Vom Polizisten zum Kinderschutz-Experten

Mathias FischerMathias Fischer
Mann mit Bart lächelt in Park mit Bäumen im Herbst.
© Privat

Alexander Wachter wechselte von der Polizei in die Soziale Arbeit. Heute berät der FHV-Absolvent im Kinderschutz und klärt als Medienexperte über digitale Gefahren auf.

Als Polizeibeamter im Bereich Sexualdelikte suchte Alexander Wachter nach Möglichkeiten, sich im Opferschutz weiterzubilden. Ein Gespräch mit einer Beraterin des ifs Kinderschutz brachte ihn auf die Idee, Soziale Arbeit berufsbegleitend zu studieren. Dass das Studium so breit angelegt war und sein professionelles Handeln grundlegend verändern würde, ahnte er damals nicht.

„Lasst euch auf alles ein“, rät er Studienanfängern. Wissen passiv zu konsumieren reiche nicht. Stattdessen solle man aktiv mitgestalten, Neues entdecken und eigene Ideen entwickeln. „Gerade im psychosozialen Bereich braucht es Menschen, die Theorien nicht nur lernen, sondern sie mutig in die Praxis übersetzen“, so Wachter.

Komplexe Situationen im Kinderschutz

Dass er den richtigen Beruf gewählt hat, spürt Wachter am Ende eines Arbeitstags. Wenn er mit komplexen Herausforderungen konstruktiv umgehen konnte und wirksame Lösungen erarbeitet wurden, weiß er: „Ich bin genau am richtigen Platz.“

Die größte Herausforderung im Kinderschutz sieht er darin, die Balance zwischen empathischer Beziehungsarbeit und emotionaler Distanz zu halten. Man bringe sich mit der ganzen Person in den Prozess ein, was phasenweise belastend sein könne. Offener Austausch im Team und regelmäßige Supervision seien daher unerlässlich, um professionell und gesund zu arbeiten.

Medienprävention als zweites Standbein

Neben seiner Tätigkeit im Kinderschutz arbeitet Wachter als Medienexperte. Kinder und Jugendliche wüchsen heute in digitalen Welten auf, bevor sie deren Gefahren einschätzen könnten. Viele Eltern fühlten sich angesichts der rasanten Entwicklung überfordert. Seine Erfahrungen aus Polizeiarbeit und systemischer Sozialer Arbeit, verbunden mit seiner Begeisterung für digitale Medien, hätten ihn zur Medienprävention geführt.

Seine Botschaft an junge Menschen: „Bleibt neugierig! Entdeckt digitale Welten, aber bewahrt euch einen kritischen Blick.“ Noch wichtiger sei jedoch die Botschaft an Eltern: Sie sollten sich ihrer Vorbildwirkung bewusst sein und den eigenen Medienkonsum reflektieren. Wenn Erwachsene ständig auf ihr Smartphone schauten, lernten schon Babys, dass dieser Bildschirm von großer Bedeutung sei. „Dann sollte es uns als Gesellschaft nicht wundern, wenn Kinder später früh ein problematisches oder suchtähnliches Medienverhalten entwickeln“, warnt Wachter.

Alexander Wachter hat sowohl den Bachelor als auch den Master in Sozialer Arbeit an der FHV absolviert. Sein Motto: „Es ist nie zu spät, aus einem Traum ein Ziel zu machen.“

Quelle: https://www.fhv.at/magazin/einen-kritischen-blick-bewahren-35951

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