U1-Brand: Bericht zeigt Wartungsmängel als mögliche Ursache

Mona HopfingerMona Hopfinger
U1-Brand zeigt beschädigte U-Bahn mit verbranntem Kasten und Wartungsliste
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein Untersuchungsbericht zum Brand einer U1-Garnitur im November 2024 führt das Feuer auf beschädigte Kabelisolierung und einen defekten Schutzschalter zurück. Mögliche Wartungsfehler könnten zum Unglück beigetragen haben.

Die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) hat den Brand einer U1-Garnitur vom 19. November 2024 untersucht. Laut dem Bericht, über den der „Kurier“ in seiner Donnerstagsausgabe berichtete, war eine Kombination aus beschädigter Kabelisolierung und einem nicht funktionierenden Schutzschalter für das Feuer verantwortlich. Der Bericht ortet zudem mögliche Wartungsfehler, die zum Unglück beigetragen haben könnten.

Der Zug war während der Nachmittagsverkehrsspitze zwischen den Stationen Taubstummengasse und Südtiroler Platz in Brand geraten. Zum Zeitpunkt des Vorfalls war die Garnitur ohne Fahrgäste als Sonderzug unterwegs. Fünf Menschen wurden leicht verletzt, der Sachschaden belief sich auf mehrere Millionen Euro. Der U1-Betrieb auf dem betroffenen Abschnitt war rund zehn Tage unterbrochen.

Kabelschaden bei Wartung übersehen?

Der Untersuchungsbericht bringt laut „Kurier“ „höchst brisante Fakten an die Oberfläche“. Demnach hätte der Kabelschaden bei der wenige Tage zuvor durchgeführten Zug-Wartung erkannt werden können. Jener Schutzschalter, der bei einem Kurzschluss den Stromkreis hätte unterbrechen sollen, löste nicht aus – mutmaßlich wegen Wartungsmängeln.

Eine Woche vor dem Unglück hatte in Heiligenstadt eine Zug-Wartung („B-Revision“) stattgefunden. Der Isolationsfehler der Kabel („Scheuerstellen“) hätte dabei erkannt werden können, da es sich um einen „Langzeitmangel“ handle, so der Bericht. Im Fahrzeug gab es einen „Hauptschalter“. Er hätte bei dem Kurzschluss („Masseschluss“) rechtzeitig abschalten sollen. Das tat er aber nicht, er „funktionierte nicht“. Weil der Schalter völlig zerstört ist, lässt sich das jedoch nicht direkt beweisen.

Wiener Linien sprechen von „Verkettung zweier Ereignisse“

Die Wiener Linien betonten in einer Stellungnahme, dass sowohl ein externer Brandsachverständiger als auch die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes übereinstimmend zu dem Schluss kommen, „dass eine Verkettung zweier unabhängiger Ereignisse zu dem Vorfall geführt hat“. Ausgelöst wurde der Brand laut Ermittlungen durch einen Isolationsschaden an einem Kabel, der einen Kurzschluss und letztlich das Feuer verursachte.
Unmittelbar nach dem Vorfall unterzogen die Wiener Linien sämtliche Züge der betroffenen Baureihe einer umfassenden Prüfung. „Dabei wurden insbesondere die Kabel auf mögliche Beschädigungen kontrolliert“, hieß es.

Mangelhafte Wartung nicht nachweisbar

Die Wiener Linien verwiesen darauf, dass sich die von der SUB vermutete mangelhafte Wartung des Hauptschalters nicht nachweisen ließ. „Aufgrund der Zerstörung des Hauptschalters konnte dies jedoch nicht nachgewiesen werden. Es wurden auch in den anderen überprüften Zügen keine mangelhaften Schalter gefunden. Die Untersuchungen ergaben keinen Hinweis auf einen systematisch bedingten Fehler“, so die Wiener Linien. Dessen ungeachtet habe der Hersteller des Hauptschalters die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Punkt geschult.

Das Unternehmen betonte, dass bereits während der laufenden Untersuchungen zusätzliche Maßnahmen zur weiteren Erhöhung der Betriebssicherheit umgesetzt wurden. „Künftig werden die Kontrolle der Kabelisolation sowie die Überprüfung des Hauptschalters umfassender in den Wartungschecklisten verankert. Darüber hinaus wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt sensibilisiert und entsprechend nachgeschult“, so die Wiener Linien.

Quelle: APA

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