Waldviertler Firma liefert Testsysteme für Luftfahrt

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein Unternehmen aus Groß-Siegharts entwickelt Testsysteme für Passagierflugzeuge und Eurofighter. Bei einem internationalen Branchentreffen im Waldviertel diskutierten Fachleute über Wachstumschancen und Herausforderungen der Luftfahrtindustrie, so der ORF.

Die Firma Test-Fuchs aus Groß-Siegharts im Bezirk Waidhofen an der Thaya hat kürzlich ein neues Gebäude eröffnet. Das Waldviertler Unternehmen stellt Testsysteme für die Luftfahrtbranche her, die unter anderem bei Passagierjets und den Eurofightern des Bundesheeres zum Einsatz kommen. Die Geschäftslage sei positiv, anders als in der Automobilindustrie, erklärte Geschäftsführer Volker Fuchs.

Die Passagierzahlen würden laut Prognosen weiterhin stark zunehmen, sagte Fuchs. Der Bedarf an neuen Flugzeugen bleibe daher sehr hoch. „Das gibt uns eine gute Basis, dass wir am Standort in Niederösterreich investieren und uns weiterentwickeln und wachsen können“, so der Geschäftsführer.

Produktion soll massiv gesteigert werden

Bei einem Branchentreffen im Waldviertel kamen Expertinnen und Experten aus 15 Nationen zusammen. Dabei wurde deutlich, dass die Branche noch erhebliches Entwicklungspotenzial sieht. Luftfahrtexperte Michael Santo verwies darauf, dass die Luftfahrtindustrie über Jahre hinweg relativ klein gehalten worden sei. Angesichts aktueller Konfliktsituationen müsse die Ausbringung nun um 500 bis 600 Prozent gesteigert werden.

Camille Flaherty, Geschäftsführerin eines US-amerikanischen Unternehmens für militärische Flugzeuge und Hubschrauber, berichtete von ähnlichen Problemen wie in Österreich. Gegenüber noe.ORF.at sprach sie über Personalengpässe: „Wir erleben einen Fachkräftemangel – wahrscheinlich für das kommende Jahrzehnt, es kommen einfach nicht genug Ingenieure und Mitarbeiter“, erklärte die Expertin.

Wasserstoff statt Kerosin

Die Luftfahrt steht nicht nur vor Wachstum, sondern auch vor grundlegenden Veränderungen. Ein Studentenprojekt aus der Schweiz geht davon aus, dass Flugzeuge in absehbarer Zeit mit flüssigem Wasserstoff statt mit Kerosin betrieben werden könnten. Kaspar Oplatka, Teamleiter des Projekts, räumte ein, dass Kerosin derzeit noch günstiger und einfacher einzusetzen sei. Für einen Umstieg seien entsprechende regulatorische Rahmenbedingungen nötig. Gefordert seien dabei vor allem große Unternehmen, die Wirtschaft und die Politik.

Künstliche Intelligenz im Kampfjet

Ein schwedischer Hersteller testet bereits einen Kampfjet, der ohne Piloten auskommt. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Im vergangenen Jahr sei ein Versuch durchgeführt worden, bei dem Künstliche Intelligenz ein Flugzeug während einer komplexen Kampfmission gesteuert habe, berichtete Luftfahrtberater Jussi Halmetoja. Seither würden verstärkt Systeme entwickelt, die Piloten bei ihren Entscheidungen unterstützen.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3371620/

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