Waldverband eröffnet Nasslager für 15.000 Festmeter Holz

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Der NÖ Waldverband hat in Thumling bei Martinsberg ein Nasslager in Betrieb genommen. Die Anlage kann bis zu 15.000 Festmeter Rundholz über Monate lagern und soll nach Stürmen oder Borkenkäferbefall den Holzmarkt stabilisieren.

Am 16. Oktober wurde das neue Nasslager des NÖ Waldverbands in Thumling bei Martinsberg offiziell eröffnet. Bei der Eröffnung waren LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landwirtschaftskammer NÖ-Vizepräsidentin Andrea Wagner und NÖ Waldverband-Obmann Franz Fischer anwesend. Die Anlage ermöglicht die qualitätserhaltende Lagerung von bis zu 15.000 Festmetern Rundholz über mehrere Monate hinweg.

Das Nasslager soll künftig als Puffer dienen, wenn durch Naturereignisse große Holzmengen anfallen. „Gerade nach Stürmen sowie bei Schnee- und Eisbruch oder massivem Borkenkäferbefall fallen oft innerhalb kürzester Zeit enorme Holzmengen an, die den Markt unter Druck setzen“, erklärte Fischer. Die Anlage schaffe mehr Handlungsspielraum für Waldbesitzer und trage zur Stabilisierung des Holzmarktes bei.

Beregnung schützt vor Qualitätsverlust

Das eingelagerte Holz wird kontinuierlich beregnet und dadurch dauerhaft feucht gehalten. Diese Methode verhindert die Entwicklung von Borkenkäfern im gelagerten Holz, hemmt holzzerstörende Pilze und schützt vor Qualitätsverlusten durch Austrocknung, Rissbildung und Verfärbungen. Das benötigte Wasser stammt aus zwei ergiebigen Quellen sowie vorhandenem Oberflächenwasser und wird im Kreislauf geführt.

Nach größeren Schadereignissen müssen oft erhebliche Holzmengen rasch aus den Wäldern gebracht werden. Kann die Holzindustrie diese nicht unmittelbar aufnehmen, bietet das Nasslager eine Zwischenlagerungsmöglichkeit. Damit lassen sich Angebotsspitzen abfedern und die Holzmengen zeitlich gestaffelt vermarkten.

Vorsorge für den Wirtschaftsstandort

Pernkopf betonte die Bedeutung der Vorsorge: „Wir müssen heute vorsorgen, damit wir morgen im Ernstfall rasch und gezielt handeln können.“ Das Nasslager schaffe eine wichtige Reserve für größere Schadereignisse und stärke gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Waldviertel. Heimisches Holz sichere Arbeitsplätze und schaffe regionale Wertschöpfung vom Wald über die Sägewerke bis zur Verarbeitung.

Wagner verwies auf die Herausforderungen für die Waldbewirtschaftung. Waldbäuerinnen und Waldbauern investierten laufend in den Waldumbau und arbeiteten über Generationen daran, ihre Wälder an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen. „Wenn Sturm, Dürre oder Borkenkäfer zuschlagen, können innerhalb kürzester Zeit die Arbeit und die Investitionen vieler Jahrzehnte zunichtegemacht werden“, sagte Wagner. Das Nasslager schaffe genau den nötigen Spielraum für mehr Sicherheit und Widerstandsfähigkeit.

Angespannte Situation in Niederösterreichs Wäldern

Die aktuelle Situation unterstreicht die Bedeutung solcher Vorsorgemaßnahmen. Extreme Hitze, anhaltende Trockenheit und erhebliche Niederschlagsdefizite haben die Waldbestände in den vergangenen Monaten massiv belastet. Nahezu alle Baumarten zeigen deutliche Trockenstresssymptome. Die geschwächten Bäume sind zudem anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer.

Die Situation ist regional unterschiedlich, insgesamt jedoch äußerst angespannt. Auch wenn für heuer keine marktbeeinflussenden Käferholzmengen mehr erwartet werden, bleibt das Risiko für die kommenden Jahre bestehen. Insbesondere bei weiterhin ausbleibenden Niederschlägen oder einem erneut schneearmen Winter könnte der Borkenkäferbefall zunehmen.

Strategischer Standort im Waldviertel

Der Standort in Thumling bei Martinsberg wurde mit Blick auf mögliche künftige Schadereignisse und die regionale Holzlogistik gewählt. Das Waldviertel gilt als potenzielles Risikogebiet für größere Borkenkäferkalamitäten. Gleichzeitig liegt das Nasslager günstig im Einzugsgebiet der regionalen Holzindustrie. Kurze Transportwege erleichtern die Logistik und unterstützen eine effiziente Weiterverarbeitung des heimischen Rohstoffs.

Die Bauzeit erstreckte sich von September 2025 bis Juni 2026. Die Anlage ist auf eine Lagerkapazität von 15.000 Festmetern ausgelegt und soll vor allem nach Sturm, Schnee- und Eisbruch sowie bei Borkenkäferbefall zum Einsatz kommen.

Quelle: OTS

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