VSV fordert Tabellenführer Bozen heraus

Nach zwei Heimsiegen in Serie steht für den EC iDM Wärmepumpen VSV am Mittwoch (19.45 Uhr) ein echter Härtetest an. Die Villacher treten beim HCB Südtirol Alperia an, der die win2day ICE Hockey League derzeit anführt.
Die Adler reisen mit breiter Brust nach Südtirol. Zuletzt gelangen dem VSV zwei überzeugende Erfolge: ein 4:1 gegen FTC-Telekom Budapest und ein 4:0 gegen den HC TIWAG Innsbruck. Dabei erzielten die Blau-Weißen acht Tore und kassierten nur einen Gegentreffer – ein Beleg für die deutlich stabilere Defensive.
Mit 20 Punkten aus 13 Partien belegen die Villacher aktuell Rang acht. Die Bilanz: sechs Siege (fünf nach regulärer Spielzeit, einer nach Verlängerung) und sieben Niederlagen. Das Torverhältnis von 37:36 bedeutet erstmals wieder eine positive Differenz. Auf Platz sechs, der direkt ins Playoff-Viertelfinale führt, fehlen nur drei Zähler – bei einem Spiel weniger als die sechstplatzierten Graz99ers.
Bozen mit Ligabestwerten
Der HCB Südtirol Alperia führt die Tabelle mit 33 Punkten aus 14 Spielen an – punktgleich mit den Steinbach Black Wings Linz, aber mit einer Partie weniger. Elf Siege (neun regulär, zwei nach Overtime) sprechen für die Konstanz der Füchse.
Besonders beeindruckend: Mit 61 Treffern stellen die Bozner den treffsichersten Angriff der Liga. Defensiv kassierten sie nur 33 Gegentore – zweitbester Wert im Bewerb. Die Tordifferenz von +28 ist Ligabestwert. Zuletzt untermauerten die Südtiroler ihre Form mit einem 5:2-Auswärtssieg beim EC-KAC.
VSV mit positiver Bilanz im Direktvergleich
Die jüngere Vergangenheit macht den Villachern Mut: Sechs der letzten zehn Duelle gegen Bozen gewannen die Adler, nur vier gingen verloren. Allerdings war die Sparkasse Arena lange kein gutes Pflaster – nur zwei der vergangenen sieben Gastspiele endeten erfolgreich.
Die Tendenz stimmt jedoch: Die beiden jüngsten Auftritte in Bozen entschieden die Blau-Weißen mit 5:4 und 6:3 für sich. Damit beendeten sie eine zuvor zehn Spiele andauernde Auswärtsniederlageserie gegen die Füchse.
Special Teams könnten entscheiden
Im Powerplay verfügt Bozen über eine Erfolgsquote von 28,26 Prozent (13 Tore aus 46 Überzahlsituationen) – drittbester Wert der Liga. Der VSV liegt bei 21,74 Prozent (10 aus 46).
In Unterzahl dreht sich das Bild: Die Villacher stellen mit 82,69 Prozent das zweitbeste Penalty Killing der Liga. In 52 Unterzahlsituationen kassierten sie nur neun Gegentore. Bozen musste bei 44 Unterzahlsituationen zehn Treffer hinnehmen und rangiert mit 77,27 Prozent nur in der unteren Tabellenhälfte. Gegen die körperlich robust agierenden Südtiroler könnten Disziplin und Effizienz in den Special Teams entscheidend sein.
Bozens Umbruch
Im Sommer vollzogen die Füchse einen umfassenden Umbruch. Mit Antti Karhula verpflichteten sie einen finnischen Head Coach, der die Liga aus Engagements bei Hydro Fehérvár AV19 und Olimpija Ljubljana kennt. Der 50-Jährige war zuletzt beim deutschen Zweitligisten EC Bad Nauheim tätig.
Auch der Kader wurde auf zahlreichen Positionen neu besetzt. Im Angriff verstärkten sich die Bozner mit Turner Elson (über 600 AHL-Einsätze) und dem 198 Zentimeter großen Isaac Ratcliffe, der NHL- und AHL-Erfahrung mitbringt. In der Defensive kamen unter anderem Teemu Kivihalme, Zac Leslie, Blake Hillman und Jackson van de Leest. Luca Frigo übernahm die Kapitänsrolle von Daniel Frank, der seine Karriere beendet hatte.
Schneider und McClure führen Offensive an
Die offensive Qualität prägen weiterhin bekannte Leistungsträger. Cole Schneider führt die interne Scorerwertung mit 17 Punkten (2 Tore, 15 Assists) aus 14 Spielen an. Knapp dahinter folgt Brad McClure mit 16 Scorerpunkten (11 Tore, 5 Assists) – der Kanadier zählt erneut zu den gefährlichsten Torjägern der Liga.
Defensiv überzeugen besonders Jackson van de Leest mit einem Plus-Minus-Wert von +15 und Blake Hillman mit +12. Zwischen den Pfosten verfügen die Südtiroler über ein hervorragend besetztes Duo: Louis Domingue, der auf 151 NHL-Einsätze zurückblickt, hält bei einer Fangquote von 91,92 Prozent. Backup Marco Costantini weist sogar eine beeindruckende Save Percentage von 95,94 Prozent auf.
VSV-Kader nahezu komplett
Beim EC iDM Wärmepumpen VSV zeichnet sich eine erfreuliche Personalsituation ab. Head Coach Pierre Allard kann grundsätzlich auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. Lediglich bei Stürmer Joseph Cramarossa steht ein mögliches Comeback noch nicht fest – die Entscheidung fällt kurzfristig.
HCB Südtirol Alperia – EC iDM Wärmepumpen VSV
Mittwoch, 28. Oktober 2026, 19.45 Uhr
Sparkasse Arena, Bozen (Italien)
Live auf Sporteurope.tv sowie im auf Radio Kärnten Eishockey-Magazin
Quelle: https://www.ecvsv.at/mit-breiter-brust-zum-tabellenfuehrer-vsv-gastiert-bei-den-bozner-fuechsen
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