Vetter mit Stürzen und Steigerung bei Kunstturn-WM

Mathias FischerMathias Fischer
Turnübler mit roten Hosen und blau-weißem Turnanzug auf Barren in Halle
© vts.at

Gino Vetter hat bei der Kunstturn-Weltmeisterschaft in Rotterdam ein gemischtes Debüt erlebt. Der Vorarlberger musste zwei Stürze verkraften, steigerte sich aber im Vergleich zu seiner ersten WM deutlich und erreichte Rang 64 im Mehrkampf.

Der 20-jährige Vorarlberger Gino Vetter durchlebte am Eröffnungstag der 54. Kunstturn-Weltmeisterschaft in Rotterdam ein Wechselbad der Gefühle. Zwei Stürze überschatteten seinen Auftritt, doch an den restlichen vier Geräten präsentierte er solide Leistungen mit teilweise neuen Elementen. Mit 74.764 Punkten übertraf Österreichs einziger WM-Teilnehmer sein Mehrkampf-Resultat von der Premiere 2025 in Jakarta um mehr als zwei Punkte. In der am Sonntagnachmittag beendeten Qualifikation belegte er Platz 64.

In der Rotterdam Ahoy Arena ging Vetter bereits am Samstagabend gemeinsam mit den Topnationen Japan, den USA und Großbritannien an den Start. Der japanische Qualifikations- und Olympiasieger Shinnosuke Oka war ebenfalls in derselben Gruppe unterwegs. Der Auftakt verlief für den Österreicher jedoch ungünstig: Am Reck stürzte er und musste sich mit 11.500 Punkten begnügen.

Stabile Leistungen nach frühem Rückschlag

Der frühe Schock konnte Vetter jedoch nicht nachhaltig beeinträchtigen. „Ich bin froh, dass ich den frühen Schock gut wegstecken konnte. Abgesehen von den zwei Stürzen bin ich mit meiner Leistung an den übrigen vier Geräten zufrieden“, bilanzierte der Athlet der Turnerschaft Lustenau. Am Boden erreichte er 12.933 Punkte, am Pauschenpferd 12.833 und an den Ringen 12.266 Punkte.

Seit der Europameisterschaft in Zagreb hatte Vetter intensiv an seinem Programm gefeilt, an drei Geräten die Schwierigkeiten erhöht und neue Elemente integriert. In Rotterdam zahlte sich die zusätzliche Arbeit teilweise aus. „Mein Auftritt an den Ringen und am Pauschenpferd stimmt mich positiv. Ich habe die Übungen erstmals wettkampfmäßig geturnt und bin froh, dass ich sie gut durchgebracht habe“, erklärte der 20-Jährige.

Das zweite Missgeschick ereignete sich am Sprung, wo ein Sturz bei der Landung wertvolle Punkte kostete (12.366). Am Barren gelang Vetter mit 12.866 Punkten ein versöhnlicher Abschluss. „Im Vergleich zu meiner ersten WM war das auf alle Fälle eine Steigerung. Trotzdem habe ich noch sehr viel Luft nach oben, da ist noch viel Potenzial vorhanden“, so der Vorarlberger.

Trainer sehen Potenzial und Arbeitsbedarf

Nationaltrainer Michael Fussenegger zog eine gemischte Bilanz. „Teile des Wettkampfes waren gut, andere nicht so ideal“, meinte er. Besonders ärgerlich sei der Sturz gleich zu Beginn gewesen. Positiv wertete Fussenegger, dass sich sein Schützling danach wieder gefangen habe. „Alles in allem war es eine solide Vorstellung. Aber es gibt noch viel Arbeit für die kommenden Wochen und Monate zu erledigen.“

Fabian Leimlehner, Sportdirektor von Turnsport Austria, bewertete den Auftritt differenziert: „Gino hat seine neuen Übungen gut präsentiert. Leider konnte er einige Elemente, die er eigentlich schon sicher beherrscht, nicht optimal abrufen. Er hat aber bewiesen, dass er das Zeug dazu hat. Wir wissen jetzt genau, woran wir bis zum nächsten Jahr arbeiten können und müssen.“

Erfolgreiche Saison und Olympia-Ambitionen

Für Vetter endet mit dem Saisonhöhepunkt in der niederländischen Hafenstadt eine erfolgreiche Saison. Der Vorarlberger gewann drei Staatsmeistertitel, sicherte sich bei der EM in Zagreb das Ticket für seine zweite Weltmeisterschaft und verpasste beim Weltcup in Szombathely als Reck-Vierter nur knapp seine erste Weltcup-Medaille.

„Es war erfolgreich, es war aufregend und es hat riesigen Spaß gemacht“, resümierte Vetter. Das kommende Jahr, in dem es um die erstmalige Teilnahme an Olympischen Spielen geht, solle „noch erfolgreicher werden und noch mehr Spaß machen!“

Für Österreich geht die WM in Rotterdam am Montag weiter. Charlize Mörz und Leni Bohle bestreiten ab 12.40 Uhr ihre Qualifikation.

Quelle: https://www.vts.at/news/wm-auftakt-mit-licht-und-schatten

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