Vier Tatra-Spezialfahrzeuge für Waldbrandbekämpfung

Mona HopfingerMona Hopfinger
Feuerwehr-Löschfahrzeuge in Reih und Glied vor einer Landschaft mit Fluss und Ort
© OOELFV, Thomas Stelzer, Michaela Langer-Weninger, Michael Hutterer

Oberösterreich rüstet seine Feuerwehren mit vier geländegängigen Tatra-Sonderfahrzeugen aus. Die Fahrzeuge werden den F-KAT-Waldbrandzügen in den vier Vierteln des Bundeslandes zugeteilt und sollen dort eingesetzt werden, wo herkömmliche Löschfahrzeuge nicht mehr weiterkommen.

Die oberösterreichischen Feuerwehren erhalten in den kommenden Tagen vier neue Spezialfahrzeuge für die Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden. Die geländegängigen Fahrzeuge auf Tatra-Basis werden jeweils einem F-KAT-Waldbrandzug in einem der vier Viertel Oberösterreichs zugewiesen. Sie sind speziell für Einsätze in schwierigem Gelände konzipiert, wo herkömmliche Tanklöschfahrzeuge an ihre Grenzen stoßen.

Die Notwendigkeit für die Aufrüstung zeigt sich in den aktuellen Zahlen: Heuer wurden bereits 226 Wald- und Vegetationsbrände in Oberösterreich registriert. Im selben Zeitraum 2025 waren es lediglich 129. Die Anforderungen an die Einsatzkräfte steigen, besonders bei längeren Trockenperioden können sich Brände auf Wiesen, Feldern oder in Wäldern rasch ausbreiten.

778.000 Euro pro Fahrzeug

Jedes der vier Sonderfahrzeuge kostet rund 778.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt aus dem Katastrophenfonds, die Ausrüstung wurde mit Unterstützung des Waldfonds beschafft.

Landeshauptmann Thomas Stelzer betonte die Bedeutung der Investition: „Die aktuelle Lage mit anhaltender Trockenheit und bereits über 200 Wald- und Flurbränden in nur zehn Wochen zeigt, wie lebenswichtig eine moderne und auf die neuen Herausforderungen abgestimmte Ausrüstung unserer Feuerwehren ist.“ Gerade bei Waldbränden in schwierigem Gelände zähle jede Minute.

Feuerwehrlandesrätin Michaela Langer-Weninger wies auf die Herausforderungen durch das Klima hin: Lange Trockenperioden und hohe Temperaturen ließen Brände auf Wiesen, Feldern und in Wäldern schnell um sich greifen. Um solche Brände zu bekämpfen, brauche es neben einer guten Ausbildung vor allem Spezialausrüstung und geländegängige Fahrzeuge.

Überörtliche Unterstützung für lokale Feuerwehren

Die spezialisierten Waldbrandzüge sind als überörtliche Unterstützung konzipiert und können bei größeren oder besonders anspruchsvollen Einsätzen zusätzlich zu den örtlichen Feuerwehren alarmiert werden. Jeder der vier F-KAT-Züge soll in den kommenden Jahren mit einem geländegängigen Tatra-Sonderfahrzeug, einem Pickup mit spezieller Waldbrandausrüstung sowie einem geländegängigen Kleinfahrzeug (ATV) ausgestattet werden.

Die neuen Tatra-Fahrzeuge sind speziell für schwieriges Gelände umgerüstete Tanklöschfahrzeuge. Sie bringen Löschwasser, Pumpen und Ausrüstung auch dorthin, wo herkömmliche Fahrzeuge nicht mehr hinkommen.
Außerdem wurde die Pflichtausrüstung von Tanklöschfahrzeugen (TLF) und Kleinlöschfahrzeugen (KLF) für Vegetationsbrände erweitert. Auch diese Fahrzeuge sind jetzt besser für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung ausgerüstet.

Vier Standorte in ganz Oberösterreich

In den kommenden Tagen werden die vier neuen Tatra-Sonderfahrzeuge an folgende Feuerwehren übergeben:

  • FF Eggelsberg (Bezirk Braunau)

  • FF Schlägl (Bezirk Rohrbach)

  • FF Oberdambach (Bezirk Steyr-Land)

  • FF Kemating (Bezirk Vöcklabruck)

Die Fahrzeuge sind je einem F-KAT-Zug zugeordnet und stehen landesweit im Einsatz zur Verfügung. Alarmiert wird stets der dem Einsatzort nächste verfügbare Zug; bei Großschadenslagen können mehrere Züge parallel eingesetzt werden.

LBDSTV Michael Hutterer erklärte: „Das Jahr 2026 ist bislang von großer Hitze über lange Zeiträume und geringen Niederschlagsmengen geprägt. Auch die Zahl der bisher aufgetretenen Wald- und Vegetationsbrände in Oberösterreich zeigt einen deutlichen Anstieg.“

Vielseitig einsetzbar

Die neuen Fahrzeuge sind nicht nur für Wald- und Vegetationsbrände gedacht. Dank ihrer hohen Geländegängigkeit sind sie auch bei anderen Katastropheneinsätzen nützlich. Nach Murenabgängen, Unwettern oder ähnlichen Ereignissen kann die Infrastruktur so stark beschädigt sein, dass normale Feuerwehrfahrzeuge nicht mehr durchkommen. Genau dann können die Tatra-Sonderfahrzeuge einspringen.

Quelle: https://www.ooelfv.at/aktuelles/news/beitrag/vier-neue-spezialfahrzeuge-staerken-wald-und-vegetationsbrandbekaempfung-in-oberoesterreic

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