Universitätsräte warnen vor massiven Kürzungen

Mona HopfingerMona Hopfinger
Geldmengen-Symbolbild mit Schere, Riss im Gebäude, Büchern und Tor
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Vorsitzenden der Universitätsräte kritisieren das vorgelegte Budget als unzureichend. Statt der geforderten 18 Milliarden Euro stehen nur knapp 16 Milliarden für die Jahre 2028 bis 2030 zur Verfügung.

Die Vorsitzenden der österreichischen Universitätsräte schlagen Alarm: Das von der Bundesregierung präsentierte Budget für die Leistungsperiode 2028 bis 2030 liegt deutlich unter dem ermittelten Bedarf. Gemeinsam mit der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) hatten die Universitäten einen Finanzierungsbedarf von 18 Milliarden Euro errechnet. Nun stehen lediglich unter 16 Milliarden Euro für drei Jahre zur Verfügung.

Besonders kritisieren die Universitätsräte den Verlauf des Dialogs und die fehlende Transparenz bei den vorgelegten Zahlen. Zwar zeigten sie Verständnis dafür, dass auch die Hochschulen zur Budgetkonsolidierung beitragen müssen, doch die nun vorliegende Summe sei nicht ausreichend für eine zukunftsorientierte Entwicklung.

Reale Kürzung von über zehn Prozent

Ohne Inflationsausgleich bedeute die vorgesehene Summe eine reale Kürzung von deutlich mehr als zehn Prozent. Erfolgreiche Initiativen und neue Projekte seien dadurch gefährdet. Die Folgen wären gravierend, warnen die Universitätsräte. Auch die internationale Reputation der österreichischen Universitäten und die Innovationskraft des Landes würden stark leiden.

Forderung nach Auslagerung zusätzlicher Kosten

Als möglichen Ausweg schlagen die Universitätsräte vor, zusätzliche Finanzierungsverpflichtungen außerhalb des Universitätsbudgets abzudecken. Die Gehälter von Ärztinnen und Ärzten, die Finanzierung der IT:U und der FTI-Pakt dürften nicht zulasten der ohnehin angespannten Budgets gehen. Die Bundesregierung solle diese Positionen außerhalb des vorgesehenen Rahmens von knapp 16 Milliarden Euro finanzieren.

Zudem fordern die Universitätsräte, dass der gesamte Betrag von 16 Milliarden Euro in den Leistungsvereinbarungen zugeteilt wird und keine Budgetreserven im Ministerium zurückbehalten werden. Dies könnte die drohenden Einschnitte zumindest begrenzen.

Strukturreformen und Effizienzsteigerung

Die Universitätsräte bekennen sich zu notwendigen Strukturreformen und Optimierungen in Verwaltungs- und Studienabläufen. Auch die Reduktion von parallel angebotenen Studienrichtungen mit niedrigen Studierendenzahlen werde unterstützt. Dies sei aber nur möglich, wenn Reformvorhaben nicht durch reine Einsparungsmaßnahmen und Verteilungskämpfe überlagert würden.

Auch der Gesetzgeber sei gefordert, da die studienrechtlichen Rahmenbedingungen eine wesentliche Voraussetzung für ein zielgerichtetes und erfolgreiches Studieren seien. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Universitäten sei ein zentraler Beitrag für eine stabile Demokratie, gesellschaftlichen Fortschritt und eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung Österreichs.

Die Stellungnahme wurde von den Vorsitzenden der Universitätsräte von 21 österreichischen Universitäten unterzeichnet, darunter Hildegund Amanshauser (Universität für angewandte Kunst Wien), Arne Bathke (Veterinärmedizinische Universität Wien), Herbert Beiglböck (Universität Graz), Eva Dichand (Medizinische Universität Wien), Elisabeth Lovrek (Universität Wien) und Josef Plank (Universität für Bodenkultur Wien).

Quelle: https://www.uni-graz.at/de/neuigkeiten/universitaetsraete-warnen-vor-schaden-fuer-wissenschafts-und-wirtschaftsstandort

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