VCÖ-Mobilitätspreis NÖ an drei Projekte vergeben

In St. Pölten wurden am Dienstag die Gewinner des VCÖ-Mobilitätspreises Niederösterreich 2026 ausgezeichnet. Die Fachjury prämierte das Ziviltechnikbüro IKW ZT aus Amstetten, die Marktgemeinde Wiener Neudorf und den Stadtbus Amstetten für ihre innovativen Mobilitätslösungen.
Im Landhaus St. Pölten wurden am Dienstag die drei besten Projekte des VCÖ-Mobilitätspreises Niederösterreich 2026 vorgestellt. Bei einem Pressegespräch mit LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP), Rudolf Wroblewski von der ÖBB-Infrastruktur AG, VOR-Geschäftsführer Alexander Schierhuber und VCÖ-Sprecher Christian Gratzer erhielten das Amstettner Ziviltechnik-Unternehmen IKW ZT, die Marktgemeinde Wiener Neudorf und der Stadtbus Amstetten die Auszeichnung.
Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Motto „nachhaltig.effizient.innovativ“. Gefragt waren Projekte, die Mobilität und Gütertransport umweltverträglicher, energieeffizienter und gesünder gestalten. Insgesamt wurden 48 Projekte eingereicht.
Betriebliches Mobilitätsmanagement überzeugt Jury
Den ersten Preis erhielt das Ziviltechnikbüro IKW ZT aus Amstetten für sein betriebliches Mobilitätsmanagement. Das Unternehmen stellt 29 von rund 70 Mitarbeitern ein Klimaticket zur Verfügung. 19 Beschäftigte nutzen ein Leasingrad. Der gesamte Autofuhrpark mit 23 Fahrzeugen ist elektrifiziert.
Am Firmenparkplatz stehen 19 Ladepunkte bereit, die mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage oder durch Ökostrom der Stadtwerke Amstetten gespeist werden. Für Dienstfahrten gibt es vier Elektrofahrräder, zwei herkömmliche Fahrräder und vier E-Scooter. Fünf Elektroautos können die Mitarbeiter als Sharing-Fahrzeuge auch privat verwenden.
Wiener Neudorf fördert selbstständige Mobilität von Kindern
Die Marktgemeinde Wiener Neudorf wurde für ihr Kinder- und Jugendmobilitätskonzept ausgezeichnet. Die Gemeinde setzt zahlreiche Maßnahmen um, damit Kinder und Jugendliche sicher, selbstständig und umweltfreundlich unterwegs sein können.
Neue Geh- und Radwege, sichere Querungen und gute Sichtbeziehungen erhöhen die Sicherheit auf Schulwegen. Bei Schulen und Kindergärten wurde die Zahl der Abstellplätze für Roller und Fahrräder deutlich erhöht. Kinder der vierten Volksschulklasse nehmen an Workshops teil, in denen sie die sichere Nutzung des öffentlichen Verkehrs, das Lesen von Fahrplänen sowie sichere Schulwege zu Fuß oder mit dem Rad lernen.
Elektrobusse ersetzen Dieselfahrzeuge in Amstetten
Als drittes Projekt wurde der Stadtbus Amstetten prämiert. Seit Juli 2025 fahren in Amstetten Elektrobusse statt Dieselbusse, die mit regional produziertem Ökostrom betrieben werden. Die Umstellung vermeidet pro Jahr 190.000 Kilogramm klimaschädliches CO2.
Die Elektrobusse sind leiser und verursachen keine Abgase. Die Niederflur-Busse sind barrierefrei und bieten Platz für Rollstühle, Kinderwagen und Rollatoren. Mit der Umstellung wurde das Angebot ausgeweitet: Es gibt nun sieben Linien, auf den drei Hauptrouten verkehren die Busse zur Hauptverkehrszeit im 20-Minuten-Takt.
Projekte als Vorbild für Niederösterreich
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betonte die Bedeutung neuer Ideen angesichts des extrem trockenen und heißen Sommers, hoher Spritpreise und täglicher Verkehrsunfälle. „Es geht um Maßnahmen, die den Energieverbrauch senken, die Kosten minimieren und die Sicherheit erhöhen“, sagte Pernkopf. Die ausgezeichneten Projekte hätten Vorbildwirkung und seien „Mutmacher für kommende Projekte“.
Die Projekte unterstützen die Ziele des Landes Niederösterreich, nannte Pernkopf die Energiewende, den Ausbau erneuerbarer Energie, die Einschränkung des Bodenverbrauchs und saubere Luft. Die Landesregierung habe in den letzten Monaten mehr als 200 neue Windräder einstimmig genehmigt, mehr als 3.000 Parkplätze mit Photovoltaik überdacht und fast 50 Plätze mit dem NÖ Bodenbonus entsiegelt.
Rudolf Wroblewski von der ÖBB-Infrastruktur AG hob die gute Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich hervor. Im aktuellen Rahmenplan 2027 bis 2032 seien 4,9 Milliarden Euro für die Region Niederösterreich vorgesehen, die Fahrgästen, Pendlern, Gütern und der Schiene zugutekommen werden.
VOR-Geschäftsführer Alexander Schierhuber führte aus, dass der öffentliche Verkehr immer komplexer werde, weil sich die Bedürfnisse der Fahrgäste verändert hätten. Der VOR habe den Anspruch, Anreize zu schaffen, damit der öffentliche Verkehr gegenüber dem Auto attraktiver werde.
VCÖ-Sprecher Christian Gratzer betonte, dass man mit innovativen Ansätzen die Mobilität der Bevölkerung nachhaltig verbessern könne. „Wenn wir die Effizienz im Verkehrssystem erhöhen, dann reduzieren wir die Staus auf den Straßen, den Spritverbrauch und damit die Spritkosten und verbessern die Luftqualität und die Umweltbilanz der Mobilität“, sagte Gratzer.
Der VCÖ-Mobilitätspreis Niederösterreich 2026 wurde vom VCÖ in Kooperation mit den ÖBB durchgeführt und vom Verkehrsverbund Ost-Region unterstützt. Auf der Website des VCÖ steht eine kostenlose Projektdatenbank mit mehr als 3.000 vorbildlichen Mobilitätsprojekten zur Verfügung.
Quelle: OTS
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