Uni Graz erforscht Eltern-Betreuer-Beziehung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Frau mit verschränkten Armen lächelt vor einer Treppe in einem modernen Gebäude
© Uni Graz/Eklaude

Eine neue Professorin an der Universität Graz untersucht, wie die Qualität in Kinderkrippen und Kindergärten von der Zusammenarbeit zwischen Erwachsenen abhängt. Theresia Hummel entwickelt praxisnahe Methoden für den Betreuungsalltag.

Theresia Hummel ist seit April 2026 Professorin für Elementarpädagogik an der Universität Graz. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf den Beziehungen zwischen Erwachsenen in Kinderbetreuungseinrichtungen – sowohl im Team als auch zwischen Eltern und Betreuungspersonal.

Die Familie habe den prägendsten Einfluss auf Kinder, erklärt die Wissenschaftlerin. Betreuungseinrichtungen könnten ihre Wirkung nur dann voll entfalten, wenn Eltern mitgedacht und einbezogen würden. Allerdings fehle es an konkreten Methoden, wie sich dieses theoretische Wissen im stressigen Alltag umsetzen lasse.

Kurze Gespräche schaffen Vertrauen

Sogenannte Tür-und-Angel-Gespräche seien ein unterschätztes Werkzeug, zeigt eine Studie von Hummel. Die wenigen Minuten, die Betreuungspersonen den Eltern widmen, würden Vertrauen generieren und letztlich auch die Beziehung zu den Kindern fördern.

Wenn Eltern Vorbehalte gegenüber Einrichtungen hätten, leide auch das Verhältnis zu den Kindern. Hummel hat eine Fortbildung entwickelt, die Pädagoginnen und Pädagogen zeigt, wie sie professionell mit solchen Situationen umgehen und Eltern mehr Teilhabe am Alltag ermöglichen können.

Team beeinflusst Stressempfinden

Weitere Schwerpunkte der Forscherin sind Teambuilding und Leadership-Verhalten. Das Team habe wesentlichen Einfluss auf das Stressempfinden der Pädagoginnen und Pädagogen, schildert Hummel. Es könne Druck abfedern oder als Verstärker fungieren – mit direkten Auswirkungen auf die Kinder.

Interaktion und Beziehungen unter Erwachsenen seien nicht umsonst ein Qualitätsmerkmal von Einrichtungen, unterstreicht die Professorin. Ein Programm zur Gesundheitsvorsorge, das sie an der Universität Bamberg entwickelt hat, will sie möglichst rasch breit ausrollen und evaluieren. Ihr sei wichtig, dass ihre Arbeit in der Praxis ankomme und den Alltag erleichtere.

Von Berlin nach Graz

An der Freien Universität Berlin promovierte Theresia Hummel im Bereich Erziehungswissenschaften. Ihre Liebe zur elementarpädagogischen Forschung entdeckte sie während diverser Praktika und als Springerin in Krippen und Tagesstätten.

In Einrichtungen zu hospitieren und die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu überwachen, sei ihr ein besonderes Anliegen. Der Kindergarten verändere sich so schnell wie die Gesellschaft selbst, da müsse sie am Ball bleiben.

Dass sie an der Uni Graz, die sie bereits als Gastprofessorin kennengelernt hat, nicht nur forschen, sondern auch angehende Pädagoginnen und Pädagogen unterrichten kann, sehe sie als besondere Chance. Sie sei begeistert, dass es dort sowohl den Arbeitsbereich als auch das Studium der Elementarpädagogik gebe. Deshalb habe sie sich sofort für die Stelle beworben.

Quelle: https://www.uni-graz.at/de/neuigkeiten/qualitaet-hand-in-hand-theresia-hummel-erforscht-erwachsenen-beziehung-in-kinderbetreuung

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