Ukrainische Kinder malen bunte Bilder in Pinkafeld

Im Rathaus Pinkafeld zeigen ukrainische Kinder ihre Kunstwerke. Was vor zwei Jahren noch grau und schwarz war, ist heute farbenfroh und lebendig. Das SOS-Kinderdorf Burgenland macht Integration durch Kunst sichtbar.
Im Rathaus Pinkafeld hängen derzeit Kunstwerke, die eine besondere Geschichte erzählen. Ukrainische Kinder, die vor zwei Jahren noch zerbombte Kinderzimmer, zerstörte Schulen und Teddybären mit Panzerhelm in Grau und Schwarz malten, präsentieren nun farbenfrohe und lebendige Bilder.
„Heute stehen wir vor bunten, lebensfrohen Bildern, mitten im Herzen von Pinkafeld. Das ist für mich schon sehr berührend. Und ein Beweis dafür: Wenn wir soziale Verantwortung als Gemeinschaft wahrnehmen, kommt am Ende etwas Gutes raus“, sagt Marek Zeliska, Standortleiter des SOS-Kinderdorfs.
Von Nothilfe zu Integrationshilfe
Seit Kriegsbeginn engagiert sich das SOS-Kinderdorf Burgenland für Geflüchtete aus der Ukraine. In Pinkafeld, Jennersdorf, Oberwart und Hartberg entstanden Familien-Cafés als Orte für Beratung und Austausch. Dort wird geplaudert, gebastelt und gemalt – aus Nothilfe wurde Integrationshilfe.
In einem Workshop malten ukrainische Kinder gemeinsam mit ihren Eltern, überwiegend Müttern, sowie österreichischen Kindern. Zeliska beschreibt das Projekt als eines, das Selbstwirksamkeit sichtbar macht und Interaktion auf Augenhöhe ermöglicht. Für Kinder und Jugendliche seien Papier, Farbe und Stift wie ein stiller Freund, wo Erlebtes Gehör findet und Traumata erzählt werden können, aber auch Wünsche und Fantasiewelten Raum haben.
Gemütliche Katzen und Kindheitserinnerungen
Zu den jungen Künstlerinnen gehört die elfjährige Vira. Sie malte eine Katze mit Pullover und Schal, die eine Tasse mit heißem Kakao hält. „Die ganze Atmosphäre ist sehr gemütlich und herbstlich“, erzählt sie.
Svitlana gestaltete einen Lebkuchen in Form eines Pferdchens auf roten Fäustlingen im Schnee. „Es erinnert mich an meine Kindheit in der Ukraine. Damals hatte ich ähnliche Handschuhe und meine Großmutter backte oft Kekse“, erklärt sie.
Ein Gemeinschaftswerk schufen Marko und seine Mutter: ein flauschiges Rehkitz in einem Nikolausstiefel. Marko ist Autist, für ihn sind solche Aktivitäten besonders wertvoll. Seine Mutter sagt: „Diese Momente mit Marko zu teilen, ist für mich etwas ganz Besonderes. Zu sehen, wie viel Freude und Stolz ihm seine Kunstwerke bereiten.“
Die Kunstwerke sind bis 11. November 2026 im Pinkafelder Rathaus zu bewundern.
Quelle: https://www.sos-kinderdorf.at/aktuelles/bilderwelten-pinkafeld
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