Verena Mayr kämpft mit neuem Trainingsansatz um Comeback

Mathias FischerMathias Fischer
Hürdenläuferinnen überwinden Hindernisse auf einer roten Laufbahn bei einem Leichtathletik-Event.
© Vlad Vasnetsov / Pexels (Symbolbild)

Die Siebenkämpferin Verena Mayr startet bei der EM in Birmingham als einzige ÖLV-Vertreterin. Die WM-Dritte von 2019 muss nach zahlreichen Verletzungen umdenken: Weniger Training kann mehr sein. Ihr großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.

Verena Mayr ist die einzige österreichische Siebenkämpferin bei der Europameisterschaft in Birmingham. Über das Ranking schaffte sie es in die Startliste. Die Erwartungen der 31-Jährigen sind bescheiden: Die Kontinentalmeisterschaften sollen ein akzeptabler Auftakt auf dem Weg zu Olympia 2028 in Los Angeles werden. Aktuell sucht die Athletin noch die optimale Trainingsgestaltung für ihr Alter.

Nach vielen Jahren im Leistungssport machen sich Verschleißerscheinungen bemerkbar, erklärte Mayr im Gespräch mit der APA. Der Körper werde sensibler, die Regeneration dauere länger. Früher sei sie gewohnt gewesen, ans Limit zu gehen und darüber hinaus. Jetzt stoße sie an Grenzen. „Qualität ist nicht immer Quantität. Mein Trainer stoppt mich, und ich frage, kann ich nicht noch eine Wiederholung machen? Das muss ich im Kopf umstellen, das ist ein Prozess, den ich lernen muss“, sagte sie.

Verletzungen prägten die vergangenen Jahre

Die Freude am Sport haben ihr die zahlreichen Verletzungen der vergangenen Jahre nicht genommen. Allerdings gab sie zu, dass abgebrochene Trainingseinheiten schon mal für schlechte Stimmung sorgten. „Es ist nicht leicht und nicht immer alles gut, aber ich gehe noch immer gern ins Training. Ich hatte aber so viele Rückschläge. Irgendwann braucht man ein Erfolgserlebnis als Bestätigung“, so die ÖLV-Rekordlerin mit 6.591 Punkten aus dem Jahr 2019.

Den Siebenkampf am Freitag und Samstag in Birmingham ohne größere körperliche Probleme zu beenden, wäre ein solches Erfolgserlebnis. „Ich freue mich irrsinnig, dass ich dabei sein kann. Ich will das Beste rausholen. Kleine Probleme sollten wir im Griff haben. Es ist nicht perfekt, aber so weit gut, dass ich den Mehrkampf machen kann“, erklärte sie. Einen kompletten Siebenkampf hat sie in dieser Saison noch nicht absolviert. In Polen habe sie es versucht, das sei aber zu früh gewesen. Im Winter zog sie sich einen Sehneneinriss zu, im Frühling plagten sie Rückenprobleme und muskuläre Beschwerden.

Olympia 2028 als großes Ziel

An Olympia 2024 und der WM 2025 verpasste die Ebenseerin die Teilnahme jeweils nur um einen Platz. Zwei Tage nachdem feststand, dass es für Paris nicht reichte, formulierte sie Los Angeles 2028 als Ziel. „Ich habe mit meinem Team, meinem Mann, der Familie geredet. Ich habe gesagt, ich würde gern noch einmal zeigen, was ich draufhabe. Unterstützt ihr dieses Projekt?“ Die gemeinsame Entscheidung sei relativ schnell getroffen worden.

Ihr Karrierehöhepunkt war die WM-Medaille mit 6.560 Punkten vor sieben Jahren in Katar. „Das war für mich der Beweis, was man schaffen kann. Ich habe sie schon richtig gefeiert damals. Aber ich wusste auch, da steckt noch mehr in mir, im Training ging noch mehr“, erinnerte sich Mayr. Es folgte eine gute Hallensaison 2020, dann kam Corona. „Da war der Lockdown und dann sind die Probleme losgegangen. Das ist irgendwie Hand in Hand gegangen“, sagte sie.

Quelle: APA

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