VSV empfängt Meister Graz in der Stadthalle Villach

Mona HopfingerMona Hopfinger
Adler fragt sich auf Eishockeyfeld vor Pokal und Tor, was zu sehen ist.
© Mit KI (Gemini) generiert

Am Freitagabend gastieren die Moser Medical Graz99ers beim EC iDM Wärmepumpen VSV. Trotz unterschiedlicher Saisonziele trennt beide Teams in der Tabelle nur ein Punkt. Die Partie beginnt um 19.15 Uhr in der Stadthalle Villach.

Die Villacher Adler treffen am Freitag auf den amtierenden Meister der win2day ICE Hockey League. Nach neun Spielen steht der EC iDM Wärmepumpen VSV mit 13 Punkten auf Rang elf, die Graz99ers liegen mit 14 Zählern auf Platz acht. Die Steirer haben allerdings bereits eine Begegnung mehr absolviert.

Der VSV weist drei Siege nach regulärer Spielzeit sowie drei Niederlagen auf. Dazu kommen ein Erfolg nach Verlängerung und zwei Overtime-Niederlagen. Zuletzt unterlagen die Kärntner beim HC Innsbruck mit 2:3 nach Verlängerung, nachdem sie zuvor den damaligen Tabellenführer Bozen mit 4:3 nach Overtime bezwungen hatten.

Die Grazer konnten bisher zwei reguläre Siege und drei Erfolge nach Verlängerung verbuchen. Dem stehen drei Niederlagen nach 60 Minuten sowie zwei Overtime-Niederlagen gegenüber. Trotz hoher Qualität im Kader gelang es dem Titelverteidiger noch nicht, sich im oberen Tabellendrittel zu etablieren.

Powerplay und Penalty Killing im Vergleich

Im Überzahlspiel zeigen sich deutliche Unterschiede. Villach verfügt mit einer Erfolgsquote von 22,86 Prozent über das sechstbeste Powerplay der Liga. In 35 Überzahlsituationen erzielten die Blau-Weißen acht Treffer. Graz rangiert mit lediglich 14,89 Prozent auf dem zwölften Platz der Powerplay-Wertung.

Ausgeglichener präsentiert sich die Situation in Unterzahl. Der VSV weist eine Penalty-Killing-Quote von 81,58 Prozent auf und belegt Rang fünf. Die 99ers folgen unmittelbar dahinter mit 80,43 Prozent. Bemerkenswert: Die Adler erzielten bereits zwei Shorthanded-Goals, der dritthöchste Wert der gesamten Liga.

Cannata mit Topwerten

Joe Cannata ist ein entscheidender Faktor im bisherigen Saisonverlauf. Der US-Amerikaner weist unter allen Torhütern, die mindestens die Hälfte der Partien absolviert haben, die statistisch besten Werte auf. In acht Einsätzen kassierte der 36-Jährige 22 Gegentreffer, was einem Gegentorschnitt von 2,72 entspricht. Seine Fangquote liegt bei 92,8 Prozent.

Besonders bei Breakaways zeigt sich Cannata herausragend. Kein anderer Goalie der Liga vereitelte mehr Alleingänge – weder absolut noch prozentuell. Statistisch verhinderte der Keeper bereits 4,1 Gegentreffer mehr, als aufgrund der Qualität der gegnerischen Chancen zu erwarten gewesen wäre.

Negative Heimbilanz gegen Graz

Die jüngste Bilanz gegen die Steirer fällt aus Villacher Sicht ernüchternd aus. Von den vergangenen zehn Direktduellen gewannen die Adler lediglich drei, siebenmal siegten die 99ers. Das zeigt sich vor allem bei den Heimspielen. Die letzten vier Partien in der Villacher Stadthalle haben die Grazer alle gewonnen. Der VSV schoss in diesen Spielen nur fünf Tore, also 1,25 pro Spiel. Gleichzeitig musste er 21 Tore hinnehmen, das sind 5,25 pro Heimspiel. Am Freitagabend soll diese Serie enden.

Graz setzte auf Kontinuität

Nach dem historischen Titelgewinn im Frühjahr 2026 setzte Sportdirektor Philipp Pinter im Sommer weitgehend auf Kontinuität. Insbesondere in der Offensive blieb ein Großteil der Meistermannschaft erhalten.

