Überbetriebliche Lehre im Burgenland geht weiter

Nach einem verzögerten Vergabeverfahren können 101 Jugendliche aus Eisenstadt und Neusiedl ihre überbetriebliche Lehrausbildung im Burgenländischen Schulungszentrum Neutal fortsetzen. Das AMS hat eine Übergangslösung gefunden.
Die überbetriebliche Lehrausbildung im Burgenland wird trotz Verzögerungen ohne zehnwöchige Unterbrechung fortgesetzt. Wie das Arbeitsmarktservice (AMS) am Dienstag mitteilte, können die betroffenen 101 Jugendlichen aus Eisenstadt und Neusiedl ihre Ausbildung vorübergehend im Burgenländischen Schulungszentrum (BUZ) Neutal absolvieren.
An den beiden ursprünglichen Standorten kann die Ausbildung von Anfang August bis Mitte Oktober nicht stattfinden. Der Grund liegt in einer nicht rechtzeitig abgeschlossenen Neuvergabe der Maßnahme. Ausgelöst wurde die Verzögerung durch einen erfolgreichen Einspruch der Wirtschaftskammer (WK) gegen das Vergabeverfahren, eine aus Qualitätsgründen zurückgezogene Ausschreibung sowie eine einstweilige Verfügung.
Neustart im Oktober geplant
Aktuell läuft eine überarbeitete Ausschreibung, die eine Wiederaufnahme der Lehrausbildung in Eisenstadt und Neusiedl ab 12. Oktober ermöglichen soll. Das erklärte AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl. Die vorübergehende Verlegung der Jugendlichen nach Neutal sei dank eines aufrechten Vertrags zwischen dem AMS und dem BUZ Neutal möglich.
Streit um Vergabeverfahren
Die Wirtschaftskammer Burgenland hatte das erste Vergabeverfahren, das noch vom Land durchgeführt worden war, vor das Landesverwaltungsgericht (LVwG) gebracht. Sie bekam recht, weil das Angebot des Wirtschaftsförderungsinstituts WIFI ausgeschlossen worden war. Die darauffolgende Ausschreibung übernahm das AMS, musste diese jedoch aus Qualitätsgründen erneut zurückziehen. Laut Wirtschaftskammer war unter anderem auf den Ausschreibungsunterlagen das Logo eines Mitbewerbers abgebildet.
Eine Überbrückungsvergabe an diesen Bewerber scheiterte, weil die WK vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkte. Mitte Juli eskalierte der Konflikt, als das AMS die Wirtschaftskammer aufforderte, ihren Nachprüfungsantrag zurückzuziehen, um eine Direktvergabe zu ermöglichen. WK-Direktor Harald Schermann lehnte dies ab und verwies darauf, dass das AMS selbst für die Verzögerung bei einem ordnungsgemäßen Vergabeverfahren verantwortlich sei.
Quelle: APA
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