Ulrichsberg bohrt Tiefbrunnen gegen Wassermangel

Mona HopfingerMona Hopfinger
Quelle mit Moos bewachsenem Stein und sprudelndem Wasser in Österreich
© Gizem Gökce / Pexels (Symbolbild)

Die Wassergenossenschaft Ulrichsberg im Bezirk Rohrbach kämpft mit sinkenden Quellschüttungen. Heuer fiel nur ein Drittel der üblichen Niederschlagsmenge, die Quellen liefern nur noch 20 Prozent ihrer Kapazität, so der ORF.

Im oberen Mühlviertel wird Wasser zur knappen Ressource. Die Gemeinde Ulrichsberg verzeichnete im heurigen Sommer lediglich rund ein Drittel der sonst üblichen Regenmenge. Die Folgen zeigen sich deutlich an den örtlichen Wasserquellen.

„Jahrelang musste sich niemand darüber Gedanken machen, dass das einmal anders sein könnte. Jetzt ist es anders, und wir müssen mit der Situation fertig werden“, erklärt Rudi Stöbich, langjähriger Obmann der Wassergenossenschaft.

Quellen nur noch bei 20 Prozent Kapazität

Die Quellschüttung im Böhmerwald hat massiv nachgelassen. Manfred Altendorfer, aktueller Obmann der Wassergenossenschaft, berichtet von einer dramatischen Entwicklung: Die Quellen liefern mittlerweile nur noch etwa 20 Prozent ihrer Gesamtkapazität. Damit könne der Wasserhaushalt im Ort nicht mehr stabil gehalten werden.

Verschärft wird die Lage durch gestiegenen Bedarf. Die Haushalte seien um ein Vielfaches größer geworden, zudem benötigten angesiedelte Betriebe ebenfalls viel Wasser, so Stöbich. Kürzlich wurden im oberen Mühlviertel Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius gemessen.

Sechs Tiefbrunnen bereits gebohrt

Seit mehreren Jahren setzt die Wassergenossenschaft auf Tiefenbohrungen in den Granit. Die Brunnen reichen 60 bis 70 Meter in die Tiefe. Sechs solcher Brunnen existieren bereits, im September soll der nächste gebaut werden.

„Um die Trockenperioden zu überbrücken, müssen wir eine Ebene tiefer nach Wasser suchen, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren“, sagt Altendorfer. Diese Tiefenbohrungen könnten für ganze Regionen möglicherweise die einzige Chance in Dürreperioden darstellen.

Neue Quellen aufzuschließen werde zunehmend schwieriger, erklärt Gerald Öhler, stellvertretender Obmann der Wassergenossenschaft. Der neue Aufschluss in der Region Böhmerwald sei begrenzt. Ein Quellenszenario, das immer vorhanden ist, gebe es hier nicht.

Vegetation zeigt unübliche Verfärbungen

Die aktuelle Situation sei für viele in der Wassergenossenschaft absolutes Neuland, auch hinsichtlich der Vegetation. Speziell auf den Südhängen in Ulrichsberg oder Schöneben zeigten sich mittlerweile Verfärbungen, die absolut unüblich seien, so Öhler. Diese Hänge seien bisher auch im Sommer wirklich sattgrün gewesen.

In „Oberösterreich Heute“ sprach Maria Theiner im Studiogespräch mit Daniela König, Direktorin für Wasserwirtschaft des Landes, über die Frage, welche Gemeinden derzeit verstärkt mit Wassermangel kämpfen und ob das Land Oberösterreich vorgeben kann, wofür Wasser bei anhaltender Trockenheit verwendet werden darf.

Quelle: https://ooe.orf.at/stories/3365730/

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