VMware Cloud Foundation 9.1 bringt Private Cloud voran

Pia ProdingerPia Prodinger
VMware by Broadcom: The Way Forward im Serverraum
© nts.eu

Mit der neuen Version 9.1 der VMware Cloud Foundation setzt Broadcom auf Integration und Automatisierung. Die Plattform vereint Virtualisierung, Kubernetes und Sicherheit in einer Lösung und soll Unternehmen helfen, steigende Anforderungen ohne zusätzliche Komplexität zu bewältigen.

VMware Cloud Foundation 9.1 markiert einen weiteren Schritt in der Entwicklung von einer reinen Virtualisierungslösung hin zu einer vollständig integrierten Private-Cloud-Plattform. Nach der Übernahme durch Broadcom konzentriert sich der Hersteller darauf, isolierte Infrastruktur-Komponenten zusammenzuführen und den Betrieb zu vereinfachen.

Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, wachsende Anforderungen durch künstliche Intelligenz, Containerisierung und moderne Anwendungen zu bewältigen, ohne die Komplexität im Rechenzentrum weiter zu steigern. Die neue Version soll darauf Antworten liefern.

Integrierte Plattform statt Einzellösungen

Die Cloud Foundation bündelt mittlerweile alle zentralen Infrastruktur-Komponenten in einer Plattform. Dazu gehören vSphere für Compute, vSAN für Storage, VCF Networking für Netzwerkvirtualisierung, VCF Operations für Monitoring sowie VCF Automation für Self-Service und Bereitstellung. Auch der vSphere Kubernetes Service für Container-Plattformen ist integriert.

Das Ergebnis ist eine durchgängige Cloud-Architektur, die sowohl klassische virtuelle Maschinen als auch moderne Kubernetes-Workloads unterstützt. Während frühere Versionen noch mehrere unterschiedliche Managementoberflächen verwendeten, konzentriert sich VMware nun auf drei zentrale Interfaces: vCenter für den Betrieb von Hosts und virtuellen Maschinen, VCF Operations für Monitoring und Lifecycle Management sowie VCF Automation als Self-Service-Plattform.

NVMe Memory Tiering senkt Kosten

Eine zentrale Neuerung in vSphere 9.1 ist das NVMe Memory Tiering. Dabei werden NVMe-SSDs als zusätzliche Speicherebene für weniger häufig genutzte Speicherseiten eingesetzt. Die Plattform verschiebt automatisch „kalte“ Speicherinhalte von teurem DRAM auf günstigeren NVMe-Speicher.

In der Praxis lassen sich die Kosten für die Speicherbestückung eines Hosts um mehr als ein Drittel reduzieren, ohne auf gewohnte Funktionalität verzichten zu müssen. Besonders bei AI-Workloads, Datenanalyse oder großen In-Memory-Anwendungen eröffnet dies neue Möglichkeiten, Infrastruktur wirtschaftlicher zu skalieren.

Optimierungen im operativen Betrieb

Im operativen Betrieb hat VMware zahlreiche Optimierungen in VCF Operations vorgenommen. Neue Funktionen wie Topology Aware Scheduling, Verbesserungen bei vMotion, ESX Live Patching mit TPM und Secure Boot, Quick Patch für kritische Sicherheitsupdates sowie Zero Touch Provisioning via UEFI HTTPS Boot sollen Wartungsfenster verkürzen und den Administrationsaufwand reduzieren.

Die Infrastruktur soll zunehmend selbstoptimierend und automatisiert betrieben werden können.

vSAN mit clusterweiter Deduplizierung

Mit der Express Storage Architecture führt VMware die Modernisierung der Storage-Plattform fort. Die Deduplizierung erfolgt nun clusterübergreifend und nicht mehr nur innerhalb einzelner Hosts. Gleichzeitig wird die Verarbeitung nachgelagert durchgeführt, wodurch Performance-Einbußen vermieden werden sollen.

Der neue ZSTD-Algorithmus ersetzt LZ4 und ermöglicht eine effizientere Datenreduktion. Mit dem nativen S3-Target in der Technology Preview öffnet sich die Plattform künftig auch für moderne objektbasierte Speicheranwendungen.

Kubernetes-Integration ausgebaut

Mit VKS 9.1 (vSphere Kubernetes Service) baut Broadcom die Kubernetes-Integration weiter aus. Die neue Version unterstützt bis zu 500 Kubernetes-Cluster pro Supervisor und ermöglicht bis zu 66 Prozent schnellere Cluster-Upgrades. Weitere Neuerungen sind Linked Clone Rollouts für schnellere Bereitstellung, Unterstützung mehrerer Netzwerk-Interfaces sowie Multi-Availability Zone-Migrationen.

Besonders interessant ist die Einführung von vSphere Pods, die Container ohne vollständigen Kubernetes-Cluster ausführen können. Damit soll die Einstiegshürde für Unternehmen reduziert werden, die erste Container-Workloads produktiv betreiben möchten.

Netzwerk und Sicherheit integriert

Im Bereich Netzwerk und Sicherheit setzt VCF 9.1 weitere Akzente. Die direkte Integration von Overlay-Netzwerken mit der physischen Netzwerk-Infrastruktur über EVPN vereinfacht den Betrieb hybrider Umgebungen. Unterstützt werden unter anderem Cisco-, Arista- und SONiC-Umgebungen.

Mit der Virtual Network Appliance können zentrale Netzwerkdienste wie NAT ohne klassische zentrale Traffic-Umlenkung bereitgestellt werden. Im Security-Bereich wurden die Möglichkeiten von VMware vDefend deutlich erweitert: IDS/IPS-Leistungen von bis zu 9 TBit/s, Layer 7 Gateway Firewall mit bis zu 82 GBit/s, Self-Service-Firewall-Regeln sowie IDS/IPS-Schutz für Container-Workloads sind nun möglich.

Migrationspfade verfügbar

Für den Umstieg auf VCF 9.1 gibt es zwei Wege: Ein Greenfield Deployment mit einer neuen Management Domain und der anschließenden Integration bestehender Workloads in eine neue Workload Domain gilt als friktionsfreiester Weg. Alternativ gibt es einen Brownfield VCF Import Pfad, bei dem zunächst ein Update auf Version 9 von vCenter und vSphere ansteht. Dabei unterstützt seit Kurzem auch der VCF Upgrade Planner von Broadcom.

Die Entwicklungen gehen in Richtung vereinfachter Betrieb, höhere Automatisierung, bessere Skalierbarkeit, nahtlose Unterstützung von Kubernetes, integrierte Security und effizientere Ressourcennutzung. Die Kombination aus klassischer Virtualisierung, moderner Containerplattform, integrierter Sicherheit und automatisiertem Lifecycle Management zeigt die Richtung für das Rechenzentrum der Zukunft.

Quelle: https://www.nts.eu/news/vmware-cloud-foundation-9-1

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