Voestalpine Donawitz: Elektrolichtbogenofen montiert

Mona HopfingerMona Hopfinger
CO2-reduzierte Stahlproduktion mit 850.000 Tonnen Jahresproduktion im Industrieumfeld
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Stahlkonzern Voestalpine hat die Montage der neuen Elektrolichtbogenofenanlage in Donawitz weitgehend fertiggestellt.

Die Voestalpine hat am Standort Donawitz einen wichtigen Schritt in Richtung elektrifizierte Stahlproduktion abgeschlossen. Die Montagearbeiten für die neue Elektrolichtbogenofenanlage (EAF) sind planmäßig größtenteils beendet. Nun beginnt in Teilbereichen die Kalt-Inbetriebnahme, bei der Förderanlagen, Hydrauliksysteme, Elektroinstallationen, Kühlkreisläufe und die Automatisierung getestet werden.

Im ersten Halbjahr 2027 soll die Produktion teilweise auf elektrifizierte Stahlerzeugung umgestellt werden. Im Vollbetrieb kann die Anlage jährlich rund 850.000 Tonnen CO2-reduzierten Stahl herstellen.

900.000 Bauteile für die neue Anlage

Die Elektrolichtbogenofenanlage setzt sich aus mehreren zentralen Komponenten zusammen, darunter ein Unter- und ein Obergefäß sowie eine Wippe. Hinzu kommen Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen wie Stromleitungen. Insgesamt wurden knapp 900.000 Einzel-Bauteile mit einem Gesamtgewicht von etwa 8.500 Tonnen per Schiff, Bahn und Lkw nach Donawitz transportiert.

„Mit greentec steel, Österreichs größtem Klimaschutzprogramm, liegen wir in Linz und in Donawitz sowohl zeitlich wie auch budgetär voll im Plan“, sagte Herbert Eibensteiner, CEO der Voestalpine AG. Die wesentlichen Bau- und Montagearbeiten würden 2026 abgeschlossen, bevor im ersten Halbjahr 2027 die ersten Schmelzen in den neuen Elektrolichtbogenöfen in Donawitz und in Linz erfolgen.

500 Fachkräfte auf der Baustelle

In Donawitz arbeitet die Voestalpine mit mehr als 70 Firmen zusammen. Etwa 90 Prozent davon kommen aus Österreich. Derzeit sind rund 500 Fachkräfte auf der Baustelle. Danieli & C. Officine Meccaniche S.p.A. ist der wichtigste Partner. Das Unternehmen koordiniert den Einbau der Kernelemente und die Inbetriebnahme des Elektrolichtbogenofens. Viele weitere Firmen sind dabei. Sie kommen aus den Bereichen Stahlbau, Rohrleitungsbau, Elektrotechnik, Automatisierung, Gerüstbau, Logistik und Bauwesen.
Der Aufbau lief in mehreren Schritten. Zuerst wurden die Teile vormontiert, vermessen und geprüft. Dann brachten Schwertransporte und Großkräne sie an ihren endgültigen Platz. Einzelne Bauteile wogen bis zu 94 Tonnen. Für besonders schwierige Hebevorgänge wurden Kräne eingesetzt, die bis zu 650 Tonnen tragen können.

„Die Montage und Inbetriebnahme des neuen Elektrolichtbogenofens ist technisch äußerst anspruchsvoll und erfordert die enge Zusammenarbeit unserer Fachkräfte mit unseren Partnerunternehmen. Dass wir auch hier planmäßig voranschreiten, ist das Ergebnis monatelanger Planung und der erfolgreichen Kooperation mit unserem Projektpartner Danieli.“

Das erklärt Franz Kainersdorfer, Voestalpine-Vorstand und Leiter der Metal Engineering Division.

Kalt-Inbetriebnahme als nächster Schritt

Mit der Kalt-Inbetriebnahme ist ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Voraussetzung dafür war, dass zentrale Infrastruktursysteme wie die elektrische Energieversorgung und die Medienversorgung laufen. Erstmals wird nun das Gesamtsystem aller Anlagenkomponenten getestet. Auf dem Prüfstand stehen mechanische Funktionen, Medien- und Rohrleitungssysteme sowie Sensoren, Antriebe und Steuerungen. Dazu kommen umfangreiche Tests der Automatisierungs- und Sicherheitssysteme, die die Anlage bestmöglich auf die spätere Produktion vorbereiten sollen.
Erst wenn alle Systeme fehlerfrei ineinandergreifen, rückt der Produktionsstart näher. Planmäßig soll er im ersten Halbjahr 2027 erfolgen.

Erweiterung bis 2030 geplant

Die EAF-Anlage (Elektrolichtbogenofen), die nächstes Jahr in Betrieb geht, soll bis 2030 ausgebaut werden – vorbehaltlich offener Förderfragen. Rund 100 Millionen Euro fließen in die Erweiterung, unter anderem in den weiteren Ausbau der Stromversorgung, eine dritte Sekundärmetallurgie-Linie und eine größere Schrottlogistik. Der Standort Donawitz könnte damit ab 2030 komplett auf elektrifizierte Stahlproduktion umsteigen.

Quelle: https://www.voestalpine.com/group/de/media/presseaussendungen/2026-10-12-voestalpine-greentec-steel-donawitz-montage-des-elektrolichtbogenofens-abgeschlossen

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