Voestalpine und Verbund erweitern Wasserstoffanlage in Linz

Mona HopfingerMona Hopfinger
Wasserstoffanlage in Linz: Vertikale Speichertanks und Gebäude der Verbund AG
© voestalpine

Die Pilotanlage H2FUTURE am Linzer Standort der Voestalpine geht in die nächste Phase. Neben der Herstellung können nun auch Verdichtung, Reinigung und Speicherung von grünem Wasserstoff erforscht werden.

Das Forschungsprojekt H2FUTURE am Standort der Voestalpine in Linz wurde um wesentliche Komponenten erweitert. Der Stahl- und Technologiekonzern und das Energieunternehmen Verbund haben die Anlage in den vergangenen drei Jahren ausgebaut. Die Investition beläuft sich auf 16,4 Millionen Euro.

Zur bestehenden Elektrolyseanlage kommen nun eine Verdichtungs- und Reinigungsanlage sowie fünf Wasserstofftanks hinzu. Die ursprüngliche Anlage war 2019 als damals weltweit größtes Wasserstoffpilotprojekt gestartet.

Aufbereitung für industrielle Nutzung im Fokus

Im Projekt H2FUTURE-Follow-Up steht neben der Erzeugung nun auch die Aufbereitung und Bereitstellung von grünem Wasserstoff für industrielle Anwendungen im Mittelpunkt. Besonders die Qualitätsmerkmale Reinheit und Druck werden untersucht. Der in der Elektrolyse produzierte Wasserstoff wird in der erweiterten Anlage verdichtet, gereinigt und zwischengespeichert.

Vier der fünf neuen Speichertanks dienen dazu, Schwankungen zwischen der fluktuierenden Erzeugung und dem Verbrauch auszugleichen und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Der fünfte Tank hat eine besondere Funktion: Ab Ende 2027 wird über ihn die Demonstrationsanlage HY4SMELT am Voestalpine-Standort Linz direkt mit Wasserstoff versorgt. Die Rohrleitung ist rund einen Kilometer lang. HY4SMELT gilt als Österreichs größtes Klimaschutz-Forschungsprojekt.

Wasserstoff für externe Abnehmer und Forschungsprojekte

Mittels Hochdruckverdichtern kann der Wasserstoff auf bis zu 500 bar komprimiert und in Trailern für den Straßentransport abgefüllt werden. Damit steht er auch externen Abnehmern sowie weiteren Forschungs- und Industrieprojekten zur Verfügung. Das Forschungsprojekt SuSteel am Voestalpine-Standort in Donawitz nutzt den Wasserstoff über einen Trailer des Forschungspartners K1-MET.

Herbert Eibensteiner, CEO der Voestalpine AG, betonte die Bedeutung für die Transformation der Stahlproduktion: „Wir haben mit greentec steel eine klare Strategie zur Transformation unserer Stahlproduktion. Wir werden bereits im 1. Halbjahr 2027 je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb nehmen und können damit in einem ersten Schritt bis 2029 bis zu 30 % unserer CO2-Emissionen einsparen.“ Langfristig strebt der Konzern bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an.

Michael Strugl, CEO der Verbund AG, sagte: „Mit H2FUTURE setzen wir gemeinsam mit unserem langjährigen Partner voestalpine ein wichtiges Referenzprojekt für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft um. Das Projekt zeigt im industriellen Maßstab, wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann.“

Erste Ergebnisse Ende 2026 erwartet

Mit den ersten Funktionstests ist H2FUTURE-Follow-Up bereits angelaufen, erste Forschungsergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Das Projekt endet im Dezember 2030 und wird aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus finanziert.
Seit 2019 ist die H2FUTURE-Anlage in Betrieb und zählt zu den weltweit am längsten betriebenen Protonen-Austausch-Membran-(PEM)-Elektrolyseanlagen. Zwölf Stacks mit je 50 Elektrolysezellen leisten zusammen sechs Megawatt Anschlussleistung und erzeugen stündlich 1.200 Kubikmeter grünen Wasserstoff. Fast 2.000 Tonnen sind seit der Inbetriebnahme bereits zusammengekommen. Genutzt wird die Anlage vor allem, um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedlichen Strombedarf entstehen.

Quelle: https://www.voestalpine.com/group/de/media/presseaussendungen/2026-10-02-voestalpine-und-verbund-starten-erweiterte-wasserstoffpilotanlage-h2future-in-linz

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