Wartezeit für HNO-Eingriffe bei Kindern halbiert

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

In Klosterneuburg werden seit September 2025 wöchentlich Kinder mit Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen operiert. Die Wartezeit für bestimmte Eingriffe sank von 18 auf neun Monate, so der ORF.

Einmal pro Woche werden in Klosterneuburg (Bezirk Tulln) seit September 2025 Operationen an Kindern mit häufigen HNO-Erkrankungen durchgeführt. Dazu gehören die Entfernung der Rachenmandel – umgangssprachlich Polypen – sowie Eingriffe am Trommelfell. Seit Mai 2026 werden zusätzlich Teilentfernungen der Gaumenmandeln vorgenommen.

Die Behandlungen erfolgen tagesklinisch. Die jungen Patientinnen und Patienten können daher meist schon wenige Stunden nach dem Eingriff wieder nach Hause.

Kapazitäten durch Verlagerung der Geburtshilfe

Ermöglicht wurde das Angebot durch die Verlagerung der Geburtshilfe von Klosterneuburg nach Tulln im Juli 2025. Die dadurch verfügbar gewordenen OP-Kapazitäten werden seither unter anderem für HNO-Eingriffe bei Kindern verwendet. Das Projekt ist Teil der Reform der niederösterreichischen Spitalslandschaft im Rahmen des Gesundheitsplans 2040+.

Laut den Projektverantwortlichen betrug die durchschnittliche Wartezeit für bestimmte HNO-Eingriffe zuvor 18 Monate. Diese konnte mittlerweile auf rund neun Monate reduziert werden. Im ersten Jahr wurden mehr als 280 Kinder in Klosterneuburg operiert.

„Unser Ziel war von Beginn an, Kindern mit häufigen HNO-Erkrankungen schneller zu helfen und Familien zugleich einen gut planbaren Behandlungsablauf zu bieten“, erklärte Hannes Brandt, HNO-Arzt und Initiator des Projekts „HNÖ hilft!“. Die Bilanz bestätige, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen niedergelassenem Bereich, Kliniken und Pflege sei.

Zuweisung über drei Kliniken

Die Zuweisung der Patientinnen und Patienten erfolgt über die HNO-Abteilungen der Kliniken in St. Pölten, Krems und Wiener Neustadt. Ob eine Operation notwendig ist, entscheiden ausschließlich HNO-Fachärztinnen und -ärzte.

Harald Schlögel, Präsident der Ärztinnen- und Ärztekammer für Niederösterreich, wünscht sich, dass dieses erfolgreiche Modell auch in anderen medizinischen Bereichen Schule macht.

Laut dem zuständigen Landesrat Anton Kasser (ÖVP) zeige das Projekt beispielhaft, wie eine konkrete Maßnahme des Gesundheitsplans 2040+ schon heute die Versorgung vieler Kinder verbessere.

Neben HNO-Operationen werden in der Tagesklinik in Klosterneuburg auch Eingriffe aus den Bereichen Augenheilkunde, Chirurgie, Orthopädie und Traumatologie sowie Gynäkologie durchgeführt. Im Vorjahr waren es insgesamt knapp 3.000 Operationen, von Jänner bis August 2026 wurden 2.189 Eingriffe gezählt.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3375529/

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