Verkehrswirtschaft gegen Lkw-Maut auf Landesstraßen

Mathias FischerMathias Fischer
LKW-Maut Burgenland: steigende Kosten ab 2027 auf Autobahn mit Lastwagen, Bus und Vignette-Kontrolle
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Wirtschaftskammer lehnt die geplante Einführung einer Maut für Lkw und Busse auf burgenländischen Landesstraßen ab. Ab Jänner 2027 sollen digitale Vignetten bis zu 1.000 Euro pro Jahr kosten.

Die Bundessparte Transport und Verkehr sowie die Fachverbände Güterbeförderung und Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen der Wirtschaftskammer Österreich wehren sich gegen die Mautpläne des Burgenlandes. Das Land will ab 1. Jänner 2027 auf bestimmten Landesstraßen eine Benützungsgebühr für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen einführen. Geplant sind digitale Vignetten mit Jahreskosten von bis zu 1.000 Euro.

Existenzbedrohung für kleine Betriebe

Markus Fischer, Obmann des Fachverbands für das Güterbeförderungsgewerbe, warnt vor den Folgen: „Die österreichische Transportwirtschaft steht bereits heute unter enormem wirtschaftlichem Druck.“ Hohe Energiepreise, steigende Personalkosten, Investitionen in die Dekarbonisierung und bereits gestiegene Mautkosten würden die Betriebe massiv belasten.

Fischer rechnet vor: Ein regionaler Transporteur mit 10 Lkw müsse mit zusätzlichen Kosten von bis zu 10.000 Euro zu Beginn jedes Jahres rechnen. Für kleine familiengeführte Betriebe seien solche Beträge existenzgefährdend. Eine zusätzliche Maut auf Landesstraßen sei daher „das völlig falsche Signal“ und für viele Unternehmen nicht mehr tragbar.

Höhere Preise für Konsumenten befürchtet

Der Straßengüterverkehr sei das Rückgrat der Versorgung Österreichs, betont Fischer. Nahezu jedes Produkt des täglichen Lebens werde zumindest teilweise per Lkw transportiert. Zusätzliche Belastungen für Transportunternehmen würden unweigerlich entlang der Lieferkette weitergegeben. „Am Ende zahlt nicht die Transportbranche die Rechnung, sondern die Konsumentinnen und Konsumenten“, so Fischer. Lebensmittel, Medikamente, Baustoffe oder Konsumgüter würden dadurch teurer.

Martin Horvath, Obmann des Fachverbands der Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen, weist darauf hin, dass auch der individuelle Busverkehr betroffen wäre. Vereine, Schulen und andere Organisationen müssten mit Mehrkosten rechnen. Ob Vereinsausflug, Schulausflug oder Fahrt zu einer Veranstaltung – die zusätzlichen Kosten würden letztlich bei den Bürgerinnen und Bürgern landen.

Regionale Betriebe besonders betroffen

Bundesspartenobmann Alexander Klacska warnt vor negativen Auswirkungen auf regionale und ländliche Wirtschaftsstrukturen. Die Transportwirtschaft sei ein unverzichtbarer Teil der Wertschöpfungskette in den Regionen und sorge nicht nur für die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, sondern auch für den Personenverkehr.

Anders als im Transitverkehr seien regionale Transporte vielfach auf Landes- und Gemeindestraßen angewiesen. Eine zusätzliche Bemautung würde daher vor allem regionale Betriebe, Handwerksunternehmen, Baustellenverkehre sowie die Versorgung der Bevölkerung treffen. 82 Prozent der transportierten Waren würden nicht länger als 80 Kilometer transportiert. „Mit dieser Maut trifft man Transport ‚Made in Austria'“, so Klacska.

Appell an die Politik

Die Unternehmensvertreter appellieren an die politischen Entscheidungsträger, von weiteren Mautausweitungen Abstand zu nehmen. Stattdessen sollten Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Transportgewerbes umgesetzt werden. Die Betriebe benötigten Planungssicherheit und Entlastung. Neue Gebühren auf Landesstraßen stünden diesem Ziel diametral entgegen. Wer regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und die Inflation nicht weiter anheizen möchte, sollte auf zusätzliche Belastungen verzichten, so die einhellige Meinung.

Quelle: OTS

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