VR-Brillen bringen Hospizgäste an vertraute Orte zurück

Mona HopfingerMona Hopfinger
VR-Brille auf Sessel mit virtueller Ansicht von Hallstatt am See
© Mit KI (Gemini) generiert

Mit Virtual-Reality-Technologie ermöglicht das Rote Kreuz schwerkranken Menschen in oberösterreichischen Hospizen virtuelle Reisen. Mehr als 135 Destinationen stehen zur Auswahl – begleitet von geschulten Freiwilligen.

Schwerkranke Menschen können oft nicht mehr selbst an Orte reisen, die ihnen wichtig sind. In den St. Barbara Hospizen in Linz, Ried und Vöcklabruck testet das Rote Kreuz Oberösterreich deshalb bis Jahresende eine neue Möglichkeit: VR-Brillen bringen Gäste virtuell an vertraute oder neue Destinationen.

Ein Mann im Tageshospiz Vöcklabruck konnte so noch einmal nach Kroatien reisen, wo er jahrelang Urlaub gemacht hatte. Zwei weitere Gäste erkundeten gemeinsam Hallstatt. Die virtuellen Ausflüge sollen ähnlich wie das Durchblättern eines Fotoalbums Erinnerungen wecken und zum Erzählen anregen.

„Am Ende des Lebens sind es oft die kleinen Momente, die besonders wertvoll sind“, sagt Dipl.-Päd. Gottfried Hirz, Präsident des Roten Kreuzes Oberösterreich. Die Technologie ermögliche es, vertraute Orte noch einmal zu erleben und besondere Augenblicke mit Angehörigen zu teilen.

Freiwillige begleiten die virtuellen Reisen

Geschulte freiwillige Hospizmitarbeitende steuern die Ausflüge über ein Tablet und begleiten die Gäste während des gesamten Erlebnisses. Sie greifen Erinnerungen auf und schaffen Raum für Gespräche. Die Brillen lassen sich im Sitzen oder direkt vom Bett aus nutzen.

Auch Angehörige können teilnehmen: Zwei Personen haben die Möglichkeit, gleichzeitig denselben virtuellen Ort zu besuchen und Erinnerungen miteinander zu teilen. Insgesamt stehen mehr als 135 Destinationen zur Verfügung.

Das Projekt „Virtuelle Lichtblicke – Menschlichkeit trifft Innovation“ wird gemeinsam mit dem Zentrum für Zivilgesellschaft – Verein füruns und dem VR-Anbieter VitaBlick umgesetzt. Nach einer erfolgreichen Pilotphase in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung wird die Technologie nun im Hospizbereich erprobt.

Erste Ergebnisse zeigen: Rund 90 Prozent der Teilnehmenden fühlten sich bei den virtuellen Ausflügen sehr wohl, zwei Drittel berichteten von wiederentdeckten Erinnerungen.

Neues Hospiz in Steyr eröffnet

Am 13. Oktober eröffnete das Sankt Barbara Hospiz in Steyr in der Sierningerstraße 170. Der neue Standort umfasst ein stationäres Hospiz und ein Tageshospiz. Schwerkranke Menschen werden dort gemeinsam mit ihren Angehörigen in ihrer letzten Lebensphase begleitet.

Das Rote Kreuz Oberösterreich ist Mitträger der St. Barbara Hospize und verantwortlich für die freiwillige Hospizbegleitung. Die VR-Brillen bieten den Freiwilligen eine zusätzliche Möglichkeit, persönliche Begegnungen zu gestalten.

Natascha Illig, die sich freiwillig im St. Barbara Hospiz in Vöcklabruck engagiert, berichtet: „Solche Erlebnisse bringen Abwechslung in den Alltag. Die Menschen freuen sich richtig darauf, ihren Angehörigen davon zu erzählen. Egal ob vertraute oder bisher unbekannte Orte besucht werden, es belebt einfach und macht glücklich!“

Andrea Hartinger, Hospizkoordinatorin in Ried, betont: „Für uns steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern der Mensch und die Möglichkeit, ein Stück Lebensqualität, Freude und Zeit miteinander zu schenken.“

Quelle: https://www.berg-attergau.ooe.gv.at/PRESSEAUSSENDUNG_ROTES_KREUZ_OBEROeSTERREICH

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