Verdächtiger nach Hipp-Erpressung aus U-Haft entlassen

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein Mann, der den Babykosthersteller Hipp erpresst haben soll, ist nicht mehr in Untersuchungshaft. Das Landesgericht Eisenstadt setzte ihn unter Auflagen frei. Der Tatverdacht bleibt aufrecht.

Das Landesgericht Eisenstadt hat den Verdächtigen im Erpressungsfall gegen den deutschen Babykosthersteller Hipp aus der Untersuchungshaft entlassen. Das gab das Gericht am Donnerstag bekannt. Mit einem Gelöbnis und Weisungen soll gewährleistet werden, dass der Beschuldigte während des laufenden Verfahrens in Österreich bleibt.

Dem 39-Jährigen wird vorgeworfen, jeweils zwei Hipp-Gläser in Österreich, Tschechien und der Slowakei mit Rattengift versetzt zu haben. Das zweite Glas, das in einer Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft worden sein soll, konnte bisher nicht aufgefunden werden. In dem im Burgenland sichergestellten Glas wurden 15 Mikrogramm Rattengift nachgewiesen.

Laut einem Gutachten wäre die Dosis beim Verzehr nicht tödlich gewesen, hätte aber gesundheitliche Schäden verursacht.

Enthaftung gegen gelindere Mittel

Der frühere Hipp-Mitarbeiter war am 2. Mai im Bundesland Salzburg festgenommen worden. Seither befand er sich in der Justizanstalt Eisenstadt in Untersuchungshaft. Mit Beschluss vom 13. Oktober wurde er unter Anwendung gelinderer Mittel enthaftet, wie zunächst der ORF online berichtete.

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt bestätigte am Donnerstag gegenüber der APA, dass die Enthaftung gegen gelindere Mittel erfolgt sei. Der Tatverdacht bestehe weiterhin. Die Ermittlungen seien noch nicht vollständig abgeschlossen, derzeit warte man noch auf den Abschlussbericht.

Rattengift in Wohnung gefunden

Im Frühjahr war an der Wohnadresse des Verdächtigen Rattengift sichergestellt worden. Laut Staatsanwaltschaft ist es in Konzentration und Verhältnis mit jenem vergleichbar, das im sichergestellten Glas entdeckt wurde. Ein Beweis dafür, dass es sich um dasselbe Gift handle, sei dies jedoch nicht.

Der gebürtige Slowake bestreitet, mit der Tat in Verbindung zu stehen. Er gestand allerdings eine Urkundenfälschung – er habe Gehaltszettel für einen Kredit gefälscht.

Quelle: APA

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