Uni Graz erforscht EU-Beitrittsbereitschaft in Südosteuropa

Mona HopfingerMona Hopfinger
EU-Forschungszentrum Südosteuropa mit Karte Europas, Glühbirne und Kalender
© Mit KI (Gemini) generiert

An der Universität Graz startet ein neues Forschungszentrum, das untersucht, wie Politik und Bevölkerung in Südosteuropa zur Annäherung an die Europäische Union stehen. Das von der EU-Kommission geförderte Zentrum ist das einzige seiner Art in Österreich.

Das Jean Monnet Centre of Excellence „Europeanisation & Discourses – Southeast Europe“ (EuDiSEE) nimmt am 15. Oktober 2026 seine Arbeit auf. Das Zentrum beschäftigt sich mit politischer Kommunikation, Identität und öffentlicher Meinungsbildung zur EU-Annäherung sowie mit institutionellen Reformen in den Ländern Südosteuropas.

Die Universität Graz ist die einzige Institution in Österreich, die ein von der Europäischen Kommission gefördertes Jean Monnet Centre of Excellence erhält. Geleitet wird das Zentrum von Florian Bieber, Politikwissenschaftler und Historiker. Die Koordination übernehmen Hrvoje Paić und Dorian Jano.

Forschung und Austausch

Das Zentrum untersucht den Europäisierungsprozess in Südosteuropa und fungiert gleichzeitig als Plattform für Informationen, Unterrichtsmaterialien und politische Empfehlungen. „Wir wollen den Austausch zwischen Forschung, Opinion Makers und Bevölkerung und das Verständnis für die EU-Erweiterung fördern. Diese betrachten wir einerseits als Politischen Prozess, andererseits als eine Frage der Legitimität, Kommunikation, Identität und demokratischer Teilhabe“, erklären Paić und Jano.

Neben der Forschungsarbeit stellt das Zentrum politische Empfehlungen, Unterrichtsmaterialien, wissenschaftliche Publikationen und mehrsprachige Informationen über einen Online-Hub bereit. In regelmäßigen Foren sollen Forscherinnen und Forscher mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, Medienvertreterinnen und Medienvertretern sowie der Zivilbevölkerung zusammenkommen.

Nachwuchsförderung geplant

Geplant sind außerdem internationale Masterclasses und Trainings für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. „EuDiSEE wird die EU-Studien an der Universität Graz wesentlich stärken, junge Doktorand:innen unterstützen und die Sichtbarkeit wissenschaftlicher Arbeiten aus Südosteuropa erhöhen“, so Jano und Paić.

Das Zentrum ist vorerst auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt.

Quelle: https://www.uni-graz.at/de/neuigkeiten/wer-will-europa-neues-forschungszentrum-untersucht-eu-beitrittsbereitschaft-im-suedosten

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