Verein fordert mehr Zivilcourage gegen Partnergewalt

Nach der tödlichen Attacke auf eine 28-Jährige in Villach appelliert der Verein „EqualiZ“ an die Bevölkerung, bei Gewalt gegen Frauen einzuschreiten. Die Tat ereignete sich auf offener Straße, so der ORF.
Die fehlende gesetzliche Verankerung von Femiziden in Österreich führe zu einer verzerrten Statistik, erklärte Christine Erlach vom Verein „EqualiZ“. Sexismus und Frauenfeindlichkeit würden zunehmen, gleichzeitig sinke das Alter der Opfer. Eine Umfrage zeige, dass 57 Prozent der befragten Mädchen und jungen Frauen bereits in ihrer ersten Paarbeziehung Gewalt erfahren hätten. 41 Prozent seien über soziale Medien psychischer Gewalt ausgesetzt.
Aufruf zum Einschreiten im öffentlichen Raum
Im aktuellen Villacher Fall wurde die 28-Jährige bei einer Gewaltattacke auf offener Straße getötet. Die Obduktion habe Fremdverschulden bestätigt. Die Tat habe sich nicht in privaten Räumen, sondern im öffentlichen Raum ereignet, während parallel eine große Veranstaltung stattfand, so Erlach.
„Und da geht es halt um die Frage, wie kann ich als Umfeld oder als Person, die sich im Umfeld befindet, Position beziehen und einschreiten. Oder auch bei übergriffigem Verhalten von einem Mann gegenüber einer Frau schon frühzeitig Stopp sagen. Natürlich immer mit dem Blick auf die eigene Sicherheit, das ist ganz wichtig“, erklärte die Vereinsvertreterin.
Initiative und Demonstration geplant
Der Tatort im Bereich der Draubrücke sei den Ermittlern bekannt. Dort komme es wiederholt zu Polizeieinsätzen, allerdings vorwiegend wegen Lärmbelästigungen oder Ordnungsstörungen. Verstärkte Kontrollen im öffentlichen Raum seien erforderlich, forderte Erlach.
Mit der Initiative „Stadtteile ohne Partnergewalt“ wolle der Verein Aufklärungsarbeit leisten. Am 8. Oktober ab 16 Uhr findet in Villach eine Demonstration statt.
Definition von Femizid
Laut der Informationsstelle gegen Gewalt bezeichnet Femizid die Tötung von Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts. Der Begriff mache deutlich, dass viele Tötungsdelikte an Frauen nicht zufällig passierten, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit, patriarchaler Machtverhältnisse und geschlechtsspezifischer Gewalt seien. Femizide würden daher zu den Hassverbrechen zählen.
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