Urltal startet Bau für neue Wasserversorgung

Mathias FischerMathias Fischer
Männer und Frauen sitzen bei einer Veranstaltung in einem Speisesaal, ein Mann spricht ins Mikrofon.
© Gemeindeamt St. Peter/Au

Die Trinkwassergenossenschaft Urltal beginnt noch heuer mit dem ersten Bauabschnitt ihres Versorgungsprojekts. Rund 90 Liegenschaften in St. Peter-Dorf, Kürnberg und St. Michael werden künftig mit Wasser aus Waidhofen an der Ybbs und Maria Neustift beliefert.

Die Trinkwassergenossenschaft Urltal setzt den ersten Schritt zur Umsetzung ihrer neuen Wasserversorgung. Bei einer Versammlung am Montag, 28. September, im Gasthaus Theurezbacher informierte Obmann Hermann Stockinger die Mitglieder über den Planungsstand und die kommenden Maßnahmen. Der Genossenschaft gehören mittlerweile etwa 90 Liegenschaften aus den Ortschaften St. Peter-Dorf, Kürnberg und St. Michael an.

Zuleitung und Hochbehälter als Kernstück

Im Zentrum des ersten von drei geplanten Bauabschnitten steht die Errichtung einer Zuleitung. Diese führt von Sulzbach, wo der Anschluss an die Versorgungsleitung von Waidhofen an der Ybbs und Maria Neustift erfolgt, bis zum neuen Hochbehälter in Hochreith. Der Hochbehälter wird mit einer Förderung von 50 Prozent gebaut und bildet einen zentralen Bestandteil der künftigen Infrastruktur.

Die Marktgemeinde St. Peter in der Au ist ebenfalls Mitglied der Genossenschaft. Sie übernimmt vor allem die Verbindungsleitung zum Hochbehälter sowie die weitere Verteilung Richtung Kürnberg. Das benötigte Wasser wird von der Gemeinde in Waidhofen an der Ybbs beziehungsweise Maria Neustift eingekauft und dann nach St. Peter in der Au weitergeleitet.

Der Baustart für den ersten Abschnitt ist noch im Herbst geplant. Die erforderlichen Erdarbeiten führt die Firma Stockinger Erdbau durch.

Glasfaser wird mitverlegt

Parallel zu den Wasserarbeiten werden auch Glasfaserleitungen verlegt. Die notwendigen LWL-Leitungen für die Glasfaserversorgung werden im Rahmen des Ausbauprogramms des GDA gemeinsam mit der Wasserleitung eingebracht. Dadurch können Synergien genutzt und zusätzliche Grabungen vermieden werden.

Nach Fertigstellung ist die neue Leitung auf eine Fördermenge von rund 2,5 Litern pro Sekunde ausgelegt. Das entspricht etwa 160 Kubikmeter Wasser pro Tag und orientiert sich am durchschnittlichen Verbrauch der angeschlossenen Liegenschaften.

Eigenverantwortung bleibt gefordert

Die Anlage ist auf den normalen durchschnittlichen Bedarf ausgelegt. Außergewöhnliche Verbrauchsspitzen bei extremer Wasserknappheit, wie sie im Sommer aufgetreten sind, kann sie nicht abdecken.

Obmann Hermann Stockinger appelliert daher an die Eigenverantwortung der Haushalte und landwirtschaftlichen Betriebe. Besonders an die Landwirte richtet er den Aufruf, über zusätzliche Speichermöglichkeiten nachzudenken: „Jeder Landwirt muss sich überlegen, ob es sinnvoll ist, zur Sicherung der Trinkwasserversorgung für Notfälle zusätzliche Behälter anzulegen.“

Mit dem Baustart wird die Grundlage für eine langfristig gesicherte Trinkwasserversorgung im ländlichen Raum geschaffen. Die Abstimmung mit dem Glasfaserausbau ermöglicht es, zwei wichtige Infrastrukturprojekte sinnvoll zu verbinden.

Quelle: https://stpeterau.at/aktuelles/news/trinkwassergenossenschaft-urltal-erster-bauabschnitt-startet-noch-heuer

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