Wasser aus Sauerkrautlake zurückgewinnen

Mathias FischerMathias Fischer
Mann im Laborkittel bedient eine Anlage zur Druckentspannungsflotation in einem Labor.
© FHWN

Eine Bachelorarbeit am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt zeigt, wie sich Wasser aus Produktionsabfällen der Lebensmittelindustrie zurückgewinnen lässt. Am Beispiel von Sauerkrautlake wurden verschiedene Aufbereitungsverfahren getestet.

Richard Halbwachs untersuchte in seiner Bachelorarbeit, wie sich Wasser aus Sauerkrautlake zurückgewinnen lässt. In einem österreichischen Verarbeitungsbetrieb fallen jährlich rund 1.000 Kubikmeter dieser Flüssigkeit an. Die Arbeit ging der Frage nach, wie das Wasser zurückgewonnen und die enthaltenen Stoffe für eine mögliche weitere Verwendung konzentriert werden können.

Trennung durch kombinierte Verfahren

Die Untersuchung zeigt, dass sich Wasser und Inhaltsstoffe der Lake gezielt voneinander trennen lassen. Dafür wurden verschiedene Aufbereitungsverfahren getestet und zu Prozessketten kombiniert. Zum Einsatz kamen Membranverfahren, Eindampfung, Adsorption und Ionenaustausch.

Beim Eindampfen konnten rund 94 Prozent der zuvor aufbereiteten Flüssigkeit als Kondensat zurückgewonnen werden. Die übrigen Inhaltsstoffe wurden dabei konzentriert. Eine weitere Aufbereitung mit Aktivkohle und Ionenaustausch zeigte zusätzliches Reinigungspotenzial.

„Wenn Wasser knapper wird, müssen wir genauer hinschauen, wo es sich zurückgewinnen lässt. Die Bachelorarbeit von Richard Halbwachs zeigt am Beispiel der Sauerkrautlake, dass Wasser und Inhaltsstoffe grundsätzlich voneinander getrennt werden können. Damit schafft sie eine Grundlage, um mögliche weitere Nutzungen zu untersuchen“, sagt Christian Maier, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Campus Wieselburg und Betreuer der Bachelorarbeit.

Hoher Energiebedarf beim Eindampfen

Der Aufbereitungsprozess wurde zusätzlich am Computer simuliert, um die energetische Optimierung zu prüfen. Dabei zeigte sich, dass vor allem das Eindampfen viel Energie benötigt. Wird der dabei entstehende Wasserdampf verdichtet und seine Energie wieder in den Prozess zurückgeführt, könnte der Energiebedarf deutlich reduziert werden.

Für eine spätere Anwendung ist nicht nur die Menge des zurückgewonnenen Wassers entscheidend, sondern auch die Energieeffizienz. Erst ein möglichst geringer Energiebedarf macht die Aufbereitung auch wirtschaftlich interessant.

Weitere Untersuchungen geplant

Der Ansatz befindet sich noch im Labormaßstab. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, wie sich die Verfahren unter realitätsnahen Bedingungen umsetzen lassen und ob die Rückgewinnung von Wasser und Inhaltsstoffen auch im industriellen Maßstab technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Das Potenzial reicht über die Sauerkrautproduktion hinaus. Wasserhaltige Reststoffströme fallen in vielen industriellen Prozessen an. Angesichts sinkender Wasserverfügbarkeit und steigender Kosten gewinnt ihre Aufbereitung für Unternehmen an Bedeutung. Die Arbeit knüpft an die Forschung zur nachhaltigen Wassernutzung am Campus Wieselburg an.

Quelle: https://presse.fhwn.ac.at/news-campus-wieselburg-untersucht-wassergewinnung-aus-sauerkrautlake?id=246917&menueid=11329&l=deutsch

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