Ertl, Vizerektor für Forschung, Innovation und internationale Angelegenheiten der TU Wien und Initiator der Veranstaltungsreihe, eröffnete den Tag. Er betonte, wie wichtig internationale Partnerschaften seien, um globale Herausforderungen zu meistern und wissenschaftliche Exzellenz zu fördern. Der japanische Botschafter in Österreich, Kiminori Iwama, würdigte die engen Verbindungen beider Länder in Wissenschaft, Bildung und Innovation.
Einen künstlerischen Akzent setzte Geigerin Mariko Hara mit einem Ausschnitt aus ihrem Projekt ConSono, das Musik und Tanz vereint und die Verbindung zwischen Kunst und Wissenschaft zeigt.
Langjährige Partnerschaften als Fundament
Im Zentrum standen bestehende Kooperationen zwischen österreichischen und japanischen Forschungseinrichtungen. Iris Mach, Leiterin von JASEC, präsentierte zwei zentrale Partnerschaften der TU Wien: mit dem National Institute of Informatics (NII) in Tokio und mit der Universität Tokio.
Die Zusammenarbeit mit dem NII läuft seit 2009. In den vergangenen 17 Jahren entwickelte sich ein intensiver Austausch von Forschenden und Studierenden. Besonders das gemeinsame Praktikumsprogramm gilt als Erfolg. Die TU-Wien-Professoren Thomas Eiter und Laura Kovács schilderten, wie die Kooperation Fortschritte in künstlicher Intelligenz und Systemtechnik ermöglicht hat.
Noch älter ist die Partnerschaft mit der Universität Tokio: Sie besteht seit 45 Jahren und gehört zu den traditionsreichsten internationalen Kooperationen der TU Wien. Mikio Koshihara von der Universität Tokio sowie die TU-Wien-Professoren Philip Haslinger und Uwe Drofenik berichteten von ihren Erfahrungen. Drofenik erinnerte an seinen eigenen Forschungsaufenthalt vor rund 30 Jahren und an die Betreuung von Studierenden, die den Austausch bis heute fortführen.
Horizon Europe öffnet neue Türen
Ein Schwerpunkt lag auf Japans neuer Beteiligung an Horizon Europe. Sie schafft für österreichische und japanische Einrichtungen zusätzliche Möglichkeiten, gemeinsame Projekte zu entwickeln und sich an internationalen Forschungskonsortien zu beteiligen.
Welche Chancen und Herausforderungen damit verbunden sind, diskutierte ein Podium unter der Moderation von Eva Knoch, stellvertretende Leiterin der Service Group Research Funding Support der TU Wien.
Hiroko Masumoto, Leiterin des JSPS-Büros in Bonn, beleuchtete die Bedeutung aus japanischer Perspektive. Margit Noll, Leiterin der Abteilung für europäische und internationale Programme bei der FFG, erläuterte die Perspektiven für österreichische Forschungseinrichtungen und Möglichkeiten bilateraler sowie multilateraler Kooperationen. Michael Hensel von der TU Wien zeigte anhand seiner Praxis, wie Forschende neue internationale Partnerschaften aufbauen und erweiterte Fördermöglichkeiten nutzen können.
Netzwerken im Mittelpunkt
Neben den Fachbeiträgen stand der persönliche Austausch im Vordergrund. Forschende, Studierende und Vertreter von Forschungsförderungseinrichtungen diskutierten über gemeinsame Interessen, tauschten Erfahrungen aus und knüpften Kontakte über Disziplinen und Karrierestufen hinweg.
Vertreterinnen von OeAD, FFG und der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) gaben Auskunft. Sie erklärten Förder- und Mobilitätsprogramme. Außerdem zeigten sie, wie Forschende aus Österreich und Japan konkret zusammenarbeiten können.
Die Veranstaltung machte deutlich, welches Potenzial in internationalen Forschungsnetzwerken liegt: Langjährige Partnerschaften bilden eine solide Basis, während neue Fördermöglichkeiten zusätzliche Perspektiven für gemeinsame Vorhaben eröffnen. Das Organisationsteam von JASEC plant die nächste Ausgabe für 2027.
Weitere Informationen: TU Wien Japan Science Day 2026
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