VCÖ-Umfrage: Kärntens Radwege im Winter mangelhaft

Über 200 Radfahrerinnen und Radfahrer haben 63 Kärntner Gemeinden und Städte nach 21 Kriterien bewertet. Das Ergebnis zeigt deutlichen Aufholbedarf bei Infrastruktur und Sicherheit, so der ORF.
Im Mai und Juni nahmen mehr als 200 Personen an einer VCÖ-Radfahrumfrage teil und bewerteten 63 Gemeinden und Städte in Kärnten anhand von 21 Kriterien. „Das Fahrrad ist ein ideales Verkehrsmittel für Erledigungen in der Gemeinde oder in der Stadt“, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Die Häufigkeit der Radnutzung hänge stark davon ab, wie radfahrfreundlich eine Kommune sei.
Alltagsziele gut erreichbar, Infrastruktur mangelhaft
Die Erreichbarkeit wichtiger Alltagsziele mit dem Fahrrad erhielt die beste Bewertung: 57 Prozent der Befragten bezeichneten diese als sehr gut oder gut. Auch die Öffnung von Einbahnen für den Radverkehr in beide Richtungen bewertete eine Mehrheit von 53 Prozent positiv. Lediglich 31 Prozent beurteilten den Zustand der Radwege in ihrer Gemeinde als gut.
Deutlich kritischer fällt die Bewertung in anderen Bereichen aus: 69 Prozent bezeichnen den Zustand der Radwege als schlecht. 75 Prozent bemängeln die unzureichende Räumung der Radwege im Winter. 71 Prozent beklagen zu wenige Radabstellplätze bei Geschäften oder Freizeiteinrichtungen. 65 Prozent geben an, dass Haltestellen und Bahnhöfe nicht gut mit dem Fahrrad erreichbar sind.
Verkehrssicherheit als Problemzone
Bei der Verkehrssicherheit zeigt sich erheblicher Handlungsbedarf. Nur 31 Prozent empfinden das Radfahren im Ort als sicher, lediglich 25 Prozent bewerten Kreuzungen als übersichtlich. 71 Prozent erleben ein zu hohes Tempo des Autoverkehrs als Problem, 75 Prozent beklagen mangelnden Sicherheitsabstand beim Überholen. Besonders alarmierend: Nur 13 Prozent halten das Radfahren in ihrem Ort für Kinder als sicher.
75 Prozent bewerten die Radinfrastruktur in ihrer Gemeinde als nicht gut und nicht sicher. In vielen Orten müssen Radfahrende auf Straßen mit Tempolimits über 39 km/h fahren, was als unangenehm und unsicher empfunden wird. 80 Prozent sagen, dass dem Radverkehr im Ort zu wenig Platz eingeräumt wird.
Tempo 30 als kostengünstige Lösung
„Tempo 30 statt 50 ist in Zeiten knapper Budgets eine sehr kostengünstige Maßnahme, um das Radfahren für alle Altersgruppen sicherer und angenehmer zu machen“, so die VCÖ-Expertin. Straßensanierungen sollten genutzt werden, um die Infrastruktur für den Radverkehr gleich mitzuerrichten.
Der VCÖ übermittelt den beurteilten Gemeinden und Städten die Ergebnisse. Dank der Rückmeldungen können die Kommunen prüfen, welche Verbesserungen umgesetzt werden können.