Wärmepumpen heizen auch bei minus 20 Grad zuverlässig

Pia ProdingerPia Prodinger
Schneebedeckte Tannen im Wald auf einem sonnigen Wintertag in den österreichischen Alpen
© kelag.at

Luft-Wärmepumpen funktionieren selbst bei extremer Kälte. Drei Viertel der benötigten Energie stammt aus der Umwelt – kostenlos und umweltfreundlich. Nur 25 Prozent kommen aus der Steckdose.

Selbst an sehr kalten Wintertagen bieten Umgebungsluft, Erdreich und Grundwasser genügend Energie, um Gebäude zu beheizen. Wärmepumpen nutzen diese natürlichen Wärmequellen und heben deren Temperatur auf das erforderliche Niveau für ein angenehmes Raumklima an.

Rund 75 Prozent der für den Betrieb einer Wärmepumpe benötigten Energie stammen aus der Umwelt, also aus Luft, Erde oder Grundwasser. Diese Energiequelle ist nicht nur umweltschonend, sondern auch kostenfrei. Lediglich etwa ein Viertel der benötigten Energie wird in Form von Strom aus dem Netz bezogen.

Heizbetrieb bis minus 20 Grad

Immer wieder wird behauptet, insbesondere Luft-Wärmepumpen würden bei starken Minusgraden nicht genügend Wärme liefern und dadurch hohe Betriebskosten verursachen. Diese Annahme entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Selbst bei Außentemperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius können Luft-Wärmepumpen technisch ausreichend Wärme bereitstellen, um ein Gebäude zu beheizen.

Voraussetzung ist, dass die Anlage passend zur Heizlast des Gebäudes ausgelegt wird. Ist dies der Fall, kann die Wärmepumpe sowohl den gesamten Heizbedarf als auch die Warmwasserbereitung alleine übernehmen.

Die Familie Sadjak aus Klagenfurt lebt seit Dezember 2019 in ihrem Einfamilienhaus und setzt dort auf eine Wärmepumpe. Nach dem ersten Betriebsjahr fällt das Fazit von Ludwig Sadjak positiv aus: „Wir haben bereits eine komplette Heizsaison mit unserer Wärmepumpe hinter uns und sind sehr zufrieden. Die Nutzung ist unkompliziert. Man muss weder Holz vorbereiten noch kontrollieren, ob genügend Heizöl vorhanden ist. Das System regelt sich selbstständig, sodass man sich um nichts kümmern muss“, berichtet er. Das Heizsystem würde er uneingeschränkt weiterempfehlen.

Stromverbrauch bleibt überschaubar

Wärmepumpen werden häufig bivalent betrieben, also mit einem zusätzlichen Wärmeerzeuger kombiniert. Dabei handelt es sich meist um einen Elektroheizstab, der serienmäßig in der Wärmepumpe oder im Pufferspeicher integriert ist. Diese zusätzliche Wärmequelle dient in erster Linie als Reserve oder zur Unterstützung bei besonders niedrigen Außentemperaturen.

Der Einfluss auf den Stromverbrauch bleibt jedoch gering. Bei richtiger Planung und Dimensionierung kommt der Elektroheizstab im Idealfall nur wenige Stunden pro Jahr zum Einsatz. Sein Anteil am gesamten Heizwärmebedarf liegt bei einer korrekt ausgelegten Anlage bei weniger als fünf Prozent. Dieser Wert wird bereits bei der Berechnung der Jahresarbeitszahl berücksichtigt.

Damit eine Wärmepumpe ihr volles Effizienzpotenzial ausschöpfen kann, spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle:

  • gute Wärmedämmung des Gebäudes

  • niedrige Vorlauftemperaturen

  • gut gedämmte Heizungs- und Warmwasserleitungen

  • fachgerechte Planung, Dimensionierung und Installation durch Expertinnen und Experten

Studien bestätigen hohe Effizienz

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat in mehreren Projekten die Effizienz von Wärmepumpensystemen in Neu- und Bestandsbauten untersucht. Die Untersuchungen wurden über mehrere Jahre hinweg bis etwa 2010 durchgeführt. Im Projekt „WP-Effizienz“ wurden rund 100 Wärmepumpen in neu errichteten Einfamilienhäusern wissenschaftlich ausgewertet.

Im Projekt „WP im Bestand“ analysierten die Forscher Wärmepumpen, die in unsanierten und teilweise sanierten Gebäuden anstelle von Ölheizungen installiert worden waren. Die Ergebnisse zeigten, dass der Anteil der Heizstabsarbeit bei Luft-Wärmepumpen etwas höher ausfiel als bei den untersuchten Erd-Wärmepumpen. Dennoch blieb der jährliche Stromverbrauch auf einem überschaubaren Niveau. Bei rund 40 Prozent der 18 untersuchten Anlagen lag der Anteil des Heizstabs bei lediglich etwas mehr als einem Prozent.

Quelle: https://www.kelag.at/blog/artikel/waermepumpe/23/heizen-luft-waermepumpen-auch-im-winter-ausreichend

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