Vitamin D und Immunsystem fördern Knochenheilung

Mathias FischerMathias Fischer
Anna mit Namensschild im Labor vor einem Bildschirm mit wissenschaftlichen Daten und einem Mikroskop
© IMC Krems

Forschende am IMC Krems haben entdeckt, wie Vitamin D zusammen mit einem Immunrezeptor die Bildung von Knochengewebe unterstützt. Die Studie zeigt eine bisher unbekannte Verbindung zwischen Immunsystem und Knochenregeneration auf.

Eine neue Studie in der Fachzeitschrift Cells liefert Erkenntnisse darüber, wie die Neubildung von Knochengewebe gezielt gefördert werden kann. Die Forschungsarbeit wurde von Anna Stierschneider (König) am IMC Krems durchgeführt. Beteiligt waren das Institut für Biotechnologie sowie das Institute Krems Bioanalytics.

Mesenchymale Stammzellen im Fokus

Die Untersuchung konzentriert sich auf mesenchymale Stammzellen, die sich in unterschiedliche Gewebearten wie Knochen-, Knorpel- oder Fettzellen entwickeln können. Für die Regeneration beschädigten Knochengewebes sind diese Zellen von zentraler Bedeutung.

Die Wissenschaftler analysierten das Zusammenspiel zwischen Vitamin D und dem Rezeptor TLR10 (Toll-like-Rezeptor 10), einem Teil des angeborenen Immunsystems. Während andere Rezeptoren dieser Familie bereits gut erforscht sind, war TLR10 bisher wenig verstanden.

Die Resultate belegen, dass die Aktivierung von TLR10 in Kombination mit Vitamin D die Verwandlung von Stammzellen in knochenbildende Zellen deutlich fördert. Die Forschenden bezeichnen dies als „TLR10-Vitamin-D-Achse“, die wichtige Signale für die Knochenbildung bereitstellt. Diese Prozesse sind für Entwicklung und Reifung von Knochengewebe erforderlich.

Immunrezeptoren an Heilungsprozessen beteiligt

Besonders hervorzuheben ist, dass die Studie einen Zusammenhang zwischen Immunsystem und Knochenregeneration nachweist. Beide Bereiche wurden lange Zeit getrennt voneinander betrachtet. Die neuen Ergebnisse zeigen jedoch, dass Immunrezeptoren nicht nur Krankheitserreger identifizieren, sondern auch aktiv an Reparatur- und Heilungsprozessen mitwirken können.

Für die regenerative Medizin könnten diese Erkenntnisse künftig bedeutsam sein. Möglich wäre etwa, Stammzelltherapien durch die Aktivierung dieser Signalwege gezielt zu optimieren oder neue Behandlungsansätze für Patienten mit verzögerter Knochenheilung und altersbedingtem Knochenschwund zu entwickeln.

Die Studie basiert auf Laborergebnissen, die an Zellkulturen untersucht wurden. Bis zu einer möglichen klinischen Anwendung sind weitere Forschungsarbeiten notwendig. Die Arbeit liefert jedoch wichtige Grundlagen für ein besseres Verständnis der biologischen Mechanismen hinter der Knochenregeneration.

Quelle: https://www.imc.ac.at/ueber-uns/medien-presse/news/detail/neuer-schluessel-zur-knochenheilung-entdeckt

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