Über eine Million Tonnen Lebensmittel landen im Müll

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Jährlich werden in Österreich mehr als eine Million Tonnen genießbare Lebensmittel weggeworfen. Mehr als die Hälfte der vermeidbaren Abfälle entsteht in Privathaushalten – während gleichzeitig 420.000 Menschen von schwerer Ernährungsarmut betroffen sind.

In Österreich gehen jedes Jahr mehr als eine Million Tonnen noch genießbarer Lebensmittel verloren. Rund 54 Prozent der vermeidbaren Lebensmittelabfälle stammen aus privaten Haushalten. Zur selben Zeit sind etwa 420.000 Menschen in Österreich von schwerer Ernährungsarmut betroffen.

Während große Mengen genießbarer Lebensmittel entsorgt werden, haben viele Menschen nur eingeschränkten Zugang zu ausreichender und ausgewogener Ernährung. Die Verschwendung von Lebensmitteln ist daher nicht nur ein ökologisches und wirtschaftliches, sondern auch ein soziales Problem.

Rahmenbedingungen entscheiden über gesunde Ernährung

Gesunde Ernährung hängt nicht ausschließlich von persönlichen Entscheidungen ab. Faktoren wie Leistbarkeit, Verfügbarkeit, Bildungsniveau und soziale Lebensbedingungen beeinflussen die Möglichkeiten im Alltag maßgeblich.

Für Kinder und Jugendliche ist eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig. Sie fördert Wachstum, Immunsystem, Knochenentwicklung und geistige Leistungsfähigkeit und kann langfristig das Risiko ernährungsbedingter Erkrankungen senken. Weil Ernährungsgewohnheiten früh geprägt werden, ist ein verlässlicher Zugang zu hochwertigen und gesunden Lebensmitteln zentral.

Verschiedene soziale, gesundheitliche und strukturelle Faktoren beeinflussen die Ernährungsgewohnheiten und das Risiko für Übergewicht und Adipositas. Dazu gehören ein niedriger sozioökonomischer Status, psychosoziale Belastungen, Bewegungsmangel sowie das Lebensmittelangebot und der Umgang mit Lebensmitteln. Auch Wissen über Verarbeitung, Lagerung und Haltbarmachung von Lebensmitteln spielt eine wichtige Rolle. Dieses Verständnis stärkt die Wertschätzung von Lebensmitteln und kann helfen, Verschwendung zu reduzieren und gesunde Ernährung zu fördern.

Gesunde Ernährung ist daher nicht nur eine Frage persönlicher Verantwortung, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Schulen und Kindergärten können mit gesunder und nachhaltiger Verpflegung sowie Ernährungsbildung wesentlich dazu beitragen, gesundheitliche Chancen früh zu verbessern.

Pilotprojekt an Polytechnischer Schule

Das Ökosoziale Forum beschäftigt sich als Teil des FEAST-Konsortiums mit der Frage, wie gesunde und nachhaltige Ernährung im Alltag gestärkt werden kann. Gemeinsam mit der Polytechnischen Schule Korneuburg wird der Schulstandort Windmühlgasse in diese Richtung weiterentwickelt.

Im Mittelpunkt stehen Angebote, die gesundheitliche, ökologische und praktische Anforderungen miteinander verbinden und zugleich die Lebensrealität der Jugendlichen berücksichtigen. Ziel ist es, nachhaltige Ernährung nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern im schulischen Alltag konkret erfahrbar zu machen.

FEAST wird vom Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe der Europäischen Union kofinanziert.

Quelle: OTS

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