In der Verteidigung hat sich bei den Grazern viel mehr verändert. Meisterkapitän Korbinian Holzer hat seine Karriere beendet, damit fehlt den 99ers ein wichtiger Anführer. Auch Nick Bailen, Anders Koch und Kasper Kotkansalo haben den Verein verlassen. Als Ersatz holten die Grazer unter anderem David Maier vom EC-KAC. Der 26-Jährige ist österreichischer Nationalspieler und hat einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben. Er kennt die heimische Liga sehr gut.

Neue Verteidiger mit internationaler Erfahrung

Mit Clay Hanus sicherten sich die 99ers die Dienste eines offensivstarken US-Verteidigers. Der 25-Jährige sammelte in 100 Begegnungen für die Mount Royal University beeindruckende 121 Scorerpunkte und wurde als bester Spieler sowie bester Verteidiger der kanadischen Universitätsliga ausgezeichnet.

Die neue Verteidigung der Grazer wurde mit Ole Julian Bjørgvik-Holm vervollständigt. Er spielt für die norwegische Nationalmannschaft. Die Columbus Blue Jackets haben ihn 2020 im Draft ausgewählt. In der American Hockey League hat er schon 128 Spiele bestritten.

Swaney führt interne Scorerwertung an

Im Angriff haben die Grazer weiterhin viele starke und erfahrene Spieler. Nick Swaney ist in der jungen Saison sehr gut in Form. Der US-Amerikaner liegt in der teaminternen Scorerwertung klar vorn: Er schoss sieben Tore und gab acht Vorlagen. Das sind zusammen 15 Punkte in zehn Spielen. Auf Platz zwei steht Paul Huber mit vier Toren und sechs Assists. Außerdem haben die Steirer mit Josh Currie, Kevin Roy und Kevin Conley weitere sehr gute Stürmer. Auch Chris Collins, der früher in Villach gespielt hat, gehört noch zum Kader der 99ers.

Kiviaho als Ersatz für verletzten Lagacé

Zuletzt mussten die Grazer im Tor etwas unternehmen. Stammtorhüter Maxime Lagacé hat sich im Heimspiel gegen Bozen verletzt und fehlt länger. Deshalb holten die Grazer Henri Kiviaho. Der 32-jährige Finne spielte zuletzt für Slovan Bratislava in der slowakischen Extraliga. Er wurde zunächst nur bis zur Länderspielpause Anfang November verpflichtet. Gleich in seinem ersten Ligaspiel gegen Innsbruck blieb er ohne Gegentor. Dadurch half er wesentlich mit, dass die Grazer zu Hause 3:0 gewannen.

Wenig Regenerationszeit nach CHL-Spiel

Hinter der Bande steht Dan Lacroix. Er hat viel Erfahrung im nordamerikanischen Eishockey. Zusammen mit Assistant Coach Darryl Williams soll er die gute Entwicklung der Grazer weiterführen. Williams hat unter anderem für mehrere NHL-Organisationen gearbeitet. Zuletzt spielten die Steirer nicht nur in der heimischen Meisterschaft, sondern auch international. Am Mittwochabend gewannen die 99ers auswärts 6:3 gegen den norwegischen Meister Storhamar Hamar. Damit sind sie aus der Champions Hockey League ausgeschieden. Nach fünf Niederlagen in den Spielen davor war das am Ende der Ligaphase der erste internationale Sieg. Schon am Freitag müssen die Grazer in Villach antreten. Weil sie erst am Donnerstagnachmittag aus Norwegen zurückreisen, haben sie zwischen den beiden Spielen nur wenig Zeit zur Erholung.

Fragezeichen beim VSV

Beim EC iDM Wärmepumpen VSV ist vor dem Heimspiel noch nicht klar, wer spielen kann. In der Trainingswoche gab es mehrere offene Fragen. Bei einigen Spielern der Blau-Weißen ist unsicher, ob sie dabei sein können. Das gilt auch für Verteidiger Thomas Vallant, der zuletzt wegen einer Verletzung gefehlt hat. Bei weiteren Spielern entscheidet sich erst am Spieltag, ob der Trainerstab sie einsetzen kann. Das Spiel wird live auf Sporteurope.tv und im Radio Kärnten Eishockey-Magazin übertragen.

Quelle: https://www.ecvsv.at/vsv-fordert-meister-graz-im-adlerhorst

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