Vetmeduni: Außenstelle in Raumberg-Gumpenstein

Mona HopfingerMona Hopfinger
Gruppe von 13 Personen in Tracht und Anzügen vor einem Gebäude in Österreich.
© HBLFA Raumberg-Gumpenstein, M. Kogler

Die Veterinärmedizinische Universität Wien richtet eine Außenstelle in Raumberg-Gumpenstein ein. Gemeinsam mit der HBLFA entsteht ein Kompetenznetzwerk für Tiergesundheit, das den Tierärztemangel im ländlichen Raum bekämpfen soll.

Am 28. Oktober stellten die HBLFA Raumberg-Gumpenstein und die Veterinärmedizinische Universität Wien ihre verstärkte Zusammenarbeit vor. Zahlreiche Vertreter aus Forschung, Landwirtschaft, Politik und praktizierende Tierärzte informierten sich bei der Pressekonferenz über die Initiative.

Kernstück der Kooperation ist eine Außenstelle der Vetmeduni am Standort in der Steiermark. Studierende sollen dort intensiver mit Nutztierhaltung, Großtiermedizin und landwirtschaftlicher Forschung in Berührung kommen. Für Absolventen der HBLFA wird das Veterinärmedizin-Studium dadurch leichter zugänglich.

Tierärztemangel im ländlichen Raum bekämpfen

Direktor Dr. Johann Gasteiner verwies auf die wachsende Komplexität in der Nutztierhaltung. Tiergesundheit, Tierwohl, Ressourceneffizienz und wirtschaftliche Stabilität ließen sich nur durch enge Verzahnung von Forschung, Ausbildung und Praxis weiterentwickeln. Die Kooperation baue auf langjähriger Partnerschaft auf und schaffe neue Möglichkeiten für Wissenstransfer und praxisnahe Ausbildung. Ein zentrales Ziel sei die Bekämpfung des Tierärztemangels im ländlichen Raum.

Rektor Prof. DDr. Matthias Gauly hob die Bedeutung attraktiver Ausbildungsangebote außerhalb der Städte hervor. Frühe Einbindung in die landwirtschaftliche Praxis könne junge Tierärzte für die Nutztiermedizin begeistern und langfristig für eine Tätigkeit am Land gewinnen. Besonders wichtig sei die geplante Einbindung praktizierender Tierärzte, wodurch Studierende Einblicke in den Berufsalltag erhielten.

Unterstützung aus Politik und Ministerium

Mag. Christian Kasper vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft bezeichnete die Partnerschaft als zukunftsweisendes Modell für die Vernetzung von Bildung, Wissenschaft und Praxis. Die Sicherung der tierärztlichen Versorgung sei auch ein persönliches Anliegen von Bundesminister Mag. Norbert Totschnig. Der Standort nehme eine besondere Rolle ein, da hier angewandte Forschung unmittelbar mit Ausbildung und veterinärmedizinischer Praxis verbunden werde.

Landesrätin Simone Schmiedtbauer betonte die zentrale Bedeutung flächendeckender tierärztlicher Versorgung für die steirische Landwirtschaft. Gesunde Tiere seien die Grundlage erfolgreicher Familienbetriebe und hochwertiger Lebensmittel. Angesichts zunehmender Herausforderungen durch Tierseuchen und neue Krankheitserreger seien verlässliche tierärztliche Betreuung und wirksame Vorsorgemaßnahmen wichtiger denn je. Die neue Außenstelle stärke zugleich den Forschungs- und Ausbildungsstandort Steiermark nachhaltig.

Gemeinsame Ziele der Kooperation

Die Partner wollen Innovationen fördern, Forschungsergebnisse rascher in die Praxis bringen, die tierärztliche Ausbildung weiterentwickeln und landwirtschaftliche Betriebe nachhaltig unterstützen. Durch die Bündelung der Kompetenzen entsteht ein Netzwerk an der Schnittstelle von Landwirtschaft, Forschung, Lehre und veterinärmedizinischer Praxis.

Die hohe Beteiligung an der Veranstaltung und die intensive Diskussion unterstrichen die Relevanz der Themen Tiergesundheit, Tierwohl und veterinärmedizinische Versorgung. Mit der vertieften Zusammenarbeit wird das Kompetenzzentrum für Tiergesundheit und nachhaltige Nutztierhaltung am Standort gezielt ausgebaut.

Quelle: https://raumberg-gumpenstein.at/forschung/aktuelles/tiergesundheit-im-fokus-grosse-resonanz-auf-gemeinsame-initiative-von-raumberg-gumpenstein-und-vetmeduni-wien.html

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