Über 90.000 Menschen in Wien von Kürzungen betroffen

Mehr als zwei Drittel aller Mindestsicherungsempfänger in der Bundeshauptstadt müssen mit Einbußen rechnen. Laut einer Anfragebeantwortung sind darunter auch zahlreiche Kinder, Pensionisten und Menschen mit Behinderung.
Eine Anfragebeantwortung von Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zeigt: 71 Prozent der Bezieher von Mindestsicherung in Wien sind von Kürzungen betroffen. Das entspricht 90.359 Personen, wie die Wiener Grünen bei einer Pressekonferenz darlegten.
Unter den Betroffenen befinden sich rund 33.000 Kinder sowie etwa 8.000 Pensionisten, Menschen mit Behinderung oder chronisch Kranke. Die Reduktion beim Familienzuschlag trifft zudem circa 8.500 Alleinerziehende, mehrheitlich Frauen.
Jährliche Einbußen von über 3.000 Euro
Die Grünen kritisierten die finanziellen Auswirkungen: Eine vierköpfige Familie verliert durch die Einsparungen derzeit rund 3.300 Euro pro Jahr. Ähnlich hohe Einbußen entstünden für Menschen mit Behinderung oder ältere Personen durch Kürzungen bei Sonderzahlungen für Dauerleistungsbezieher und bei der Mietbeihilfe.
Grüne fordern Rücknahme der Einschnitte
David Ellensohn, Sozialsprecher der Grünen, übte scharfe Kritik: „Die SPÖ hat ihren sozialen Kompass verloren. Die Sozialkürzungen treffen genau jene Menschen, die es sich nicht richten können und die ohnehin schon am absoluten Limit sind“, sagte er.
Die Grünen verlangten, die Kürzungen zurückzunehmen und stattdessen alternative Einnahmequellen wie eine Leerstandsabgabe umzusetzen.
Quelle: APA
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