Unwetter: 400 Feuerwehreinsätze in Niederösterreich

Heftige Gewitter haben am Donnerstag und in der Nacht auf Freitag zu hunderten Einsätzen der Feuerwehr in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland geführt. Allein im Bezirk Bruck an der Leitha mussten die Einsatzkräfte rund 400 Mal ausrücken.
Im Bezirk Bruck an der Leitha zog am Donnerstag gegen 17.30 Uhr ein Gewitter mit starken Niederschlägen durch und sorgte binnen kürzester Zeit für Überschwemmungen. Straßen und Keller standen unter Wasser, wie die Feuerwehr am Donnerstagabend mitteilte. Zahlreiche umgestürzte Bäume mussten beseitigt werden.
Insgesamt waren 321 Feuerwehrleute im Einsatz, wie Bezirkskommandant Christian Edlinger am Freitagfrüh bekanntgab. Die Arbeiten dauerten bis etwa 0.30 Uhr an. Mehrere Personen mussten in Sicherheit gebracht werden. In Haslau an der Donau retteten Einsatzkräfte Insassen aus einem Fahrzeug, das sich im Hochwasser befand. In Maria Ellend stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus. Am Flughafen Wien in Schwechat kam es am Donnerstagabend witterungsbedingt zu Verspätungen.
Wien: Schwerpunkt in Liesing und Meidling
Die heftige Gewitterzelle, die im Süden von Wien vorbeizog, bescherte der Berufsfeuerwehr rund 100 zusätzliche Einsätze, wie deren Sprecher Jürgen Figerl am Freitag der APA berichtete. Dabei handelte es sich hauptsächlich um umgestürzte Bäume, lose Äste sowie Gerüstteile, aber auch überflutete Straßen.
Als Beispiel nannte Figerl eine Bahnunterführung im Bereich Endresstraße-Gatterederstraße, wo es für Kraftfahrzeuge kein Durchkommen gab. Der Schwerpunkt der Feuerwehreinsätze lag in den Bezirken Liesing sowie Meidling. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.
Bild der Zerstörung in Kittsee
Betroffen war auch der burgenländische Bezirk Neusiedl am See. Vor allem in Kittsee zeigte sich nach Angaben des Bezirksfeuerwehrkommandos ein Bild der Zerstörung: Autos, Einkaufswagen, Straßenlaternen und Schaufenster wurden beschädigt, Dächer abgedeckt und Lkw-Anhänger "wie Schuhkartons umgeworfen", berichtete die Feuerwehr am Freitag. Auch umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, kaputte Zäune und herumgewirbelte Blumentröge beschäftigten die Einsatzkräfte. Außerdem mussten zahlreiche Keller ausgepumpt werden.
Acht Feuerwehren arbeiteten mit 130 Mitgliedern rund 60 Einsatzadressen ab. Während die zur Unterstützung hinzugezogenen Kräfte in der Nacht auf Freitag wieder einrücken konnten, war die Feuerwehr Kittsee am Vormittag weiter im Einsatz. Die Gemeinde rief die Bewohner ab 8.30 Uhr zur freiwilligen Mithilfe bei der Beseitigung der Schäden auf.
Neusiedler See: Wasserstand leicht gestiegen
Leicht positive Auswirkungen hatte der Starkregen auf den Wasserstand im Neusiedler See. Dieser stieg bis Freitagfrüh um fast zwei Zentimeter auf 115,03 Meter über Adria und liegt damit wieder zehn Zentimeter über dem niedrigsten Wert zu dieser Jahreszeit seit 1965, der 2022 gemessen wurde.
Quelle: APA
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