Verbund beendet Betonarbeiten an Staumauer in Kaprun

Der Energiekonzern Verbund hat Ende August die Betonierarbeiten zur Erhöhung der Limberg-Talsperre in Kaprun abgeschlossen. Die 120 Meter hohe Staumauer wird um 8,70 Meter erhöht, wodurch die Speicherkapazität deutlich steigt.
Der teilstaatliche Energiekonzern Verbund hat Ende August die Betonarbeiten zur Erhöhung der Limberg-Talsperre in Kaprun abgeschlossen. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Durch die Anhebung der Staumauer um 8,70 Meter steigt das nutzbare Speichervolumen des Hochgebirgsstausees von bisher 81,2 Millionen auf 93,9 Millionen Kubikmeter. Das entspricht einer Zunahme von 15,6 Prozent.
Nach Angaben des Verbunds erhöht sich damit auch die Speicherkapazität des Stausees Wasserfallboden von rund 160 auf 190 Gigawattstunden. Der zusätzliche Speicherumfang von 30 Gigawattstunden entspricht dem Strombedarf von etwa drei Millionen Haushalts-Photovoltaik-Speichern.
Betonarbeiten unter anspruchsvollen Bedingungen
Für die Verbindung zwischen bestehender Staumauer und neuem Bauwerksteil wurde die Oberfläche der vorhandenen Sperre zunächst mit Hochdruckwasserstrahlen von bis zu 3.000 bar aufgeraut. Anschließend montierten die Arbeiter Eisenstäbe mit einer Tiefe von bis zu 2,85 Metern. Darauf wurden insgesamt 25 Betonblöcke mit einem Gesamtvolumen von rund 24.500 Kubikmetern errichtet.
Besondere Anforderungen stellte die Einhaltung der Frischbetontemperatur zwischen sieben und zwölf Grad Celsius. Nur so konnten Spannungen und mögliche Rissbildungen durch die bei der Aushärtung entstehende Wärme verhindert werden. Vor allem in den warmen Monaten wurde dem Beton daher Scherbeneis beigemischt. Insgesamt kamen dafür rund 1.200 Tonnen Eis zum Einsatz.
Um die Transportwege möglichst kurz zu halten, produzierten die Verantwortlichen Beton und Eis direkt im hochalpinen Gelände unterhalb der Moosersperre. Auch die Zuschlagstoffe wurden vor Ort gelagert, um eine möglichst niedrige Temperatur sicherzustellen. Die Betonierarbeiten erfolgten überwiegend während der Nachtstunden.
Fertigstellung des Projekts für 2027 vorgesehen
Mit dem Abschluss der Betonage erreicht die Talsperre nun eine Höhe von 1.680,10 Metern. In den nächsten Monaten sollen noch die 1,10 Meter starke Kronenplatte sowie eine 1,35 Meter hohe Brüstungsmauer errichtet werden. Danach folgen Arbeiten am Nassschacht, am Hochwasserüberlauf und an der technischen Ausrüstung.
Der erste Einstau auf das neue Stauziel ist für den Spätsommer 2027 geplant. Die vollständige Fertigstellung des Projekts soll bis Ende 2027 erfolgen.
Reparaturarbeiten an Limberg III laufen
Die beschädigten Generatoren des Pumpspeicherkraftwerks Limberg III sollen laut den aktuellen Planungen bis Ende 2026 repariert und wieder in Betrieb genommen werden. Nach Angaben des Herstellers Andritz Hydro könnte eine Maschine bereits im Sommer 2026 wieder anlaufen, die zweite im Winter desselben Jahres. Verbund-Vorstandschef Michael Strugl sprach Ende Juli von einer Wiederinbetriebnahme im August beziehungsweise Dezember und zeigte sich zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann.
Verbund hatte den Ausfall einer Maschine in Limberg III im November 2025 bekannt gegeben, nur zwei Monate nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks. Auslöser war ein Isolationsfehler während der Inbetriebnahmetests. Zusätzlich trat bei Schwarzstarttests in der Kapruner Oberstufe Limberg I ein Defekt am Einspeisetransformator auf. Dadurch steht derzeit auch diese Anlage mit einer Leistung von 160 Megawatt nicht zur Verfügung.
Insgesamt fehlen somit rund 640 Megawatt Leistung. Der Transformator von Limberg I muss laut Strugl ersetzt werden. Die Arbeiten sollen im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein.
Quelle: APA
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