Wagna: Kabarett, Konzert und Gedenkstätte im Herbst

Mona HopfingerMona Hopfinger
Schatzkiste mit Trompete, Lupe und Globus auf einem Weg mit Nummernschild.
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Marktgemeinde Wagna präsentiert ein umfangreiches Kulturprogramm für die kommenden Wochen. Neben Auftritten von Sonja Pikart und Gregor Seberg wird Mitte Oktober auch das neue Aflenz Memorial eröffnet.

Brassimo tritt am Donnerstag, 15. Oktober, im Josef-Baumann-Saal auf. Das südsteirische Blechbläserensemble kombiniert unter dem Motto „Nicht ganz ohne“ musikalischen Hochgenuss mit pointierter Moderation und charmantem Humor. Das Repertoire reicht von Klassik über Popularmusik bis zur traditionellen Blasmusik.

Sonja Pikart hinterfragt Stärke und Selbstoptimierung

Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 19.30 Uhr gastiert Kabarettistin Sonja Pikart mit ihrem Programm „Stark“ im Josef-Baumann-Saal. Sie setzt sich darin mit der Frage auseinander, was es bedeutet, stark zu sein, und warum in einer Welt voller Superlative ständig alles größer, schneller und außergewöhnlicher werden muss.

Pikart nimmt eine Gesellschaft unter die Lupe, die überall nach neuen Gipfeln sucht – vom höchsten Schaukelstuhl der Welt bis zur größten begehbaren Weinflasche der Südsteiermark. Sie beobachtet „starke“ Männer und ihren Machthunger ebenso wie High-Performer, die unermüdlich an sich selbst arbeiten. Gleichzeitig sucht sie Schönheit in Momenten der Schwäche und in der besonderen Bedeutung von Freundschaften.

Die gebürtige Deutsche kam 2009 nach Österreich, um am Konservatorium der Stadt Wien Schauspiel zu studieren. Nach ersten Theaterengagements wandte sie sich zunehmend dem Kabarett zu und feierte 2015 mit „Gluten Abend!“ ihr Solodebüt. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, darunter 2019 mit dem Österreichischen Kabarettpreis in der Kategorie Förderpreis und 2024 mit dessen Hauptpreis. Heuer erhielt sie außerdem den renommierten Salzburger Stier. Das Programm „Stark“ feierte erst im September 2026 Premiere.

Aflenz Memorial wird am 18. Oktober eröffnet

Am 18. Oktober wird das Aflenz Memorial eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg stand hier ein Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen. Jetzt gibt es an diesem Ort einen besonderen Platz zum Erinnern.
Die Künstlerin Milica Tomić hat das Memorial gestaltet. Ein neues System aus Wegen zeigt, wo das Lager früher begrenzt war. Auch der Appellplatz und der Platz einer Baracke sind wieder zu erkennen. Wichtig sind auch die Pflanzen: Hier sollen wieder Pflanzen wachsen, deren Spuren man bei Untersuchungen im Boden gefunden hat.
Auf dem ehemaligen Appellplatz fand man eine Häftlingsmarke mit der Nummer 38882. Sie gehörte Albin G. Er wurde 1910 im heutigen Polen geboren. Über Auschwitz und Mauthausen kam er 1944 nach Aflenz. Dort musste er in den unterirdischen Stollen schwer arbeiten. Nach dem, was man bisher weiß, überlebte er die Konzentrationslager.
Das KZ-Außenlager Leibnitz/Aflenz wurde 1944 gebaut. Mehr als 900 Menschen wurden dort festgehalten. Sie mussten unter härtesten Bedingungen Stollen für die Rüstungsproduktion ausbauen. Mindestens 81 Tote kennt man mit Namen. Am 2. April 1945 löste man das Lager auf. 467 Gefangene wurden auf einen Gewaltmarsch Richtung Ebensee geschickt.
Das Memorial soll auch ein Ort zum Lernen sein. Dazu gibt es Führungen, Informationstafeln, QR-Codes und einen barrierefreien Audioguide. In Wagna gibt es schon lange Erinnerungsarbeit. Besonders Franz Trampusch, Zeitzeuge und später Bürgermeister, wollte, dass die Geschichte des Lagers nicht vergessen wird.

