Waldbrand Hirschwang: Fünf Jahre nach Großeinsatz

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Fünf Jahre nach dem größten Waldbrand der österreichischen Geschichte haben Vertreter von Niederösterreich und Wien Bilanz gezogen. Der Brand am Mittagstein bei Hirschwang an der Rax hatte im Oktober 2021 rund 8.600 Einsatzkräfte 13 Tage lang beschäftigt.

Am 25. Oktober 2021 brach am Mittagstein bei Hirschwang an der Rax ein Feuer aus, das sich im steilen und felsigen Gelände rasch ausbreitete. Insgesamt waren 115 Hektar Wald betroffen. Erst nach 13 Tagen, am 6. November, konnte „Brand aus“ gegeben werden. Bei einer Pressekonferenz vor Ort blickten LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Wiens Stadtrat Jürgen Czernohorszky und Dietmar Fahrafellner, Landesfeuerwehrkommandant Niederösterreich, auf den damaligen Einsatz zurück.

Größter Einsatz in der Geschichte Österreichs

Rund 8.600 Einsatzkräfte, darunter etwa 7.750 Feuerwehrkameraden, waren 13 Tage lang im Einsatz. Unterstützt wurden sie von 33 Katastrophenhilfsdienst-Zügen und 16 Fluggeräten aus dem In- und Ausland. Pernkopf betonte, der Waldbrand sei als Geschichte des Zusammenhalts in die Geschichte eingegangen, aus der man für die Zukunft lerne, um Niederösterreich zu schützen.

Das steile und unwegsame Gelände machte einen direkten Löscheinsatz vom Boden aus vielfach unmöglich. Starker Wind fachte die Flammen immer wieder an, gleichzeitig entwickelten sich unterirdische Glutnester.

Investitionen in Ausrüstung und Ausbildung

Der damalige Einsatz habe gezeigt, dass Waldbrände eine Herausforderung seien, auf die man sich langfristig vorbereiten müsse, so Pernkopf. Der Klimawandel sei angekommen, und zukünftig würden Waldbrände nicht weniger. Deshalb investiere man in Ausrüstung und Ausbildung sowie in Vorbereitung und Vorbeugung.

Dazu gehören Führungscontainer mit Einsatzleitstand, Drohnen mit Wärmebildkameras und mehr als 30 Spezialfahrzeuge. Der Sonderdienst Waldbrand wurde auf 600 Kameradinnen und Kameraden aufgestockt. Sie bewähren sich nicht nur in Niederösterreich, sondern unterstützen auch bei Einsätzen im Ausland.

Wiener Quellschutzwälder betroffen

Czernohorszky hob die zentrale Bedeutung der Wiener Quellschutzwälder für die Wiener Wasserversorgung hervor. Umso dramatischer seien die Ereignisse vor fünf Jahren gewesen. Sein großer Dank gelte allen Helferinnen und Helfern, die damals über Bundesländergrenzen hinweg bis an die Grenzen der Belastbarkeit im Einsatz waren.

Die Folgen des Brandes werden noch sehr lange beschäftigen – es kann rund 100 Jahre dauern, bis sich der Wald vollständig regeneriert hat. Seit 2022 wurden rund 500 Kilogramm Saatgut mit verschiedenen Gras- und Kleearten ausgebracht und rund 10.000 Pflanzen gesetzt. Dabei setze man bewusst auf unterschiedliche Baumarten und einen vielfältigen Mischwald, der widerstandsfähiger gegen Krankheiten und die Folgen des Klimawandels sei.

Zusammenarbeit von Boden- und Luftkräften

Landesfeuerwehrkommandant Fahrafellner betonte, man habe aus diesem Einsatz sehr viel gelernt und wertvolle Erfahrungen in der Zusammenarbeit von Boden- und Luftkräften sammeln können. Die Brandbekämpfung aus der Luft sei besonders dann effizient, wenn die Einsatzkräfte am Boden und die Hubschrauber eng koordiniert zusammenarbeiten und die Abwürfe gezielt abgestimmt werden.

Durch zahlreiche Einsätze und internationale Erfahrungen konnten in den vergangenen Jahren wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. „Der sogenannte mediterrane Waldbrand ist mittlerweile auch bei uns angekommen“, so Fahrafellner.

Wiederaufbau dauert Jahrzehnte

Der Boden wurde durch den Brand schwer geschädigt und ist teilweise besonders erosionsgefährdet. Stark geschädigte oder bereits abgestorbene Bäume wurden quer zum Hang gefällt, Grassamen ausgebracht sowie neue Bäume und Sträucher gepflanzt. Der Wiederaufbau des Waldes wird noch viele Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

In 20 bis 30 Jahren sollen auf den betroffenen Flächen wieder acht bis zehn Meter hohe, klimafitte Bäume wachsen. Die Entwicklung wird laufend beobachtet, aufgrund des unwegsamen Geländes teilweise auch mithilfe von Drohnen. Gleichzeitig bleibt die Waldbrandprävention eine zentrale Aufgabe – von der Sicherung von Löschwasser über die Pflege von Wegen bis zur Sensibilisierung der Bevölkerung für die Gefahren durch weggeworfene Zigaretten.

Quelle: OTS

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