Url wird bei Winkling renaturiert

Mathias FischerMathias Fischer
Gruppe von Personen vor einem Bagger der Firma Riedler in Österreich
© Stadtgemeinde Amstetten

In Amstetten startet ein Renaturierungsprojekt an der Url. Auf 700 Metern Länge erhält der Fluss seine natürlichen Schlingen zurück und es entsteht ein neues Naherholungsgebiet.

Amstetten gibt der Url ihre natürlichen Freiräume zurück. Wie Bürgermeister Christian Haberhauer informiert, wird ein rund 700 Meter langer Abschnitt bei Winkling renaturiert. Das Projekt schaffe gleichzeitig einen attraktiven Erholungsraum für die Bevölkerung.

Der Fluss wird im Zuge der Maßnahmen wieder naturnah gestaltet. Neu entstehen Flussschlingen mit abwechslungsreichen Flach- und Steilufern, die dem Gewässer seine natürliche Dynamik zurückgeben. Buchten und tiefe Kolke schaffen unterschiedliche Strömungsverhältnisse und verbessern die Lebensbedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Totholzstrukturen und Stillgewässer ergänzen die Maßnahmen. Sie dienen als wertvolle Rückzugs- und Fortpflanzungsräume insbesondere für seltene und gefährdete Arten.

Neue Habitate für Huchen und Eisvogel

Umweltgemeinderätin und Obfrau des Wasserverbandes Ybbs-Unterlauf Michaela Pfaffeneder betont, dass die Renaturierung die ökologische Vielfalt des Flusses nachhaltig stärke. Durch die unterschiedlichen Gewässerstrukturen entstünden neue Habitate für Amphibien, Fische wie den Huchen und seltene Vögel wie den Eisvogel. Eine naturnahe Gewässerentwicklung verbinde ökologischen Mehrwert mit einer nachhaltigen Gestaltung der Flusslandschaften.

Gemeinderat Bernhard Wagner erklärt, dass naturnahe Gewässer wichtige Verbündete im Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels seien. Sie verbesserten die Biodiversität, förderten den Wasserrückhalt und leisteten einen wichtigen Beitrag für eine intakte Umwelt.

Geh- und Radverbindung entsteht

Neben der ökologischen Aufwertung entsteht entlang des renaturierten Abschnitts auch eine neue Geh- und Radverbindung. Sie ermöglicht es, die neu geschaffene Flusslandschaft unmittelbar zu erleben und verbindet Naturerlebnis mit sanfter Mobilität.

Das Projekt ist Teil einer langfristigen Strategie zur ökologischen Entwicklung der Flusslandschaft und verbindet moderne Wasserwirtschaft mit nachhaltiger Regionalentwicklung.

Ortsvorsteher Andreas Gruber aus Preinsbachs erklärt, dass die Stadt mit der Fertigstellung des Projekts nicht nur einen ökologisch wertvollen Naturraum gewinne, sondern auch einen neuen Ort der Begegnung, Bewegung und Erholung in Form eines naheliegenden und kostenlosen Freizeitangebots.

Manuel Scherscher, Ortsvorsteher von Mauer-Greinsfurth, betont: „Die Url bekommt wieder den Raum, den sie bei Hochwasser braucht. Gleichzeitig wird unser Naherholungsgebiet deutlich aufgewertet. Es ist eine Win-Win-Situation für Mensch und Natur.“

1,8 Millionen Euro Investition

Investiert werden rund 1,8 Millionen Euro. Das Projekt wird mit Mitteln vom Bund (60 Prozent), Land Niederösterreich (30 Prozent), Biodiversitätsfond (8 Prozent) und der Stadtgemeinde (2 Prozent) umgesetzt.

Bundesminister Norbert Totschnig betont, dass naturnahe Flüsse unverzichtbar seien – für die Menschen ebenso wie für die Umwelt. Revitalisierungsprojekte wie jenes an der Url zeigten eindrucksvoll, dass sich der Schutz der Biodiversität und attraktive Naherholungsräume erfolgreich miteinander verbinden ließen. Wer in die Gewässerökologie investiere, investiere in lebenswerte Regionen, stärke die heimische Wirtschaft und schaffe einen nachhaltigen Mehrwert für kommende Generationen.

Solche Vorzeigeprojekte gelängen nur durch das engagierte Zusammenspiel wie hier an der Url vom Umweltministerium, Land Niederösterreich und der Stadtgemeinde Amstetten. Das Umweltministerium trage von den 1,8 Millionen Euro eine Million Euro, auch der Biodiversitätsfonds leiste einen Beitrag.

Quelle: https://www.amstetten.at/aktuelles/url-erhaelt-ihre-schlingen-zurueck

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