LUMINA Award für Forschung vergeben

Die TU Wien Foundation hat den LUMINA Award zum ersten Mal verliehen. Brigitte Holzer und Daniel Platz erhalten jeweils einen Teil des Preises für ihre Forschungsprojekte zu RNA-Therapeutika und Luftqualitätssensoren.
Die TU Wien Foundation hat erstmals den LUMINA Award vergeben. Die Auszeichnung würdigt wissenschaftliche Spitzenleistungen mit gesellschaftlicher Relevanz und ist mit insgesamt 400.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet wurden Brigitte Holzer und Daniel Platz für ihre Forschungsprojekte in den Bereichen Gesundheit und Umwelt.
Der Preis ist Teil des LUMINA Fund, der 2025 durch eine private philanthropische Zustiftung ins Leben gerufen wurde. Er soll innovative Forschung an der TU Wien fördern und neue Freiräume für zukunftsweisende Projekte schaffen.
Robert Gulla, Vize-Vorsitzender des Vorstandes der TU Wien Foundation, betont die Bedeutung der Auszeichnung: „Mit der erstmaligen Auszeichnung werden nicht nur individuelle Spitzenleistungen gewürdigt, sondern auch die Vielfalt an Zugängen, die Innovation und Fortschritt möglich machen.“ Der Award zeige, welches Potenzial entstehe, wenn Begabung, Engagement und gesellschaftliche Verantwortung zusammenwirkten.
RNA-Therapeutika präziser steuern
Brigitte Holzer, Assistenzprofessorin für (Bio)Molekulare Nanochemie an der TU Wien, arbeitet mit ihrem Projekt REWIRE an sichereren RNA-basierten Therapien. Ziel ist es, die Aktivität von RNA-Wirkstoffen präzise zu steuern und bei Bedarf an- und auszuschalten.
Durch programmierbare Antisense-Moleküle soll erstmals nicht nur das Krankheitsziel adressiert, sondern auch die Dauer der therapeutischen Wirkung kontrolliert werden. „Mit REWIRE werde ich neue Ansätze untersuchen, um die Aktivität von RNA-basierten Wirkstoffen präzise zu steuern“, erklärt Holzer. Dies sei ein wichtiger Schritt hin zu sichereren und präziseren Behandlungen.
Die Wissenschaftlerin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Chemistry of Materials Lectureship & Best Paper Award 2024 der American Chemical Society.
Neuartiger Sensor für ultrafeine Luftschadstoffe
Daniel Platz, Assistenzprofessor am Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme der TU Wien, entwickelt mit seinem Projekt QuPart einen neuartigen Sensor für kleinste Luftschadstoffe. Diese sind bisher nur schwer nachweisbar und stehen mit erheblichen Gesundheitsrisiken in Verbindung.
Der Sensor kombiniert moderne Mikrochips mit Quantentechnologien und soll eine kostengünstige und flächendeckende Überwachung der Luftqualität ermöglichen. „Der LUMINA Fund ist eine besondere Möglichkeit für junge Forscher_innen an der TU Wien, an einer Idee zu arbeiten, die nicht in die Grenzen einzelner Fachgebiete passt, aber eine große gesellschaftliche Wirkung entfalten kann“, so Platz.
Für seine Leistungen in Experimentalphysik und Sensortechnologie wurde er mehrfach ausgezeichnet und hält mehrere Patente.
Förderung in Schlüsselbereichen
Jens Schneider, Rektor der TU Wien, hebt die Bedeutung der geförderten Projekte hervor: „Brigitte Holzer und Daniel Platz zeigen, wie aus wissenschaftlicher Exzellenz Lösungen entstehen, die maßgeblich die Weiterentwicklung sicherer RNA-Therapeutika ermöglichen und eine neue Generation hochsensitiver Sensoren für ultrafeine Partikel vorantreiben.“ Er dankt für das außergewöhnliche philanthropische Engagement, das den LUMINA Fund ermögliche.
Der LUMINA Fund unterstützt Forschungsprojekte in den Bereichen Gesundheit und Biomedizin, nachhaltige Technologien sowie Energietransformation und grüne Innovationen. Die Auswahl erfolgt in einem dreistufigen Verfahren durch eine Fachjury.
Die TU Wien Foundation bündelt philanthropische Engagements im Umfeld der Technischen Universität Wien und fördert Exzellenz in Forschung, Lehre und Innovation. Mit Fördermodellen schafft sie Raum für Projekte, die wissenschaftliche Erkenntnis in gesellschaftliche Verantwortung übersetzen.
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