Volkskultur-Lehrgang: 22 Teilnehmer erhielten Zertifikate

Mathias Fischer
Zertifikatsübergabe in Tracht: Mann mit Geschenk, älterer Mann mit Sonnenblume und Urkunde, Frau mit Schmuck
© Erich Marschik

In Krems-Stein wurden die ersten Zertifikate des Lehrgangs „Volkskultur neu denken“ vergeben. 22 Absolventen aus ganz Niederösterreich schlossen die Weiterbildung ab, die in Kooperation mit der Universität Wien entwickelt wurde.

Im Haus der Regionen in Krems-Stein haben 22 Teilnehmer aus ganz Niederösterreich ihre Zertifikate für den ersten Durchgang des Lehrgangs „Volkskultur neu denken“ erhalten. Insgesamt hatten 27 Personen an der Weiterbildung teilgenommen, die aus fünf Modulen bestand.

Die Volkskultur Niederösterreich hatte den Lehrgang gemeinsam mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien entwickelt. Eingebettet in die Akademie der Kultur.Region.Niederösterreich, setzte die Weiterbildung die Erkenntnisse eines gleichnamigen Symposiums aus dem Vorjahr fort.

Inhalte von Geschichte bis Tracht

Die Teilnehmer beschäftigten sich mit der Geschichte der Volkskultur und der Entwicklung ihrer Themen. Weitere Schwerpunkte waren die gesellschaftliche Funktion, Bräuche und Tradition, Volksmusik, Volkstanz sowie Kleidung und Tracht.

Martin Lammerhuber, Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, bezeichnete den ersten Lehrgang als großen Erfolg. Es sei wichtig, dass die Volkskultur innovativ Neues denke und denken lasse, ohne dabei ihre festen Wurzeln zu verleugnen, so Lammerhuber.

Kultur als dynamischer Prozess

Lehrgangsleiterin Brigitta Schmidt-Lauber, Vorständin des Instituts für Europäische Ethnologie, zeigte sich zufrieden mit dem ersten Durchgang. Die Gruppe sei sehr engagiert und interessiert gewesen und stamme aus ganz unterschiedlichen Feldern der kulturellen Praxis. „Der Austausch war für alle Seiten ein Gewinn“, erklärte Schmidt-Lauber.

Mit dem Lehrgang sei es gelungen zu vermitteln, dass Kultur und Volkskultur dynamisch-prozessuale Geschehnisse sind, die gesellschaftliches Leben einer Zeit spiegeln und ihm entsprechen. Dies führe zur Reflexion etwaiger ideologischer Zuschreibungen und zu Überlegungen, Praktiken und Selbstverständnisse von Vereinen, regionalen Bräuchen oder Aufgabenfeldern neu zu interpretieren.

Expertinnen und Experten tauschten sich aus

Beim Lehrgang vermittelten zahlreiche Fachleute ihr Wissen. Neben Brigitta Schmidt-Lauber waren unter anderem Jens Wietschorke, Ethnologe an der Universität München, Michael Greger, Leiter des Salzburger Landesinstituts für Volkskunde, und Klaus Schönberger, Professor für Kulturanthropologie an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, beteiligt.

Aus dem Bereich Musik wirkten Marko Kölbl, Leiter des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Volker Gallasch, Musikvermittler und Musikpädagoge, sowie Dieter Schickbichler, Musiker und Lehrbeauftragter, mit. Weitere Referenten waren Tanzlehrer Eddy Franzen, Franz Steininger vom Tanzforum Niederösterreich, Simon Wascher, der Empirische Kulturwissenschaftler Reinhard Bodner, Dirndlschneiderin Nina Azizi sowie Schneidermeisterin Johanna Scherz.

Quelle: https://www.bockfliess.gv.at/Erste_Zertifikate_fuer_den_Lehrgang_Volkskultur_neu_denken_

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