VKI findet bedenkliche Stoffe in Kaffee-Kosmetik

Der Verein für Konsumenteninformation hat 30 koffeinhaltige Kosmetikprodukte untersucht. In 18 davon fanden sich umweltschädliche Inhaltsstoffe. Auch gesundheitlich problematische Substanzen wurden nachgewiesen.
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gemeinsam mit Studierenden der Fachhochschule Tulln einen Kosmetik-Check durchgeführt. Dabei wurden 30 koffeinhaltige Kosmetikprodukte untersucht. Das Ergebnis: In 18 Produkten stecken problematische Inhaltsstoffe, wie der VKI am Mittwoch mitteilte. Viele als natürlich beworbene Kaffee-Kosmetika enthalten demnach gesundheitlich bedenkliche Substanzen.
Mehr als die Hälfte mit umweltschädlichen Stoffen
Besonders bei der Umweltverträglichkeit fiel die Bilanz negativ aus. In über der Hälfte der getesteten Produkte mit Koffein aus Kaffee oder Guarana wurden problematische Substanzen wie synthetische Polymere oder bestimmte Duftstoffe gefunden. Diese Polymere sind oft schwer biologisch abbaubar und können sich langfristig in der Umwelt anreichern.
Knapp die Hälfte der Kosmetika enthielt keine deklarationspflichtigen allergenen Duftstoffe. Allerdings wiesen einzelne Produkte eine besonders hohe Anzahl solcher Stoffe auf. In sechs Produkten wurden zudem Farbstoffe nachgewiesen, die ausschließlich optischen Zwecken dienen.
Hormonell wirksame Substanzen entdeckt
Besonders problematisch: In vier Produkten wurden potenziell endokrine Disruptoren gefunden – Stoffe mit möglicher hormoneller Wirkung. „Derartige Inhaltsstoffe, also hormonwirksame Substanzen, haben nichts in (Natur-)Kosmetika zu suchen“, wird Birgit Schiller, Kosmetik- und Chemie-Expertin des VKI, zitiert.
Zweifel an Wirksamkeit von Koffein
Die tatsächliche Wirksamkeit von Koffein in Kosmetika wird laut VKI häufig überschätzt. Zwar seien durchblutungsfördernde, antioxidative und fettabbauende Eigenschaften von Koffein in Laborversuchen nachweisbar. Ob diese Effekte in fertigen Kosmetikprodukten unter realen Anwendungsbedingungen in gleichem Ausmaß auftreten, sei jedoch unklar.
„Viele Werbeaussagen zu Anti-Aging-Effekten, Haarwachstum oder Cellulite-Reduktion stützen sich auf eine begrenzte oder uneinheitliche Studienlage. Koffein kann kosmetische Effekte unterstützen, stellt jedoch kein Wundermittel dar“, sagte Schiller.
Fehlende Transparenz bei Inhaltsstoffen
Für Konsumentinnen und Konsumenten sei oft schwer nachzuvollziehen, wie natürlich die Produkte tatsächlich sind und wie hoch die Wirkstoffkonzentration ist. In einigen Fällen konnten Hersteller auf Nachfrage keine nachvollziehbaren Angaben zur enthaltenen Koffeinmenge machen. Auch als Naturkosmetik beworbene Produkte beinhalten mitunter problematische Stoffe.
„Konsumentinnen und Konsumenten sollten sich nicht von klingenden Werbebotschaften blenden lassen. Entscheidend ist, was tatsächlich im Produkt enthalten ist und wie transparent Hersteller darüber informieren“, betonte Schiller. Sie forderte eine klare Kennzeichnung von Wirkstoffkonzentrationen, höhere Standards für als natürlich beworbene Produkte und einen stärkeren Fokus auf Umwelt- und Gesundheitsschutz.
Quelle: APA
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