Ultraschalluntersuchung für Therapieentscheidung bei Rheuma

Forschende der MedUni Wien haben untersucht, ob Ultraschalluntersuchungen dabei helfen können, Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis zu identifizieren, bei denen das Absetzen von Biologika ein erhöhtes Rückfallrisiko birgt. Die Studie liefert erste Hinweise auf die Bedeutung von Restentzündungen.
Ein Forschungsteam unter Leitung der Medizinischen Universität Wien hat untersucht, ob Ultraschalluntersuchungen helfen können, jene Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis zu identifizieren, bei denen nach dem Absetzen einer Biologika-Therapie ein erhöhtes Risiko für einen Krankheitsrückfall besteht. Die in der Fachzeitschrift „RMD Open“ veröffentlichte Studie erreichte zwar aufgrund geringer Teilnehmerzahlen ihren primären Endpunkt nicht, liefert aber Hinweise darauf, dass mittels Ultraschall nachweisbare Restentzündungen künftig Therapieentscheidungen unterstützen könnten.
Biologika haben die Behandlung der rheumatoiden Arthritis grundlegend verändert und ermöglichen vielen Betroffenen, eine anhaltende Remission zu erreichen. Eine zentrale Frage bleibt jedoch, ob diese Medikamente sicher abgesetzt werden können, sobald die Erkrankung unter Kontrolle ist.
Einjährige Beobachtung nach Therapieabbruch
Im Rahmen der prospektiven, multizentrischen Studie wurden Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis in anhaltender ACR/EULAR-Remission nach dem Absetzen ihres biologischen krankheitsmodifizierenden Antirheumatikums über ein Jahr begleitet. Das Forschungsteam der Medizinischen Universität Wien und Graz sowie des Krankenhauses Bruneck in Italien führte regelmäßig klinische und detaillierte Ultraschalluntersuchungen durch, um mögliche Anzeichen eines Krankheitsrückfalls zu erfassen.
„Viele Patient:innen möchten ihre Biologika-Therapie reduzieren oder absetzen, sobald ihre Erkrankung gut unter Kontrolle ist. Derzeit stehen Ärzt:innen jedoch nur wenige verlässliche Instrumente zur Verfügung, um abzuschätzen, bei wem dies sicher möglich ist“, erklärt Studienleiter Peter Mandl von der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien. Mithilfe des Ultraschalls könnten verbleibende Entzündungen in den Gelenken erkannt werden, die bei einer routinemäßigen klinischen Untersuchung nicht immer feststellbar seien.
Höhere Rückfallraten bei nachweisbaren Entzündungen
Die Studienergebnisse zeigen: Patientinnen und Patienten mit nachweisbaren Power-Doppler-Signalen im Ultraschall zu Studienbeginn wiesen numerisch höhere Rückfallraten nach dem Absetzen der Biologika-Therapie auf als Personen ohne nachweisbare Entzündung. Zudem waren die mittels Ultraschall erfassten Entzündungswerte zum Zeitpunkt eines Rückfalls höher als bei früheren Untersuchungen während der Remission.
Da lediglich ein Drittel der ursprünglich geplanten Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Studie eingeschlossen werden konnten, ließ sich keine statistische Signifikanz nachweisen. Weil mit modernen Therapien immer mehr Betroffene eine anhaltende Remission erreichen, gewinnt die Optimierung der langfristigen Behandlung jedoch zunehmend an Bedeutung.
Um die bisherigen Ergebnisse zu bestätigen, braucht es größere Studien. Die neue Arbeit liefert aber einen weiteren Hinweis: Bildgebende Biomarker (messbare Merkmale auf Bildern, etwa aus dem Ultraschall) könnten in Zukunft nützlich sein. Sie könnten helfen, bei rheumatoider Arthritis besser auf jede einzelne Person einzugehen. Es geht darum, ob man die Dosis von Biologika senkt oder diese Medikamente absetzt.
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