Vom Herd ins Spital: Mutter studiert Krankenpflege

Mona HopfingerMona Hopfinger
Frau mit Tätowierungen am Arm sitzt mit Laptop in einem modernen Gebäude
© FHV / Lamprecht

Angelina Sönser war Küchenleiterin, bevor sie ihren Kindheitstraum verwirklichte. Nun studiert die junge Mutter an der FHV Gesundheits- und Krankenpflege – und vereinbart Hörsaal, Praktika und Familie.

Bereits als Kind träumte Angelina Sönser von einer Karriere im medizinischen Bereich. Doch zunächst führte ihr Weg in die Gastronomie, wo sie zuletzt als Küchenleiterin in einem Sozialzentrum arbeitete. Dort kam sie erstmals mit Pflege in Berührung. Während der Karenz sammelte sie beim Mobilen Hilfsdienst (MOHI) weitere Erfahrungen in der Betreuung.

Die Geburt ihres Sohnes brachte die Wende: „Mir wurde klar, dass ich mit Menschen arbeiten, etwas Sinnvolles tun und meinen lang gehegten Traum verwirklichen möchte“, erzählt die Studentin. Sie entschied sich, nochmals neu zu beginnen und schrieb sich für Gesundheits- und Krankenpflege an der FHV ein.

Gastronomie als Vorbereitung

Ihre Jahre in der Küche erweisen sich heute als Vorteil. Verantwortung übernehmen, Abläufe organisieren, unter Stress einen kühlen Kopf bewahren – all das lernte Sönser als Küchenleiterin. „Gerade in einer Küche müssen viele Dinge gleichzeitig funktionieren“, sagt sie. Diese Fähigkeiten helfen ihr nun im Studium und in den Praktika.

Auch der Umgang mit unterschiedlichen Menschen und ihren individuellen Bedürfnissen sei eine wichtige Kompetenz, die sie mitbringe. Flexibilität und lösungsorientiertes Handeln seien in der Pflege ebenso gefragt wie in der Gastronomie.

Notfall als Wendepunkt

Ein Schlüsselerlebnis hatte Sönser beim MOHI: Eine betreute Person erlitt eine Herzrhythmusstörung. Statt in Panik zu geraten, blieb sie ruhig und handelte. „Dieses Erlebnis hat mir noch einmal deutlich gezeigt, wie sehr mich medizinische Themen interessieren“, erinnert sie sich. Der Wunsch, die Hintergründe zu verstehen und professionell helfen zu können, wurde stärker.

Studium mit Kleinkind

Ein Vollzeitstudium mit Kind zu absolvieren, sei eine Herausforderung, gibt Sönser zu. Vorlesungen, Praktika, Prüfungen und Familienleben erfordern viel Organisation und Flexibilität. „Es gibt Tage, an denen nicht alles nach Plan läuft und man improvisieren muss“, sagt sie.

Ihr Sohn sei jedoch eine ihrer größten Motivationen. Sie wolle ihm vorleben, dass man Träume verfolgen darf, auch wenn der Weg steinig ist. Gleichzeitig räumt sie ein: „Auch ich habe manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich wegen des Studiums weniger Zeit mit meinem Sohn verbringen kann.“ Sie habe lernen müssen, dass nicht alles perfekt laufen muss.

Rat an andere Mütter

Anderen jungen Müttern rät Sönser: „Traut euch! Mutter zu sein bedeutet nicht, dass man seine Träume und beruflichen Ziele aufgeben muss.“ Man könne seinen Kindern etwas Wertvolles vorleben – nämlich dass es sich lohnt, für seine Ziele zu kämpfen. Wichtig sei, Unterstützung anzunehmen und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten.

Ziel: Intensivpflege

Für ihre berufliche Zukunft wünscht sich Sönser, Begeisterung für Medizin und Arbeit mit Menschen zu verbinden. Besonders die Akut- und Intensivpflege fasziniert sie, weil dort fundiertes Fachwissen, schnelles Handeln und Teamarbeit zusammenkommen. Nach dem Bachelorabschluss möchte sie sich kontinuierlich weiterbilden und neue Herausforderungen annehmen.

Als Student Ambassador der FHV vertritt Sönser die Hochschule nach außen. Sie gibt Einblicke ins Studierendenleben, ist Ansprechperson für Interessierte und präsentiert die Studienprogramme auf Messen, Events und in sozialen Medien. Zudem ist sie Jahrgangssprecherin.

Ihr Motto: „Es ist nie zu spät, aus einem Traum ein Ziel zu machen.“

Quelle: https://www.fhv.at/magazin/wenn-man-ein-ziel-vor-augen-hat-35949

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