Nationalfeiertag: Gemeinsame Wanderung durch Wagna

Unter dem Motto „Gemeinschaft bewegt“ ruft Bürgermeister Peter Stradner am 26. Oktober zur gemeinsamen Gemeindewanderung auf. Treffpunkt ist um 10 Uhr der Franz-Trampusch-Platz, von dem aus die Route quer durch die Gemeinde führt.
Eine Labestation sorgt unterwegs für Stärkung, das Ziel ist die Mehrzweckhalle.

Cathrin Kahlweit spricht über Machtpolitik

Mit Cathrin Kahlweit ist am 3. November um 19 Uhr eine ausgewiesene Kennerin der internationalen Politik in der Lagerbaracke Wagna zu Gast. Die Journalistin und langjährige Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung mit Schwerpunkt auf Mittel- und Osteuropa spricht unter dem Titel „Putin, Trump und die Rückkehr der Machtpolitik“ über aktuelle geopolitische Entwicklungen.

Der Abend fällt auf den Tag der US-Midtermwahlen und ist dadurch besonders aktuell. Nach dem Vortrag folgt eine Diskussion mit Bürgermeister Peter Stradner, der durch den Abend führt; das Publikum kann Fragen stellen und mitdiskutieren.

Gregor Seberg mit Best-of-Programm „Schatzkiste“

Am Freitag, 20. November 2026, um 19.30 Uhr ist Schauspieler und Kabarettist Gregor Seberg mit seinem Best-of-Programm „Schatzkiste“ im Josef-Baumann-Saal zu Gast. Nach fünf Kabarett-Soloprogrammen hat Seberg für dieses Programm einige seiner persönlichen Bühnen-Fundstücke zusammengetragen.

Dabei ist unter anderem der Franzose Gérard, der sich bei der Liebe bestens auskennt. Seberg führt das Publikum in sein jeweiliges Lieblingsbundesland, erinnert sich an seinen ersten Kuss und lässt den Tierforscher in sich zu Wort kommen. Eine besondere Rolle spielt sein Glückstier, der Honigdachs, dem schon ein früheres Programm gewidmet war.
„Schatzkiste“ ist kein klassischer Rückblick: Neues wird aufgegriffen, zerlegt, neu zusammengesetzt und anders betrachtet, wobei Improvisation und Publikumsspiel jeden Abend einzigartig machen.
Seberg (geboren 1967 in Graz) studierte zunächst einige Semester Germanistik und Theaterwissenschaften und absolvierte dann eine Schauspielausbildung am Konservatorium der Stadt Wien. Bekannt wurde er als Oberstleutnant Helmuth Nowak in der ORF/ZDF-Serie „SOKO Donau/Wien“ (2006 bis 2017). Seit 2005 ist er auch Kabarettist.

Robert Misik über „Erziehung zur Grausamkeit“

Am 1. Dezember ist Autor und Journalist Robert Misik in der Lagerbaracke zu Gast und spricht über sein aktuelles Buch „Erziehung zur Grausamkeit. Die Massenpsychologie des Neuen Faschismus“. Misik untersucht, wie Propaganda, Hetze und gezielt verstärkte Wut und Ängste Menschen beeinflussen, warum autoritäre und radikale Strömungen heute wieder Zustimmung gewinnen und was mit Menschen geschieht, die zunehmend in die Fänge der Propaganda geraten.
Der in Wien lebende Buchautor, Journalist, Kurator und Theaterdramaturg erläutert seine Erkenntnisse im Gespräch mit Bürgermeister Peter Stradner; im zweiten Teil kann das Publikum Fragen stellen und diskutieren.
Tickets: Marktgemeindeamt Wagna, wagna.fairticket.at, www.oeticket.com und alle Ö-Ticket-Vorverkaufsstellen.

Quelle: https://www.wagna.at/veranstaltungsreicher-herbst-in-wagna

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