Vöcklabruck: Kulturbetrieb nach Finanzkrise stabilisiert

Mona HopfingerMona Hopfinger
Vöcklabruck: Stabilisierung nach Krise durch Digitalisierung und interne Prozesse
© Mit KI (Gemini) generiert

Die „Stadt und Kultur Vöcklabruck GmbH“ hat sich nach finanziellen Problemen ihrer Vorgängergesellschaft erholt. Das Budget wird eingehalten, die Auslastung steigt. Oppositionsparteien fordern dennoch eine politische Aufarbeitung, so der ORF.

Vor rund zwei Jahren entstand die „Stadt und Kultur Vöcklabruck GmbH“ aus der früheren „Kultur- und Freizeit GmbH“ (KUF). Diese war wegen finanzieller Schwierigkeiten in die Schlagzeilen geraten. Damals musste die Stadt einspringen und offene Rechnungen zahlen.

Interne Strukturen verbessert

Seit dem Neustart leitet Daniel Leitner die Gesellschaft. Deutliche Verbesserungen erkennt er vor allem bei den internen Abläufen: Der früheren Gesellschaft fehlten demnach ein Vier-Augen-Prinzip, nennenswerte Synergien und eine ausreichende Digitalisierung.

„Man hat die ganzen verschiedenen Papiere einmal sortieren und digitalisieren müssen. Das war auch eines der Defizite, dass es über die ganzen Jahre hinweg kein Dateisystem gegeben hat, wo alles sorgfältig abgelegt worden ist“, erklärt Leitner.

Stabile Entwicklung und steigende Auslastung

Die Finanzgebarung der früheren Gesellschaft sei laut Stadt völlig aus dem Ruder gelaufen. Schobesberger bezifferte den Betrag, mit dem die Stadt im vergangenen Jahr einspringen musste, mit rund 400.000 Euro.

Mehrere Fraktionen pochen deshalb weiterhin auf eine politische Aufarbeitung. Grüne, FPÖ und Neos verorten auch bei der früheren Stadtführung Verantwortung. Der Grüne Fraktionsobmann Stefan Hindinger dazu: „Da sind natürlich die jeweiligen Bürgermeister in der Verantwortung, weil sie dieses System einfach akzeptiert haben."

Auf ORF-Anfrage hinterfragt die FPÖ Vöcklabruck: „Was soll hier verborgen bleiben?" Notwendig sei eine klare Darstellung der tatsächlichen Missstände in der KUF. Auch die Neos verlangen Aufklärung, wollen damit aber abwarten, bis der Prüfbericht des Bundesrechnungshofs vorliegt und dessen Empfehlungen bekannt sind. Dieser wird bis Jahresende erwartet.

SPÖ-Bürgermeister Peter Schobesberger hält dem entgegen, die Aufarbeitung habe längst in zahlreichen Gemeinderatssitzungen stattgefunden, ergänzt durch die laufende Prüfung des Bundesrechnungshofs. Der Fokus solle nun stärker auf der Zukunft liegen als auf der Vergangenheit.

Diskussion um Kontrollmechanismen

Anders als ihre Vorgängerin wird die neue Gesellschaft kontrolliert: Einen Aufsichtsrat gibt es nicht mehr, dafür berichtet Geschäftsführer Leitner viermal jährlich im Stadtrat über die Unternehmensentwicklung.

Mehreren Fraktionen genügt das jedoch nicht. Grüne, FPÖ und ÖVP fordern die Wiedereinführung eines Aufsichtsrats – aus ÖVP-Sicht allerdings in möglichst entpolitisierter Form.

Quelle: https://ooe.orf.at/stories/3368375/

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