Wanderer im Tennengau aus steilem Gelände gerettet

Mathias FischerMathias Fischer
Polizeihubschrauber EC 135 mit Besatzung im Einsatz auf einer Bergwiese in Österreich.
© Bergrettung Hallein

Ein über 70-jähriger Oberösterreicher ist am 17. August im Trattberg-Gebiet in unwegsamem Terrain in Not geraten. Die Bergrettung Hallein barg den unterkühlten Mann bei schwierigen Wetterbedingungen mit dem Polizeihubschrauber.

Ein Wanderer Mitte 70 aus Oberösterreich hat sich am Montag bei einer Tour im Trattberg-Gebiet von seiner Gruppe getrennt und eine Abkürzung gewählt. Dabei kam er auf der Nordseite in sehr steiles, unwegsames Gelände.

Als der Mann nicht wie vereinbart bei der bewirtschafteten Christl-Alm auf 1.420 Meter Seehöhe am Hintertrattberg eintraf, begann der Junior-Hüttenwirt mit der Suche. Er erreichte den Vermissten telefonisch und konnte ihn anhand einer Beschreibung und eines Fotos vom Standort ausfindig machen. Der Wanderer war jedoch zu erschöpft, um die Hütte aus eigener Kraft zu erreichen. Daraufhin wurde ein Notruf abgesetzt.

Bergung bei Regen und böigem Wind

Die Ortsstelle Hallein wurde um 14.22 Uhr alarmiert. Einsatzleiter Stefan Baumann forderte den Polizeihubschrauber Libelle aus Salzburg an. Weil eine Gewitterzelle über den Flughafen zog, konnte der Helikopter zunächst nicht starten. Die Bergretter stiegen daher bei Regen zu Fuß zu dem Mann auf. Der Seniorwirt der Christl-Alm führte die Einsatzkräfte zur Stelle.

„Er war gut ausgerüstet und unverletzt, aber unterkühlt“, berichtete Baumann. „In dem steilen, weglosen Gelände ist er nicht mehr weitergekommen.“

Die Retter bereiteten die Bergung des durchnässten Pensionisten mit der Gebirgstrage vor. Schließlich nutzte das Team der Libelle ein kurzes Wetterfenster. Trotz schwieriger Bedingungen und böigem Wind konnte der Mann mittels Tau rasch geborgen und zur Christl-Alm geflogen werden.

Zweiter Notfall auf benachbarter Hütte

Zeitgleich ereignete sich auf einer benachbarten privaten Hütte ein weiterer Notfall. Ein Mann hatte einen epileptischen Anfall erlitten. Ein Notfallsanitäter der Bergrettung Hallein und ein Alpinpolizist begaben sich sofort zur Hütte und versorgten den Patienten. Beide Personen wurden gemeinsam mit dem Rettungswagen des Roten Kreuzes ins Tal gebracht.

„Alles ist gut verlaufen“, lautete das Resümee von Einsatzleiter Baumann. Die schlechten Witterungsverhältnisse und das steile, absturz- und steinschlaggefährdete Gelände hatten die Bergung erschwert. Baumann bedankte sich bei allen Einsatzkräften und dem Hüttenwirt der Christl-Alm für die gute Zusammenarbeit.

Im Einsatz standen 15 Bergrettungskräfte der Ortsstelle Hallein, der Pilot und der Flugoperator des Polizeihubschraubers Libelle, ein Alpinpolizist sowie drei Rettungskräfte des Roten Kreuzes. Der Einsatz endete um 19.45 Uhr.

Quelle: https://www.bergrettung-salzburg.at/news/bergrettung-hallein-im-einsatz-wanderer-aus-steilem-gelaende-gerettet

Bergretter mit Bergesack steigt steilen Hang in den österreichischen Alpen hinauf.

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