Waldviertel Akademie eröffnet Sommergespräche in Weitra

Mathias FischerMathias Fischer
Waldviertel Akademie: Fünf Personen stehen nebeneinander vor einer Wand mit Logos.
© weitra.gv.at

Auf Schloss Weitra sind am 27. August die 42. Internationalen Sommergespräche der Waldviertel Akademie gestartet. Unter dem Motto „Perspektivenwechsel“ diskutieren Gäste vier Tage lang über gesellschaftliche Fragen.

Die Waldviertel Akademie hat am Donnerstag, 27. August, ihre diesjährigen Sommergespräche auf Schloss Weitra eröffnet. Zahlreiche Ehrengäste, Wegbegleiter und Förderer feierten den Auftakt zu vier Tagen des Dialogs und der Begegnung.

Bürgermeister Patrick Layr begrüßte die Anwesenden. Vorsitzender Thomas Arthaber stellte das zentrale Anliegen der Veranstaltung vor: Gesellschaftliche Fragen könnten nicht aus nur einer Perspektive betrachtet werden. Ein Perspektivenwechsel bedeute, die eigene Meinung für einen Moment beiseitezulegen und sich darauf einzulassen, die Welt durch die Augen anderer zu sehen. „Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir bereit sind, die Welt nicht nur mit unseren eigenen Augen zu sehen“, sagte Arthaber.

Dr. Hanus ordnete das Jahresthema wissenschaftlich ein und spannte den Bogen von aktuellen technologischen Entwicklungen bis zu grundlegenden Fragen der Moral und Verantwortung. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung von Ingo Wanek und Ekatharina Schwarz.

Bundesrätin Göll eröffnet offiziell

Den offiziellen Höhepunkt bildete die Ansprache von Bundesrätin Margit Göll, die die 42. Internationalen Sommergespräche eröffnete. Sie begrüßte insbesondere Viktoria Schnaderbeck, ehemalige Fußballnationalspielerin und heutige TV-Expertin, die den Eröffnungsabend prägte. Schnaderbeck stehe wie kaum eine andere Persönlichkeit dafür, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

„Politik beginnt dort, wo wir bereit sind, aufeinander zuzugehen und zuzuhören“, betonte Göll. Gerade in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen brauche es einen Perspektivenwechsel. Es gehe darum, sich selbst die Frage zu stellen: Was sehe ich anders, wenn ich einmal die Perspektive wechsle? Andere Perspektiven könnten nicht nur den Blick auf gesellschaftliche Themen verändern, sondern auch den Blick auf andere Menschen.

Schnaderbeck erzählt von ihrem Weg

Im Mittelpunkt des Abends stand Viktoria Schnaderbeck. In ihrer persönlichen Geschichte wurde deutlich, wie entscheidend ein Perspektivenwechsel für den eigenen Lebensweg sein kann. Sie erzählte davon, wie sie bereits als Mädchen ihren eigenen Weg erkennen und verfolgen musste – in einer Zeit und in einem Umfeld, in dem Fußball für Mädchen noch längst nicht selbstverständlich war.

Ihre „erste große Liebe“ sei Fußball gewesen. Stundenlang habe sie gespielt, der Ball sei dabei immer an ihrer Seite gewesen. Als sie 1998 ihrem ersten Verein beitrat, gab es dort keinen einzigen Mädchenfußballverein. Also spielte sie gemeinsam mit den Burschen. Bereits mit zehn oder elf Jahren hatte sie ein klares Ziel: Sie wollte Profifußballerin werden.

Ihre Geschichte steht beispielhaft für den Mut, die eigene Perspektive nicht als Grenze zu akzeptieren. Gerade als Mädchen in einer stark männerdominierten Sportwelt musste Schnaderbeck ihren eigenen Weg finden und sich ihren Platz erarbeiten. Dabei sei es vor allem der Traum gewesen, der sie angetrieben habe. Jedes Kind versuche alles dafür zu tun, seinen Traum zu erreichen. Der Weg dorthin verlaufe jedoch nicht immer geradlinig – und oftmals brauche es den Mut, die eigene Perspektive zu verändern.

Mit der Eröffnung im Schloss Weitra starteten die Sommergespräche genau dort, wo ihr diesjähriges Thema ansetzt: beim bewussten Wechsel des eigenen Blickwinkels.

Quelle: https://www.weitra.gv.at/42_Internationale_Sommergespraeche_der_Waldviertel_Akademie_wurden_eroeffnet

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