Unterirdisches KI-Datencenter in Hohenems geplant

In Hohenems soll ein unterirdisches Datencenter für Künstliche Intelligenz mit bis zu 100 Megawatt Leistung entstehen. Die Rhomberg Gruppe treibt das Projekt voran, das im Steinbruch-Areal realisiert werden könnte.
Die Rhomberg Gruppe plant in Hohenems ein unterirdisches Rechenzentrum für KI-Anwendungen. Die Anlage soll eine Kapazität von bis zu 100 Megawatt erreichen. Geschäftsführer Hubert Rhomberg berichtete am Mittwoch von regem Interesse seitens möglicher Betreiber, Technologiepartner und Investoren. Bürgermeister Dieter Egger (FPÖ) und Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (ÖVP) bewerteten das Vorhaben als große Chance für die Region.
Steinbruch-Areal als Standort
Das Rechenzentrum soll im Bereich des Steinbruchs auf einer Fläche von bis zu 25.500 Quadratmetern errichtet werden. Zum Start ist eine Leistung von 50 Megawatt vorgesehen, die schrittweise auf das Doppelte ausgebaut werden kann. Nutzen sollen die Infrastruktur Technologiefirmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen und Industriebetriebe – etwa zur sicheren Datenspeicherung, Entwicklung von KI-Anwendungen oder Optimierung von Prozessen durch maschinelles Lernen.
Konkrete Kostenangaben gibt es noch nicht. Die Umsetzung wird in einem Zeitrahmen von zwei bis vier Jahren angepeilt.
Abwärme für Fernwärme, Strom aus Wasserkraft
Bevorzugt wird eine unterirdische Bauweise, die eine geschützte und resiliente Infrastruktur ermöglichen soll. Das Steinbruch-Gelände wird derzeit renaturiert – das Datencenter würde eine Weiternutzung ohne zusätzliche Flächenversiegelung bedeuten. Die entstehende Abwärme soll ins regionale Wärmenetz eingespeist werden. Vereinbarungen mit vorarlberg netz und illwerke vkw sichern eine Glasfaseranbindung sowie die redundante Versorgung mit erneuerbarer Wasserkraft aus der Region.
„Die Leistung von 50 Megawatt entspricht rund zehn Prozent der Höchstlast Vorarlbergs und erfordert die Errichtung eines eigenen Umspannwerkes“, erklärte Thomas Hilbe, Geschäftsführer der Vorarlberger Energienetze GmbH. Die vorgesehenen Flächen gehören der Stadt Hohenems und der Rhomberg Gruppe.
Digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit
Initiator Rhomberg sieht das Projekt als Sprung in eine Vorreiterrolle bei der Bereitstellung von Rechen- und Cloudleistungen. Ziel sei es, kritische Daten und Rechenkapazitäten in der Region und in Europa zu halten, Abhängigkeiten von ausländischen Einflüssen zu verringern und die Kontrolle über digitale Wertschöpfung zu stärken.
Tittler bezeichnete leistungsfähige digitale Infrastruktur als entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen und die Weiterentwicklung Vorarlbergs als Innovationsstandort. Egger betonte die Chance für Hohenems und die Region, Souveränität bei Datenspeicherung und -verarbeitung zu stärken. Er verwies zudem auf künftige Arbeitsplätze.
Quelle: APA
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