Villach rüstet Kirchtag mit Videoüberwachung auf

Pia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Zwei Wochen vor dem traditionellen Villacher Kirchtag stellte die Stadt ein überarbeitetes Sicherheitskonzept vor. Erstmals gibt es eine durchgehend besetzte Einsatzzentrale und Videoüberwachung zur Steuerung der Besucherströme.

Die Stadt Villach hat ein neues Sicherheitskonzept für die 81. Auflage des Villacher Kirchtags vorgestellt. Das bisherige Konzept aus dem Jahr 2015 wurde grundlegend überarbeitet, wie die Verantwortlichen vor Journalisten bekanntgaben. Für eines der größten Brauchtumsfeste Österreichs soll nun modernste Technik zum Einsatz kommen.

Sicherheitsexperte Herbert Wagner, der bereits für den Song Contest und das Donauinselfest in Wien tätig war, entwickelte das Konzept auf Basis einer umfassenden Risikoanalyse gemeinsam mit Behörden und Einsatzorganisationen. Absolute Sicherheit könne es nicht geben, man wolle aber für die bestmögliche Sicherheit sorgen, erklärte Wagner.

Einsatzzentrale am Hans-Gasser-Platz

Eine zentrale Neuerung ist die ständig besetzte Einsatzzentrale am Hans-Gasser-Platz. Von dort aus soll die Lage beurteilt und rasch auf Entwicklungen reagiert werden können. Besonders zu Spitzenzeiten, wenn sich viele Menschen in der Innenstadt aufhalten, kommt ein sogenanntes Crowd-Management zum Einsatz.

Mittels Videoüberwachung werden die Personenströme in Echtzeit beobachtet und gesteuert. Stauungen oder kritische Engstellen können von der Zentrale aus erkannt werden, woraufhin sofort Sicherheitspersonal zur Entschärfung der Situation geschickt werden kann, erläuterte Wagner.

Brandschutz und Verkehrsregelungen

Die Sicherheitsbeleuchtung wurde flächendeckend ausgebaut und mit Notstromaggregaten abgesichert. In der Veranstaltungszone gilt ab 16 Uhr ein Fahrverbot. Zusätzlich zu den Durchsagen am Gelände soll der AT-Alert bei Unwetterwarnungen informieren.

Um Brandgefahren zu minimieren, wird auf die Lagerung von Paletten und Kartons geachtet. Die Ausschilderung von Fluchtwegen und Notausgängen sowie die schwere Entflammbarkeit von Dekorationsgegenständen stehen ebenfalls im Fokus. Die Kirchtagsorganisatoren ließen sich heuer etwa bei den zur Dekoration aufgehängten Kirchtagsherzen bestätigen, dass diese nur schwer entflammbar sind.

Budget und Polizeipräsenz

Vizebürgermeisterin und Kirchtagsobfrau Gerda Sandriesser (SPÖ) gab bekannt, dass für die Erstellung des Sicherheitskonzepts und mögliche Maßnahmen 220.000 Euro bewilligt wurden. Wie viel davon tatsächlich benötigt werde, müsse sich zeigen. Mit dem Geld würden auch Anschaffungen getätigt, die in den kommenden Jahren zum Einsatz kommen.

Die Polizei ist je nach Besucherandrang mit dutzenden Beamten aus ganz Kärnten vor Ort. An stark besuchten Wochenenden sind bis zu 100 Polizistinnen und Polizisten in Uniform und zivil am Kirchtagsgelände im Einsatz.

Die Brandkatastrophe im Schweizer Crans-Montana mit 41 Toten habe das Bewusstsein für Brandgefahren geschärft, sagte Wagner auf Nachfrage. Neue gesetzliche Bestimmungen zum Brandschutz gebe es zwar nicht, aber jeder achte nun genau auf die bestehenden Regelungen und deren umfassende Kontrolle.

Quelle: APA

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